Auszug von duckhome
Weltwirtschaftskrise - Unmögliche Bankenrettung und sterbende Währungen
von Jochen Hoff
So langsam haben die Zweifel auch die fast unbelehrbaren erreicht. Weltweit sind Milliarden für die Rettung von Banken ausgegeben worden, aber weder wurde dabei auch nur eine Bank gerettet, noch löste sich die Kreditklemme. Milliarden für die Katz, oder schlimmer, als neues Spielgeld für das Großkapital in neuen Casinos. Diese Entwicklung war von klugen Leuten ja schon lange vorhergesagt worden, aber die Gier des Großkapitals konnte die Regierungen leicht überzeugen, weitere Steuergelder zu verschwenden.
Allerdings war wohl auch den gekauften Politikern nicht klar, wie das Spiel laufen würde. Sie hatten gehofft, dass die Milliarden wenigstens ansatzweise als Kredite in die Realwirtschaft fließen würden. Aber natürlich war das nicht so. Die Finanzwirtschaft und das Großkapital hatten sich doch schon lange von der Realwirtschaft abgewendet, weil Bankster wie Josef Ackermann 25 Prozent Rendite wollten, die mit keinem ehrlichen Geschäft erzielt werden können.
Genauso unehrlich machten die Bankster und ihre Auftraggeber auch weiter. Anstatt reinen Tisch zu machen und die Karten auf den Tisch zu legen, wurde weiter gelogen. Hypo Real Estate, Commerzbank aber vor allem Josef Ackermann und die Deutsche Bank, ließen ihre Kunden, Aktionäre und die gekauften Politiker weiterhin im Dunkeln. Jeder Eurocent den sie entweder als direkte Hilfe oder über so ekelhafte Konstruktionen wie den Postbank Deal widerrechtlich bekamen, wurde sofort aus der Wirtschaft gezogen.
Tatsächlich haben die Banken rund um die Welt die Kreditzügel für die reale Wirtschaft massiv angezogen, was zur Folge hat, dass in jedem Land Hunderttausende von Menschen arbeitslos werden, in China und Indien betrifft es Millionen. Dies ist übrigens erst der Anfang, da jeder Euro der den Banken gegeben wird, nur dazu dient, ihre Verluste weiter zu schönen.
Allerdings gibt es Regierungen, die dies noch nicht begreifen wollen. So wird die Hypo Real Estate nun von der Regierung Merkel verstaatlicht. Fünfzig Prozent plus eine Aktie, aber natürlich wird auch dann nicht in die Bücher geschaut, sondern einfach weiter Steuergelder verbrannt. Frau Merkel betrügt direkt die Deutschen zugunsten des Großkapitals. Sie hilft vor allem als Mittäterin bei weiteren Betrügereien.
In England versucht Brown dass gleiche, bis er endlich aus dem Amt gejagt wird. Aber England spielt vermutlich schon keine Rolle mehr, da weder das Pfund Sterling noch zu retten sein dürfte, wie der ganze englische Staat. Achtung ist nur geboten, wenn die Engländer jetzt plötzlich den Euro wollen. Das ist nicht im Sinne Europas und der Eurozone. Richtig wäre es England zumindest zeitweise aus der EU auszuschließen, um ihnen Gelegenheit zu geben, sich selbst zu konsolidieren.
In den USA hat Barack Obama das ständige weiter so, mit immer neuen Milliarden für die Banken zunächst einmal gestoppt und will ein Gesamtpaket entwickeln, bei dem eine stärkere Regulierung des Finanzwesens, zusammen mit härteren Repressalien für die Banken und Versicherungen die Staatshilfe benötigen, die Manager zur Vernunft zwingen soll. Der Glaube stirbt bekanntlich zuletzt.
Auch die EU zweifelt mittlerweile an dem bisherigen Weg der Bankenrettung. EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia sieht eine zweite Welle der Bankenrettung auf die Welt zukommen und fordert härtere Bedingungen für Banken und Versicherungen um sicherzustellen, dass die Mittel auch wieder in der Realwirtschaft ankommen. Zwar sieht er damit deutlich größere Gefahren als Axel Weber von der Bundesbank, der ja die Banken schon als gerettet betrachtet und den Aufschwung praktisch vor der Nase hat, aber von der Wahrheit dürfte er auch noch weit entfernt sein.
Vermutlich müssten nach dem bisherigen System noch mindestens vier weitere Rettungsrunden erfolgen, bis die Wahrheit auf dem Tisch ist. Das ließe sich allerdings beschleunigen, wenn die Finanzinvestments ab sofort mit aktuellen Verkaufspreisen in die Bücher müssten. Für "Wertpapiere" ohne Wert dürfte dort dann nur eine Null erscheinen und das würde allen klar machen, dass die Banken nicht zu retten sind.
So ziemlich alle Experten sind sich einig, dass noch viel Geld notwendig sein wird, bis wieder normale Verhältnisse möglich sind. Dieses Geld kann allerdings nur aus den Druckereien der Notenbanken kommen und es wird in ungebändigtem Fluss kommen und die Währungen zerstören.
Das beste Indiz dafür ist die Entwicklung der Credit Default Swaps, die eine Art Versicherung gegen Forderungsausfall darstellen sollen. So ist es heute schon soweit, dass bei einigen Firmen um die Hälfte weniger für eine derartige Versicherung bezahlt werden muss, als für die USA oder England. Natürlich ist das wieder eine neue Blase, in die zur Zeit die Milliarden fließen, die, die Nationalstaaten für die Rettung ihrer Banken und Versicherungen, oder besser des Großkapitals ausgeben hat.
Andererseits zeigt sich da auch eine Bewertung des Risikos. Natürlich könnte niemand die versicherten Summen auszahlen, nachdem die USA Bankrott wären. Allerdings trifft dies bei England nicht zu. Gleichzeitig könnten die Credit Default Swaps auch eine Waffe werden, mit der sich die Eurozone aufbrechen ließe. Portugal, Spanien, Italien und Griechenland könnten schnell gezwungen werden, auszusteigen um mit einer höheren Inflation, die Folgen für die eigene Bevölkerung zu dämpfen.
Tatsächlich wird es nach Island noch eine Reihe von Staaten auch im asiatischen Raum geben, die in Gefahr sind. Nachdem Obama gegenüber China die Faust gehoben hat, muss sich auch China fürchten. Nach dem chinesischen Neujahrsfest kommen jetzt die Wanderarbeiter zurück und Millionen die nicht schon vor dem Fest entlassen wurden, werden feststellen, dass es ihre Arbeitsplätze nicht mehr gibt.
Damit kommt für die staatskapitalistische Diktatur in China der Moment der Wahrheit. Entweder wirft China seine Dollarreserven auf den Markt um damit kurzfristig eine Binnenkonjunktur, zumindest als Scheinblüte zu erzeugen, oder es muss diese Mittel angreifen, um mit Gewalt die Bevölkerung ruhig zu halten. Letzteres würde zwar länger dauern, aber das System in China auch nicht retten.
Deshalb ist es wahrscheinlich, dass China seine wertlosen Dollarreserven und die US-Bonds auf den Markt werfen muss, was vermutlich auch andere dazu zwingen wird, dass gleiche zu tun. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass damit ein Teufelskreis eröffnet wird, der am Ende die USA zu einer Währungsreform zwingt.
Um die Währungen zu schützen, müsste die Bankenkrise und die der institutionellen Anleger durch ehrliche Buchhaltung schnell beendet werden. Es ist besser die Blasen schnell platzen zu lassen, als in einem endlosen Todeskampf jede vernünftige Möglichkeit die noch existiert zu zerstören. Anstatt das Geld ins Großkapital zu stopfen muss die Binnenkonjunktur gefördert werden. Das funktioniert am besten durch direkte Erhöhung von Kindergeld, Hartz IV, Reichensteuer, Rentenanhebung, Wohngeld und eine rigide Besteuerung von Derrivaten und Wetten jeder Art an den Börsen.
Gleichzeitig sollte die dauerhafte Anlage von Geld in Unternehmen, auch in nicht börsennotierten erleichtert werden, solange das Kapital das Risiko voll mit trägt. Staatliche Banken sollten laufende, bediente Kredite bei Problemen einfach übernehmen und die Banken und Versicherungen untergehen lassen.
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Auszug von duckhome
Weltwirtschaftskrise - Ekelhafte Eliten
von Jochen Hoff
Das dreisteste Stück Dreck ist wohl Richard Fuld, der Ex-Chef von Lehman Brothers. Der, der mit seiner endlosen Gier nicht nur Millionen Anleger überall auf der Welt in den Ruin getrieben hat und dessen Unfähigkeit zu ehrlichen Geschäften jeden Deutschen 150 Euro neue Schulden kosten, weil sich Merkel und Steinbrück gerne mit diesen angeblichen Eliten im gleichen Dreck wälzen.
Bei Fuld kommen noch dazu die Abschreibungen, die die sogenannten institutionellen Anleger auf Kosten der Steuerzahler tätigen, um ihre Verluste nicht selber tragen zu müssen. Dieser Typ hat sich aber zum Glück selbst ein Bein gestellt. Um seine 100-Millionen-Dollar-Villa nicht zu verlieren, falls er doch einmal zur Verantwortung gezogen würde, hat er diese Villa für 100 Dollar an seine Ehefrau verkauft. So sieht neoliberale Verantwortlichkeit aus.
In der Schweiz, bei der UBS, geht es genauso lustig zu. Während die UBS 20 Milliarden Franken zugegebener Verluste in 2008 eingefahren hat, bekommen die Helden, die diesen Verlust produzierten, 2 Milliarden Franken an Boni. Belohnung dafür, dass sie keine anständigen Geschäfte machen wollten, sondern lieber von Gier und Spekulation lebten.
Gleichzeitig hat die Unterstützung der UBS die Schweizer Nationalbank (SNB) ins Wanken gebracht. Zurzeit wird ein Verlust von 4,8 Milliarden und die Halbierung der Eigenkapitalquote zugegeben. Allerdings ist dies noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn eigentlich ist eine echte Bewertung der von der UBS übernommenen Papiere von 20 Milliarden Franken nicht möglich. Das heißt, möglich wäre sie schon, aber dann würde der Verlust der SNB genau um diese 20 Milliarden steigen.
Die Schweizer sind wütend. Den Tagesanzeiger erreichten 4.000 Leserbriefe. Aber nützen wird das den Schweizern nichts. Die UBS wird weiter gestützt werden und andere Schweizer Banken und Versicherungen werden folgen. Am Ende wird der Schweizer Franken sterben, wie das englische Pfund. Aber den Herren und Damen von der UBS wird es gut gehen. Nur keine Sorge. Die letzten Boni zahlt dann die Schweizer Sterbeversicherung.
In Deutschland tritt der neue Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, als neues Ekel in die Spuren seiner Vorgänger, die auch nichts für die Menschen übrig hatten. Er fängt gleich damit an, dass er der Regierung vorschreibt, doch ja keine neuen Konjunkturprogramme auf Pump zu machen, sondern das Geld gleich als Steuererleichterung an die Superreichen auszuschütten. Er möchte nämlich, dass die Leistungsträger endlich einmal profitieren.
Unter Leistungsträgern versteht er vermutlich Mohn/Bertelsmann, Ackermann, Peter Hartz, von Pierer und all die vielen, die außer Entlassen nichts konnten, die Firmen zerschlugen und den arbeitenden Menschen das Geld stahlen. Der BDI hat seit Herrn Henkel niemanden mehr gehabt, dem zuzutrauen wäre, dass er eine Bierflasche eigenständig öffnen könnte. Keitel gehört zu den Lobbyorganisationen, die sich noch dazu auf Kosten des Steuerzahlers finanzieren. Er ist ekelerregend.
Aber es kommt in Deutschland ja immer noch besser. Axel Weber, der Typ der so tut, als leite er die Bundesbank und der demnächst in die Europäische Zentralbank befördert werden soll, sieht überhaupt gar keine Probleme mit der Arbeitslosigkeit. Er rechnet nicht mit steigender Arbeitslosigkeit, weil die Unternehmen ja so furchtbar gut gerüstet seien.
Wahrscheinlich sollte er mal seinen Vorleser oder die Droge wechseln. Momentan sind in Deutschland 285.000 Arbeitsplätze bereits weg. Dass Philips mal eben weitere 6.000 Arbeitnehmer entlassen wird, sieht er nicht so dramatisch, weil die ja im wesentlichen nicht in Deutschland anfallen werden. Die 7.000, die in Deutschland schon entlassen wurden, zählen für Leute wie Weber ja bereits nicht mehr. Vergangenheit. So wie ihn die 7.000 Menschen, die bei der ING und ihren deutschen Töchtern jetzt arbeitslos werden, auch nicht interessieren. Es geht ihm um Größeres, es geht ihm um seiner selbst.
Vor allem um sich selbst geht es auch einem anderen ekeligen Leistungsträger, dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, der vehement eine Bad Bank und natürlich auch Steuererleichterungen für die Reichen fordert und auch nicht abgeneigt ist, Daimler ein paar Milliarden Steuergelder in den fetten Arsch zu blasen. Für Oettinger geht es ums Überleben.
Nachdem er den Lobpreis des Himmels über den Nazimordrichter Hans Filbinger ausgeschüttet hatte und dann allerdings zurückrudern musste, geht es ihm politisch schlecht. Deshalb versucht er, neue, zwar ebenso unhaltbare Positionen aufzubauen, an denen er sich aus dem Loch ziehen will. So braucht er eine Bad Bank, um seine Landesbank Baden-Württemberg am Leben erhalten zu können, nachdem Horst Seehofer den Gedanken einer Südbank bereits lächelnd abgelehnt hatte.
Selbst Seehofer, dem man kein Schnellmerkertum vorwerfen kann, hat begriffen, dass die Addition von Toten kein neues Leben schafft. Außerdem ist jeder Euro, den Oettinger freibekommt, ein Euro, den er in Daimler steckt und damit BMW und Audi schadet. Es gibt keine Südbank - schon mangels gleicher Interessen, vor allem aber aus purer Not.
Nicht nur ekelhaft, sondern geradezu pervers ist allerdings der neueste Trend, dem Familienunternehmen Schaeffler, das sich bei der Übernahme von Continental verhoben hat und wohl auch aus politischem Interesse stark benachteiligt wurde, nun mit Mitteln des Steuerzahlers zu unterstützen. Denn auch wenn die Übernahme an sich sinnvoll ist, ist sie ein kapitalistisches Wagnis. Ein Wagnis, bei dem man verlieren kann.
Wer wie die Schaeffler-Gruppe ein solches Wagnis eingeht, tut es, um einen großen Gewinn zu erzielen. Gibt es stattdessen einen Verlust, dann muss auch dieser hingenommen werden. Ohne Klagen und Wehgeschrei. Wenn das die Insolvenz bedeutet, dann bedeutet es eben die Insolvenz. Der Staat sollte an dieser Stelle das insolvente Unternehmen von den bisherigen Eignern direkt mit dem Wert Null übernehmen und weiterführen, aber dann möglichst zügig an die Börse bringen und den Ertrag zur Minderung der Staatsschulden verwenden.
Wenn ein Spekulant versagt, muss er die Lasten tragen. Nicht das Unternehmen, nicht die Arbeitnehmer, sondern in diesem Fall die Schaefflers und ihre Helfer auf der Aktionärsseite bei Conti. Das ist Wirtschaft. Niemand greift einem arbeitslosen Häuslebesitzer unter die Arme, warum also den Schaefflers und anderen Superreichen?
Allerdings werden sie schon bald im Geldsegen ertrinken. Hannes Rehm wird neuer Soffin-Chef. Nach dem Helaba-Versager kommt nun der Versager von der Nord LB an die Spitze des Bankenrettungsteams. Da wird das Geld praktisch mit Großpumpen in die Venen des Großkapitals gepumpt, das es dann in irgendwelchen Steueroasen oder neuen Spielcasinos ausgibt.
Das ist eben die Politik der Merkel/Steinbrücks: Gebt den Reichen alles! Sinn und Verstand sind weniger denn je gefragt. Wobei es vielleicht eine Beleidigung des Wortes Verstand ist, es mit Frau Merkel in einem Satz zu verwenden. Man kann sich nur noch vor Ekel schütteln. Es reicht auch nicht mehr, die Hand vor Wut in der Tasche zu ballen. Man sollte dem Beispiel Islands folgen. Die haben wenigstens ihre Regierung gestürzt. Sie wollten Neuwahlen sofort. Die Deutschen eigentlich auch.
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