Auszug von karl-weiss-journalismus
Wie die Gewissheiten in der Krise verschwinden
Die Flexibilität – einer der Götzen des (Neo)-Liberalismus
von Karl Weiss
Wie gründlich jetzt mit dem Einmaleins eines jeglichen bürgerlichen Ökonomen aufgeräumt wird, ist atemberaubend. Man möchte fast meinen, die Krise wurde nur erfunden, um die Ökonomie-Schlaumeier mit dem Kopf gegen die Wand zu stoßen. Nicht dass dies einen Westerwelle irgendwie beeindrucken würde. Der schnurrt immer noch seine auswendig gelernten Sprüchlein herunter, so als ob nichts geschehen wäre.
Diese Flexibilisierung, auch Flexibilisierung der Arbeit genannt, war Hauptbestandteil, eigentlich sogar der wesentlichste Bestandteil all jener wirtschaftspolitischen Ansätze, die oft als Liberalismus oder Neo-Liberalismus bezeichnet wurden, aber auch unter Marktradikalismus lief, bzw. die Namen der jeweiligen Protagonisten erhielt: ' Thatcherism' und 'Reagenomics'. Die Ökonomen selbst bevorzugten diese Maßnahmen am liebsten verniedlichend „angebotsorientierte Wirtschaftspolitik“ zu nennen.
Jetzt lehrt uns ein Wirtschaftsprofessor – es gibt also auch noch lernfähige – in einem Gastkommentar in der „Financial Times Deutschland“, wieso die Anbetung des Götzen „Flexibilisierung“ sich jetzt als so falsch herausstellt.
Der Professor der Ökonomie an der Universität Leuven mit dem Namen Paul de Grauwe hat das Erfolgsrezept „Flexibilisierung“ jetzt in der Krise unter die Lupe genommen und siehe: Es ist kontraproduktiv.
Er schreibt: „Wirtschaftlich erfolgreich waren Länder, die beim Warenverkehr und auf dem Arbeitsmarkt Flexibilität zuließen. Es winkte rasches Wachstum, wenn sie zuließen, dass Unternehmen ohne Einschränkung einstellen und entlassen konnten, und wenn Lohnvereinbarungen rasch der aktuellen Konjunkturlage entsprechend nach oben oder unten korrigiert werden konnten. Ökonomen entwickelten Wachstumsmodelle, die die Notwendigkeit der Flexibilität hervorhoben. Länder mit starren Regulierungen von Arbeitsmarkt und Warenhandel wurden von internationalen Organisationen angeprangert und zu "Strukturreformen" aufgefordert. Ganz fasziniert reagierte die Europäische Kommission auf die Idee der Flexibilität. Sie entwarf die Lissabon-Strategie mit dem Ziel, die EU in eine flexible Volkswirtschaft zu verwandeln. Großes Vorbild waren die USA. Dank ihrer Flexibilität galt Amerika als Land mit einem höher entwickelten Wirtschaftsmodell.“
Doch nun, in der Krise, wird die Wahrheit ans Tageslicht gebracht: Ursache des Problems ist, man hat so viele billige Kredite angeboten und nun sind viel Leute verschuldet, haben ein Auto auf Pump gekauft oder anderes. Auch Unternehmen und Banken konnten extrem leicht an scheinbar extrem billiges Geld kommen. Er sagt:
„Weisen Haushalte und Unternehmen (dazu zählen auch Banken) übermäßig hohe Schulden auf, müssen sie Vermögenswerte verkaufen. Die Preise für Vermögenswerte fallen, was Liquiditätsprobleme an anderen Stellen des Systems verschärft. Firmen sind gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen und/oder Gehälter zu kürzen. Als Folge sehen sich noch weniger Haushalte imstande, ihre Schulden zu bedienen. In einer Schuldendeflation wird der Schuldendienst der einen also dadurch erschwert, dass andere sich bemühen, ihren Schuldendienst aufrechtzuerhalten. Ursache des Problems ist der Umstand, dass das Schuldenniveau eine feste nominelle Variable ist. Muss ein Verbraucher eine Hypothek von 400.000 $ abtragen, steht diese Rückzahlungsdrohung unabhängig vom Wert seines Vermögens oder seiner Einkünfte im Raum. Das Problem bei der Schuldendeflation ist also, dass man eine starre Variable hat (den Wert der Schulden), während so viele andere Faktoren (Vermögenswert, Einkünfte, Arbeitsverhältnis) flexibel sind. Je flexibler diese Variablen, desto teuflischer gestaltet sich die Eigendynamik der Schuldendeflation und desto schwieriger wird es, die Wirtschaft aus dieser Lage herauszumanövrieren.“
Hören Sie, Herr Westerwelle? "Teuflischer!"
Wahrend sich die Flexibilisierung für fast alle bürgerliche Ökonomen als wesentliche Bedingung einer erfolgreichen Volkswirtschaft darstellte, ist sie nun, in der Krise, zu einem Instrument geworden, das die Krise vertieft, den Abschwung beschleunigt, die Krisendauer verlängert.
In Deutschland wurde die Flexibilisierung durch die SPD-Grüne-Koalition eingeführt und als hauptsächliche Leitlinie verteidigt und von den christlichen und liberalen Politikern kommentiert: „Endlich sehen die es auch ein“. Wer falsch lag, waren alle vier.
Es stellte sich heraus, man musste die deutschen Entlassungsregulierungen gar nicht verändern. Man brauchte nur das Verbot der Ketten-Arbeitsverträge mit begrenzter Dauer aufheben, die Leiharbeit freigeben und dann auf das alles noch Hartz IV setzen. Fertig war das am meisten flexibilisierte Land unter allen großen Volkswirtschaften. Denn in Deutschland gab es ja keinen Mindestlohn wie in den USA, wie in Großbritannien, wie in Frankreich, wie in Japan. Der war vorher auch gar nicht nötig gewesen, denn die Regelungen der Arbeitslosenhilfe begrenzten automatisch die Beschäftigungen mit geringer Bezahlung, denn niemand konnte zum Annehmen eines Arbeitsplatzes gezwungen werden, der nicht seiner Qualifikation entsprach.
Nun aber, mit den neuen Flexibilisierungsregeln, wurde das Fehlen des Mindestlohns zu einer Lohndumping-Spirale, die sich bis heute fortsetzt. Stundenlöhne von 5, von 4 und von 3 Euro verbreiteten sich, ganz zu schweigen von den vielen einfachen Arbeiten, die nun zu Ein-Euro-Jobs wurden.
Das hatte ab etwa 2003 begonnen und wurde zu einer Epidemie ab Januar 2005 mit der Einführung von Hartz IV. Es gelang den Flexibilisierern, Deutschland fast schlagartig zum Flexibilisierungsweltmeister zu machen. Man sehe sich nur die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung an: Exakt ab Januar 2005 gehen die Reallöhne pro Kopf rasant zurück, während genau ab diesem Zeitpunkt die Einkommen aus Vermögen und Unternehmen beginnen, noch steiler anzusteigen.
Hier kann man genau verfolgen, wie die Krise vorbereitet wurde: Seit 2002 beginnt die Produktivität zu steigen und mit ihr die Unternehmens- und Vermögenseinkommen, denn nichts von dieser Produktivität wurde an die weitergegeben, die sie auf den Schultern trugen. Dann, ab Januar 2005, griff die Flexibilisierung vollständig, die Reallöhne sinken und die Unternehmens- und Vermögendseinkommen gehen ins astronomische. Dies Ungleichgewicht musste zur Krise führen.
Fast keine neuen Arbeitsverhältnisse wurden mehr auf normaler Grundlage angeboten. Fast alle waren Teilzeit oder Zeitarbeit oder prekäre Arbeitsverhältnisse oder sogar Ein-Euro-Jobs. Damit war die größte Umverteilungsmaschinerie in der Geschichte Deutschlands vom kleinen Mann zu den Gross-Unternehmen und Superreichen in Gang gesetzt worden.
Genau damit legte man die Grundlage zur jetzigen Wirtschafts- und Finanzkrise. Einerseits wurde mit diesen Maßnahmen, die ja auch in anderen Ländern in ähnlicher Form, wenn auch nicht so extrem, eingeführt wurden, die Massenkaufkraft in massiver Form verringert. Dies ist der hauptsächliche Grund der jetzigen Überproduktionskrise auf der ökonomischen Seite: Die Massen haben nicht mehr das Geld, alle produzierten Güter zu kaufen. Es muss in der kapitalistischen Krise gesetzmässig Produktionskapital vernichtet werden, d.h. Schließen von Werken und Werksteilen.
Auf der anderen Seite hat man damit den Vermögenden die Geldmittel zugeschanzt, die Basis der jetzigen Finanzkrise sind, welche der Krise erst zu ihrem wahren Umfang verhilft. Die Unternehmen und die Privatvermögen der Superreichen wurden so aufgeblasen, dass sie verzweifelt um Anlagemöglichkeiten kämpfen mussten. Ein Anlegen in neuen Produktionskapazitäten war ja nicht möglich, denn die Menschen hatten schon so wenig Geld, dass jede weitere Aufblähung der Produktionskapazitäten zum Beginn der Überproduktionskrise geführt hatte. Da fanden sie scheinbar einen Ausweg: Man konnte extrem billige Kredite in den Markt pumpen undd sich dadurch Zinsen sichern. Die Leute, die Unternehmen, die Staaten und die Banken würden damit kaufen, was sie sich gar nicht leisten können (und man bekäme Zinsen) – und die Überproduktionskrise würde hinausgeschoben.
Und da ist sie, die Falle der Flexibilisierung: Die Schulden, die sich aufhäuften und von denen man wissen konnte, sie würden nicht zahlbar sein, waren nicht flexibel wie der Arbeitsmarkt. Mit großen Crashs wie der Pleite Islands, der von Lehman Brothers und den faktischen Pleiten von Fannie Mae und Freddie Mac begann die Finanzkrise, die nichts anderes ist als eine Krise platzender Kredite.
Nun haben wir also beides auf einmal – und aufgestaut bis zum geht nicht mehr. Die Finanzkrise und die Wirtschaftskrise, die ineinander übergehen, die sich gegenseitig hochschaukeln und die bisher noch nicht den geringsten Eindruck machen, die Abschwunggeschwindigkeit zu verringern.
Und alles soll auf unserem Rücken abgeladen werden. Die Banken, die Staaten, die eigentlich pleite sind, alles sollen wir „retten“ mit unserem Geld und zusätzlich sollen wir die Arbeit verlieren und dann auch noch als Sozialschmarotzer bezeichnet werden.
Die Frage ist nur: Wollen wir uns das gefallen lassen ? Wollen wir sie weiterhin unser Blut saugen lassen und auch noch gute Miene zum bösen Spiel machen? Wollen wir weiterhin alles bezahlen, was sie verursachen? Oder sollten wir sie nicht zum Teufel jagen und den echten Sozialismus errichten, in dem wir das Sagen haben?
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Auszug von duckhome
Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen
"Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen" lautet der angebliche Grundsatz der Leibniz-Gemeinschaft, und er ist nicht die einzige Lüge dieses Haufens.
von Jochen Hoff
Die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V., kurz "Leibniz-Gemeinschaft", vereint heute unter ihrem Dach 86 Einrichtungen, die Forschung betreiben oder wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen. Rund 6.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Wirtschafts-, Raumwissenschaften und Lebenswissenschaften ebenso wie in der Mathematik, den Natur- und Ingenieurswissenschaften sowie der Umweltforschung. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute mehr als 14.000 Menschen bei einem Jahresetat von über einer Milliarde Euro.
Die Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich durch die große Vielfalt der in den Instituten bearbeiteten Themen ebenso wie durch ihre dezentrale Organisationsform aus: Ihre Einrichtungen sind in den meisten Fällen wissenschaftlich und organisatorisch unabhängig. Sie betreiben strategische, themenorientierte Forschung. Ihr Anspruch orientiert sich immer an wissenschaftlicher Exzellenz sowie gesellschaftlicher Relevanz.
Ja, die gesellschaftliche Relevanz. Relevant ist, was dem Großkapital nützt und die Umverteilung von unten nach oben begünstigt. Zu diesem Zweck werden der Politik pseudowissenschaftliche Vorgaben vorgelegt, die letztendlich nur zur Förderung des irrsinnigen Neoliberalismus dienen.
Im wiedervereinigten Deutschland gibt es die Leibniz-Gemeinschaft, die dem Staat Empfehlungen gibt, welche wissenschaftlichen Institute förderungswürdig sind. Auf dem volkswirtschaftlichen Sektor sind das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung (ifo), das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) im Rahmen der Leibniz-Gemeinschaft organisiert. Dadurch kommen diese Institute in den Vorzug, staatliche Fördergelder zu bekommen – im Jahre 2006 flossen so insgesamt 1,1 Mrd. Euro in die Leibniz-Institute. Betrachtet man die Lehre der vier steuerlich geförderten Wirtschaftsinstitute, so mag dies überraschen, zeichnen diese sich doch vor allem durch eine einseitige ideologische Ausrichtung in Richtung „Neoliberalismus“ aus. Inhaltliche Differenzen zu Instituten, die wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) direkt von der Wirtschaft finanziert werden, sind – wenn überhaupt – marginal. Dies ist nicht unproblematisch, da diese Institute als Think-Tanks fungieren und Politik und Öffentlichkeit ideologisch beeinflussen.
Geht es nach der Leibniz-Gesellschaft, so soll zukünftig das ifo-Institut – unter der Leitung des berühmt-berüchtigten Hans-Werner Sinn – nun die höchsten Weihen erhalten und über die Evaluierung als „Forschungseinrichtung“ in den Genuss von noch mehr Steuergeldern kommen.
Es ist natürlich nicht zufällig, dass die Leibniz-Gemeinschaft die neoliberalen Lügner fördert, hängt sie doch selbst einem Weltbild an, dass sich eher feudal, als gemeinschaftlich gibt.
Die typische Leibniz-Einrichtung ist eine kompakte und flexible Exzellenzeinheit. Jede Leibniz-Einrichtung ist auf thematisch definierten, zukunftsweisenden Forschungsfeldern tätig. Die Bearbeitung der Thematik erfolgt interdisziplinär, in wissenschaftlicher Freiheit und unter strategischen Gesichtspunkten: Die Forschungsaufgaben der Leibniz-Einrichtungen liegen zwischen der erkenntnisorientierten Grundlagenforschung und der angewandten Forschung und schlagen eine Brücke dazwischen. Sie kooperieren mit Hochschulen, Einrichtungen anderer Forschungsorganisationen und Wirtschaftsunternehmen auf nationaler und internationaler Ebene.
Leibniz-Einrichtungen forschen komplementär zur universitären Forschung. Die enge Zusammenarbeit wird auch von der gegenwärtigen Exzellenzinitiative gespiegelt. Sie fördert Exzellenzcluster, Graduiertenschulen und herausragende Zukunftskonzepte.
Wir alle wissen, dass die Exzellenzarie ein Produkt der Familie Mohn/Bertelsmann ist, die über Studiengebühren und abgehobene Eliten der breiten Masse den Zugang zur Bildung verbieten will, um nicht zugeben zu müssen, dass die eigene miserable Erziehung, wie bei Christoph Mohn, Menschen schafft, die auch mit Unmengen von Geld kein Unternehmen führen können. Es geht um eine Elite der Nichtskönner, die nur dadurch zur Elite wird, dass sie sich selbst als solche sieht.
Die Leibniz-Gemeinschaft braucht ein solches Elitedenken, weil ihre Tätigkeit eben nicht komplementär, sondern abstauberisch ist, wenn überhaupt eine Forschungstätigkeit erbracht wird. Normale, nicht so phänomenal geförderte Universitäten sollen ausgetrocknet werden - und sei es um den Preis, dass ihre wissentschaftliche Arbeit in einem Exzellenzcluster beerdigt und anderen zugeordnet wird. Die Leibniz-Gemeinschaft, wie die Neoliberalen an sich, fürchtet nichts so sehr wie Wettbewerb. Das liegt einfach daran, dass sie dem Wettbewerb nicht standhalten, weil sie keine eigene Leistung erbringen, sondern nur parasitär von der Leistung anderer leben.
Die Wirtschaftsforschungsgesellschaften und insbesondere Prof. Sinns Unsinn sind solch ein typisches Beispiel. Gerade ist ihnen ihr Wirtschaftssystem mit einem bisherigen Schaden von 40 Billionen Euro um die Ohren geflogen, aber trotzdem wird ihre völlig falsche Denkweise über die Leibniz-Gemeinschaft gefördert, die sich vielleicht einmal an einer Fachhochschule von einem Betriebswirtschaftler erklären lassen sollte, was eine Bilanz ist und was ein Bilanzbetrug.
Aber die Leibniz-Gemeinschaft ist nicht lernfähig. Selbst Aussagen von anerkannten anderen Wissenschaftlern werden sie nicht zum Umdenken bringen, weil sie Propaganda betreiben und nicht forschen. Sie sind Knechte oder willige Helfer des Großkapitals und opfern dafür jeden wissenschaftlichen Anspruch. Wie es anders geht und auch bei uns gehen müsste beschreibt Karl Weiss.(siehe oben)
Eigentlich lagen die Tatsachen ja schon lange auf dem Tisch, es wollte sie nur niemand sehen. Die 1,1 Milliarden Euro, die die Leibniz-Gemeinschaft ohne sinnvolle Gegenleistung frisst, können vollständig eingespart werden. Sie wären besser in Schulen, Hochschulen und normalen Universitäten angelegt. So sollten damit die Studiengebühren ersetzt werden.
Gleichzeitig ist es aber auch notwendig die sogenannten Wirtschaftsforschungsinstitute als das zu entlarven, was sie sind: Fehlerhafte Wahrsager oder übelste Demagogen, die nur darauf abzielen, die Menschen zu täuschen und um ihren Arbeitslohn zu betrügen. Da es sich dabei um gewerbsmäßigen Betrug handelt, wäre die Staatsanwaltschaft gefordert, zumindest bei den genannten Instituten einmal nachzusehen, wie deren Ergebnisse zustande kamen und was sie bewirken sollten und bewirkt haben.
Sie haben in Deutschland zu Reallohnsenkungen, Angst und Hoffnunsgslosigkeit geführt. Das sollte bei einer Strafbemessung dringend berücksichtigt werden. Die Angst der Millionen ist nicht wieder gutzumachen. Da hilft nur eine drastische Abschreckung vor Nachahmungstätern.
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Nachtrag:
Auszug von duckhome
Die Leibniz-Gemeinschaft klagt zurück
von Jochen Hoff
Gestern am späten Nachmittag erreichte mich auf den Artikel Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen ein aufgeregter Anruf eines Adrian Grüter, LL.M. von der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. der mir sagte, dass er mir eine E-Mail geschrieben habe, die aber natürlich noch nicht in meinem Computer angekommen war.
Dann sprach er von 14.000 Leibniz-Mitarbeitern, die ich beleidigt hätte, und davon, dass ich die Freiheit der Wissenschaft unterdrücke und überhaupt gegen Universitäten sei. Als er dann noch erwähnte, dass ich wohl auch die Helmholtz-Gesellschaft auflösen wolle, wurde ich böse und habe ihm erklärt, dass ich die selbstverständlich aufgelöst sehen will. In Asse II kann sich jeder ansehen, was die Helmholtz-Gesellschaft angerichtet hat. Wer auf die Situation der Menschen in Deutschland, vor allem der Arbeiter, Arbeitslosen, Schwachen und Kranken sieht, der weiß, was die Leibnitz-Gemeinschaft den Menschen antut. Auf Dauer dürfte Helmholtz wohl schlimmer sein, aber im Moment ist der Schaden durch Leibnitz bei weitem größer.
Heute Morgen war dann auch die Mail da. Arrogant, wie ich sie nicht anders erwartet hatte. Selbstverständlich veröffentliche ich diese Mail hier und werde auch alle anderen Schreiben der Leibniz-Gemeinschaft oder Schriftsätze von deren Anwälten veröffentlichen. Das ist eine Frage des Selbstschutzes. Gegen eine Organisation, die 1,1 Milliarden Mittel aus Steuergeldern verteilen kann, ist ein Bürger nämlich machtlos. Es sei denn, es gibt wenigstens eine geringe Öffentlichkeit.
Sehr geehrter Herr Hoff,
ich forder Sie hiermit auf, Ihren auf Ihrer Internetseite http://www.duckhome.de am 12. März 2009 erschienenen Artikel „Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen“,
abrufbar unte dem Link: http://www.duckhome.de/tb/archives/5697-Theoria-cum-praxi-Wissenschaft-zum-Nutzen-und-Wohl-der-Menschen.html
unverzüglich zu löschen.
In diesem Artikel beleidigen Sie 14.000 Menschen, die in den Forschungseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft tätig sind und Tag für Tag zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik, von Europa und der Welt, Forschungsleistungen auf höchstem wissenschaftlichen Niveau, welche durch nationale und internationale Experten in einem regelmäßigen Rhythmus begutachtet und bestätigt werden, erbringen. Neben der Wirtschaftsforschung betreiben unsere Einrichtungen Forschung auf dem Gebiet der Umweltwissenschaften ( u.a. Klimawandel, Tropenökologie, Gewässerokologie, Meereswissenschaften) , der Lebenswissenschaft ( u.a. Ernährungswissenschaft, Infektionsbiologie, Immunologie, Reuhma, Diabetes, Arbeitsphysiologie), der Geisteswissenschaften (Deutsches Bergbaumusseum, Germanisches Nationalmuseum, Deutsches Museum, Deutsches Schiffahrtsmuseum, Institut für Zeitgeschichte, Römisch-Germanisches Zentralmuseum Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte), der Natur- und Ingenieurwissenschaften (u.a. Atmosphärenphysik, Sonnenphysik, Festkörper und Werkstoffforschung, Plasmaforschung) und weiterer, wichtiger Forschungsgebiete.
Sie bezichtigen einen jeden Mitarbeiter der Leibniz Einrichtungen „der Lüge“, des „gewerbsmäßigen Betruges“ und bezeichnen die Mitarbeiter zudem auf abschätzendste Weise als „Haufen“.
Sollte dieser Artikel nicht bis zum morgigen Tage, 13.03.2009, 12:00 Uhr vom Netz genommen sein oder die in gröbster Weise, beleidigenden und verleumderischen Äußerungen herausgenommen worden sein, sehen wir uns gezwungen, die notwendigen rechtlichen Schritte gegen Sie einzuleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Adrian Grüter
Die Methode ist klar. Ähnlich wie bei Helmholtz, wo ja auch das Alfred-Wegner-Institut angebunden ist, welches ich persönlich sehr schätze, soll mit dem Beispiel von unverfänglicher Forschung von den Schadfällen abgelenkt werden. Wir sollen Asse II gegen die Polarforschung aufrechnen und damit keine Handhabe zur Kritik mehr haben. Aber diese Lesart werde ich nicht mittragen.
Wenn ich bei Leibniz von einem Haufen spreche, ist Herr Grüter beleidigt. Haufen ist die deutsche Übersetzung des Wortes Cluster, welches auf der Website des Unternehmens ständig positiv bewertet wird. Selbstverständlich ist es eine Lüge, seine Tätigkeit in "Theoria cum praxi" als "Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen" zu bezeichnen, wenn man gleichzeitig die vielfach widerlegten und in eigenen Kreisen höchst umstrittenen Aussagen des Prof. Sinn vom ifo-Instituts für besonders förderungswürdig erklärt.
Sinn und die anderen sogenannten Wirtschaftswissenschaftsinstitute in der Leibniz-Gemeinschaft haben durch ihre "wissenschaftlichen Erkenntnisse" die Politik dahingehend beeinflusst, dass die Reallöhne in Deutschland gefallen sind, die Menschen in die Teilzeitarbeit, eine andere, grausame Form des Tagelöhnertums gezwängt wurden und dass die Schutzmassnahmen vor Kündigung und mieser Behandlung weit zurückgefahren wurden. Gleichzeitig wurde das System der Sozialversicherungen ausgehöhlt.
Diese Wissenschaft war keine Wissenschaft, sondern Propaganda - also Lüge. Die Folge ist, dass wir den Binnenkonsum zugunsten des Exportes gedrückt haben, was jedoch nur zur Gewinnakkumulation bei den Superreichen führte und dazu, dass wir jetzt auch mit der Binnenwirtschaft vor einem Scherbenhaufen stehen.
Den gewerbsmäßigen Betrug habe ich genau diesen Instituten vorgeworfen, und mir fällt auch keine andere Wortwahl ein. Jede Jahrmarktswahrsagerin macht das gleiche, allerdings billiger - und sie hat zumindest eine Katze und eine Glaskugel.
Gleichzeitig ist es aber auch notwendig, die sogenannten Wirtschaftsforschungsinstitute als das zu entlarven, was sie sind: Fehlerhafte Wahrsager oder übelste Demagogen, die nur darauf abzielen, die Menschen zu täuschen und um ihren Arbeitslohn zu betrügen. Da es sich dabei um gewerbsmäßigen Betrug handelt, wäre die Staatsanwaltschaft gefordert, zumindest bei den genannten Instituten einmal nachzusehen, wie deren Ergebnisse zustande kamen und was sie bewirken sollten und bewirkt haben.
Sie haben in Deutschland zu Reallohnsenkungen, Angst und Hoffnunsgslosigkeit geführt. Das sollte bei einer Strafbemessung dringend berücksichtigt werden. Die Angst der Millionen ist nicht wieder gutzumachen. Da hilft nur eine drastische Abschreckung vor Nachahmungstätern.
Natürlich werde ich eine einstweilige Verfügung bekommen, gar keine Frage. Einen Richter, der die unterschreibt, haben die Herren von der Leibniz-Gemeinschaft sicher in petto. Allerdings wird das nichts ändern. Mein Artikel ist in der Zwischenzeit etliche Male im Internet von anderen, mir unbekannten Personen kopiert worden. Ich selber werde ohne Gerichtsbeschluss inhaltlich kein Jota ändern und mich dann bis zum europäischen Gerichtshof wehren.
Die Leibniz-Gemeinschaft mag stark sein, aber die Zeit spielt gegen sie und die von ihr geförderten Propagandainstitute. Es ist überhaupt nicht mehr die Zeit für diese seltsamen Exzellenz- und Elite-Denkerei. Die Herrschaften, die die Karre weltweit in den Dreck gefahren haben, werden sie nicht herausholen. Selbst dann nicht, wenn sie die Staatsverschuldung verzehnfachen. Sie sind schon gescheitert und wollen es nur nicht wahrhaben. Dieses Form des Kapitalismus ist zu Ende.
Deutschland hat nur einen Rohstoff, der wirklich zählt. Das ist Bildung. Bildung für jedermann. Für die Schwachen, die wir notfalls mehrmals in ihrem Leben an die Hand nehmen müssen, und für die Starken, denen wir alle Möglichkeiten eröffnen müssen. Aber nicht als scheinbarer Elite. Sie sind gleiche Teile der Gesellschaft. Der große Starke kann morgen schon krank und schwach sein.
Wenn wir die falschen Eliten wie Helmholtz und Leibniz auflösen, werden Mittel frei, die wir in wirklicher Breite in die Universitäten stecken können. Nicht Leibniz muss die Haufen, Verzeihung: "Cluster" bilden, sondern diese müssen in Freiheit entstehen. Freiheit, die wir unbedingt an allen Punkten unseres Landes brauchen. (Schön wären dazu auch noch ehrliche Politiker.)
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