Auszug von duckhome
Weltwirtschaftskrise - Neue Forderungen nach Subvention überall
von Jochen Hoff
Nun hat sich auch die US-Stahlbranche gemeldet und fordert mal eben 500 Milliarden für dieses Jahr und weitere 500 Milliarden für 2010, die in Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben werden sollen. Eine nette Idee. Das würde die Gewinne der Bauwirtschaft und die der Stahlbranche sicherlich retten und einigen wenigen Arbeitnehmern, natürlich bei niederigeren Stundenlöhnen, zu Arbeit verhelfen. Natürlich müssen die Stundenlöhne sinken. Schließlich hat man doch eine Krise.
Da die FED den Zins nicht mehr senken kann, obwohl ein Minuszins doch mal eine nette Sache wäre, muss sie jetzt auf andere Art Geld in den Markt pumpen. Dazu kauft sie faule Hypothekenpapiere. Zunächst für 500 Milliarden Dollar. Das ist gut für die Besitzer dieser Papiere. Ändert aber nichts an der Situation der Hausbesitzer in den USA. Die sind weiterhin erledigt. Die erhoffte Bodenbildung beim Preisverfall konnte nicht einsetzen, weil die Kreditklemme schon so fest sitzt, das nichts mehr geht.
Das englische Pfund rauscht in den Keller. Auch wenn es noch pari mit dem Euro ist, gehen Experten von einem Jahresschnitt bei 80 Cent aus. Das bedeutet für die Briten, dass sie für ihre Importe immer mehr bezahlen müssen, während ihre Häuser immer weniger wert werden und nach den Polen und Rumänen nun auch die asiatischen Gastarbeiter immer mehr das Land verlassen. Die private britische Verschuldung ist schon jetzt doppelt so hoch wie auf dem Kontinent. Die Hauspreise werden weiter fallen und ein Ende ist nicht in Sicht.
Es gibt für die Briten auch keinen Silberstreif am Horizont. Ihr Hauptstandbein war der Finanzmarkt, und der ist in vielen Teilen einfach nicht mehr existent. Noch ist es zwar nur ein dünner Strahl an Entlassungen, aber im ersten Quartal 2009 dürfte sich die Anzahl der im Finanzmarkt Beschäftigten halbieren.
Spanien versucht zur Zeit alles, um seine Immobilienkrise flach zu halten. Wie lange dies gut geht, weiß allerdings niemand. Auch Portugal hält noch erstaunlich gut durch. Die Aufstände in Athen haben den Blick auf die dortige Krise etwas verstellt, aber auch da kommt noch einiges.
In der gesamten Eurozone schrumpft die Industrie, in Deutschland so stark wie noch nie. Der Grund sind weltweit fehlende Folgeaufträge. Dies trifft zuerst die Maschinen- und Anlagenbauer, denen die weltweite Automoblikrise zusätzlich noch zusetzt. Aber im Endeffekt trifft es auch die Konsumgüterindustrie, weil die Leute wegen oder aus Angst vor Arbeitslosigkeit und weiteren Lohnkürzungen einfach kein Geld mehr haben.
Da wundert es auch nicht, dass in den USA die weltweit drittgrößte Chemiebude Lyondell-Basell wahrscheinlich in die Insolvenz geht. Chapter eleven und Milliarden vom Staat sollen helfen. Milliarden vom Staat wollen auch die deutschen Automobilbauer. Zunächst einmal nur für ihre Banken, damit die weiter das Leasing für die großen Industrieflotten subventionieren können. Zwar werden im Laufe der Rezession die Preise für Gebrauchtwagen noch weiter sinken, aber dann kann der Staat ja neues Geld nachschieben.
Irgendwer wird jetzt natürlich darauf hinweisen, dass die Börse doch gestern gut gelaufen sei. Wahrscheinlich sei alles doch schon eingepreist. Wer so denkt, begreift nicht, dass die Banken genug Geld haben, um immer mal wieder die Kurse zu manipulieren und ein paar Privatanleger an die Börse zu locken, um denen schnell und wirkungsvoll das Geld abzunehmen. Die billigen Kredite der Notenbanken fordern dieses Spiel ja geradezu heraus.
Die Börse wird in 2009 auf unter 2.200 Punkte fallen. Das ist die Basislinie, von der aus all die Blasen gestartet sind und dürfte vermutlich die wahre Realität abbilden. Wer dies nicht glauben will, sollte dem Börsenhändler Dirk Müller glauben, der ebenfalls vor Aktien warnt, ohne den Tiefstkurs zu benennen.
Eigentlich gibt es im Moment nur eine Frage. Wann bricht der Dollar zusammen? Ohne Obamas Milliardenpläne zu berücksichtigen, stecken bereits jetzt 8.800 Milliarden Dollar in der Rettung aus der Finanzkrise. 500 weitere kommen gerade dazu. Das bedeutet das die USA rund 3.000 Milliarden Dollar an Staatsanleihen aufnehmen müsste, die wahrscheinlich aber keiner haben will.
Noch ist das für die USA kein Problem. Die FED wird die Staatsanleihen einfach kaufen und dafür neues Geld drucken. Bisher steht die US-Verschuldung bei ungefähr 13 Prozent des Bruttoinlandprodukts, während in Europa nur 3 Prozent erlaubt sind. Die 20 Prozent dürften wohl in 2009 erreicht werden. Irgendwann werden China und Russland, aber auch die arabischen Länder die Verluste im Dollar nicht mehr ertragen können. Schließlich sind die US-Staatsanleihen das, was sie für Öl und andere Produkte bekamen. Und diese Staatsanleihen werden immer schneller wertlos.
Tatsächlich greift das klassische Mittel der Inflation auch nicht mehr, weil selbst ein paar Jahre mit starker Inflation zwar den Wert des Dollars sinken ließen, aber gleichzeitig würden potentielle Anleger in US-Staatsanleihen natürlich auch höhere Zinsen verlangen. Es bleibt eigentlich nur die Währungsreform. Wer kann, sollte aus dem Dollar in die Sachwerte gehen. Grund und Boden, etwas Gold und Silber, sehr gut geprüfte, sehr preiswerte Immobilien.
Der Zusammenbruch des Dollar wird einen Tsunami an Firmenpleiten auslösen, der in mehreren Wellen um die Welt rasen wird. Erst danach wird man beurteilen können, was für die Zukunft zu gebrauchen ist und was man wegwerfen muss. Leider werden sich die Täter bis dahin längst verzogen haben und für kein Gesetz mehr greifbar sein.
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