Auszug von infokrieg.tv
Iranische 81mm-Mörsergranaten im Irak - das neueste Märchen der Neokonservativen
Schlampige und durchschaubare Propaganda soll kriegsmüden und desillusionierten Bürgern vormachen, die nächste Eskalationsstufe sei unausweichlich
von Alexander Benesch
Das Pentagon und eines ihrer aktivsten Manipulationsinstrumente, die New York Times, verlesen aus ihrem Märchenbuch und zahllose sogenannte Reporter aus den Massenmedien verbreiten die Geschichte ungeprüft an ihr breites Publikum:
Irakische Aufständische hätten seit Juni 2004 insgesamt 170 US-Soldaten mit Mörsergranaten getötet, die vom Iran geliefert worden wären.

Fast alle Quellen des NY Times-Berichts verbleiben anonym, das oben gezeigte Foto soll als Beweisstück dienen. Aus irgendeinem Grund haben es die Genies im Pentagon versäumt zu erklären, warum die Iraner das Herstellungsdatum auf ihren Mörsergranaten im Format des gregorianisch-christlichen Kalenders abbilden anstatt in dem des islamisch-persischen Kalender.
Laut dem muslimischen Kalender müsste als Herstellungsjahr 1427 und nicht 2006 angegeben sein, darüberhinaus würde die Schrift wohl kaum in Englisch, sondern in Persisch
gehalten sein, eine Version der arabischen Schrift.
Autor des NY-Times-Berichts ist Michael R. Gordon, derselbe NY Times-Reporter der mit Judith Miller irreführende Artikel über irakische Massenvernichtungswaffen vor Beginn der Invasion 2003 veröffentlichte.
In ihrer wohl bekanntesten Ente vom 8. September 2002 schwadronierten sie über Aluminiumröhren, die laut ihren anonymen Quellen für ein Nuklearwaffenprogramm gedacht waren. Die Aluminiumröhrenstory wurde von der Bush-Administration natürlich mehrmals in den Massenmedien als Kriegsargument widerholt.
Besonders krass an dem aktuellen bericht: Der Iran scheint überhaupt keine 81mm-Mörsergranaten herzustellen.
Laut einem Bericht vom Jaffee Center für strategische Studien an der Universität von Tel Aviv (verbunden mit dem Saban Center für Politik des mittleren Ostens an dem neokonservativen Brookings-Institut) ist die kleinste von den Iranern hergestellte Mörsergranate die M-30 mit 107 mm Durchmesser.
Diese Information ist nachzulesen im "Middle East Military Balance,” des JCSS auf Seite 15.
Laut JCSS ist “The Middle East Military Balance" die beste Informationsquelle über die Armeen im mittleren Osten seit 1983.
Die Technologie für die sogenannten "improvisierten Sprenkörper" (IEDs)
welche von den irakischen Aufständischen benutzt wird, geht auf die britischen Geheimdienste zurück und wurde erst von der IRA gekauft, in den frühen 1990er Jahren dann in verschiedene Teile der Welt verkauft.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums Ali Hosseini sagte kürzlich der Associated Press dass "die Vereinigten Staaten eine lange Geschichte der Fabrikation von Beweismitteln haben", eine unbestreitbare Tatsache. Die Neokonservativen propagierten irakische Wetterballonstationen als Labors für biologische Waffen und erklärten eine alte Studentenarbeit zu einem schlagkräftigen Geheimdientsdossier über Saddams Massenvernichtungswaffen.
Hillary Mann, die ehemalige Direktorin für die den Iran und den persischen Golf betreffenden Angelegenheiten des nationalen Sicherheitsrats der USA sagte in einem CNN-Interview am Montag dass die Vereinigten Staaten einen Konflikt mit dem Iran provozieren wollen.
ganzer Text/Qelle/links
Auszug von freace
Fortschreitende Kriegsplanungen
Angriff auf Iran rückt näher
Schon die unübersehbare Verlegung von immer mehr Waffensystemen und Soldaten in Angriffsentfernung zum Iran ist sicherlich als deutliches Signal für die Vorbereitung eines weiteren Angriffskrieges der USA anzusehen. Seit einigen Tagen wiederholt sich nun eine weitere Vorbereitungsphase des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen den Irak hinsichtlich des Irans.
Zwar hatte die US-Regierung auch schon in der Vergangenheit wenig Gelegenheiten ausgelassen, den Iran als von Holocaust-leugnenden Judenhassern bewohntes "Reich des Bösen" darzustellen, seit rund zwei Wochen kann hier allerdings nur noch von einer konzertierten Aktion gesprochen werden. Dies begann mit der "Vermutung", der Iran sei direkt an einem Angriff auf einen US-Posten in der irakischen Stadt Karbala beteiligt gewesen. Als Grundlage für diese Vermutung wurde angegeben, daß dies das erste Mal gewesen sei, daß ein derart "aufwendiges Kommandounternehmen" gegen die Besatzer durchgeführt worden sei - wozu der irakische Widerstand ohne Hilfe von außen vorgeblich nicht in der Lage sei.
Ende Januar berichtete dann der britische Guardian, nicht näher genannte europäische Regierungen "befürchteten" zunehmend, die "Spannungen" zwischen den USA und dem Iran über dessen vorgebliches Programm zur Entwicklung von Atomwaffen in einen Krieg münden könnten. Da der Iran immer wieder betont, keinesfalls Atomwaffen zu entwickeln und die USA bisher keinerlei Beweise für ihren Standpunkt vorlegen konnten, war dies eine auffällige Verwischung der Ursache dieser "Spannungen".
Am Freitag erreichte die Propaganda dann auch deutsche Medien, als in einer ganzen Reihe von Artikeln nur zu offensichtlich Stimmung gegen den Iran und für den US-Standpunkt gemacht wurde.
Am Montag nun berichteten die Medien, daß die US-Regierung - unterstützt von der britischen Regierung - dem Iran vorwerfen, irakische Widerstandskämpfer mit Waffen und Munition zu beliefern. Als Beweis hierfür wurden einige Granaten und Panzerfäuste gezeigt, deren Seriennummern und Typenbezeichnungen eine Herstellung im Iran belegten. Die Waffen seien im Irak gefunden worden. Durch von dem Iran gelieferte Hohlladungen seien in den vergangenen drei Jahren bereits über 170 US-Soldaten getötet worden, so der seitens des Irans unverzüglich zurückgewiesene Vorwurf. Dieser Vorwurf ist dabei keineswegs neu, wurde er doch schon im September 2005 von britischer Seite vorgebracht - nachdem zuvor britische Soldaten gewaltsam aus einem irakischen Gefängnis befreit worden waren. Die Soldaten waren in ziviler Kleidung im Besitz von Sprengstoff und Fernzündern aufgegriffen worden.
Nicht nur, daß nur das Wort des USA existiert, daß die vorgelegten "Funde" tatsächlich im Irak gefunden wurden und neueren Datums sind - es gehört nicht gerade zu den Prioritäten von Waffenherstellern, die Beschriftung von Granaten fälschungssicher zu machen - es existieren auch keinerlei Beweise dafür, daß mögliche Lieferungen auf Betreiben der iranischen Regierung erfolgen und nicht vielmehr "privatwirtschaftlich" einzuordnen sind. Selbst wenn dies aber der Fall sein sollte - mögliche Gründe hierfür sind zahlreich vorhanden - so birgt es doch eine gewisse Ironie, daß ausgerechnet die USA dies öffentlich anprangern, sind sie es doch, die schon unzählige Waffen in ebenso unzählige Krisenregionen und Kriegsgebiete geliefert haben und liefern, wenn sie der Ansicht waren, dies würde ihren Interessen - von wirtschaftlichen Interessen bis zur Bekämpfung des Kommunismus und der Sicherung von Rohstoffen - dienen.
Diese unübersehbare Medienoffensive kann nur als weiteres überdeutliches Warnsignal für den Fortschritt der Kriegsplanungen der USA betrachtet werden.
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Siehe:
Nachtrag zu: Die Kriegsgrundsuche gegen den Iran geht weiterFehlinformationen
Wahrheit und Irrtum zu den "Beweisen" gegen den Iran
Während an den von den USA vorgelegten "Beweisen", der Iran unterstütze den Widerstand im Irak durch Waffenlieferungen Zweifel mehr als angebracht erscheinen, so tauchen in diesem Zusammenhang immer häufiger mehrere Behauptungen auf, die allerdings durch einfachste Recherchen zu widerlegen sind.
Die erste Behauptung erscheint auf den ersten Blick durchaus stichhaltig. Auf den vom US-Militär veröffentlichten Aufnahmen sind Mörsergranaten mit englischer Beschriftung zu sehen. Der durchaus naheliegende Einwand ist hier, daß die Landessprache persisch ist und eine Beschriftung in dieser Sprache - und mit den entsprechenden Schriftzeichen - zu erwarten wäre. Ein Blick auf die Website der Organisation der iranischen Rüstungsindustrie (DIOMIL) zeigt allerdings, daß dort hergestellte Munition sehr wohl mit lateinischen Buchstaben beschriftet wird....