Auszug von duckhome
Der große VW Betrug - justiziable Spekulation oder Systemfehler
von Jochen Hoff
Es ist zum Lachen. 6 Prozent der VW Aktien befinden sich noch im Streubesitz, 20 Prozent hat das Land Niedersachsen und den Rest besitzt Porsche oder kann Optionen darauf ausüben. Im November 2003 kostete eine VW Aktie 25,43 Euro, im März 2006 lag sie bei 42,16 Euro, im Februar 2008 lag sie bei 146,99 Euro, vorgestern schloss sie bei 471 Euro. Gestern erreichte der Aktienkurs um kurz vor 10 Uhr morgens ein Allzeithoch von 1005 Euro und schloss mit 945,00 Euro.
Damit man sich das Geschehen überhaupt vorstellen kann kommt hier ein 3-Monats-Chart des Handesblattes in Form eines Screenshots.
Wer sich die Entwicklung für längere Zeiträume ansieht kommt zu noch absurderen Darstellungen. Die Charts des Handelsblattes sind da hervorragend geeignet. Natürlich gibt es eine Erklärung für das was geschieht. Die Erklärung ist sogar sehr einfach. Ein Beispiel sind Ackermanns Discountzertifikate. Es geht aber auch noch mit einer Reihe anderer Zertifikate und Optionen.
Jemand behauptet einfach frech, einem anderen, zu einem bestimmten in der Zukunft liegendem Zeitpunkt, VW-Stammaktien verkaufen zu wollen. Zum Zeitpunkt der Behauptung hat er aber gar keine VW-Aktien und auch niemanden, der ihm welche für diesen oder einen davorliegenden Zeitraum angeboten hat. Trotzdem behauptet er steif und fest liefern zu können und nimmt für diese versprochene Lieferung bereits Geld entgegen.
Würde irgendein Kaufmann außerhalb der Börse so handeln, wäre das Betrug und arglistige Täuschung. Der Staatsanwalt käme und der Kaufmann würde ziemlich sicher ins Gefängnis kommen und nie wieder eine Firma führen dürfen. An der Börse und in Banken nennen sie so etwas Geschäft, ja sogar Tagesgeschäft.
Normalerweise ist ein solches Geschäft an der Börse auch unkritisch. Betrüger handeln mit Betrügern und beide wissen um den Betrug, müssen aber aus steuerlichen Gründen so tun, als sei es ein Geschäft und nicht illegales Glücksspiel mit einer Wette auf den Kurs.
In diesem Fall ist alles anders. Das Vertrauen der Betrüger untereinander ist auf dem Nullpunkt. Selbst ein Ehrenwort auf Gaunerehre gilt nicht mehr. Auch wenn einige, wie John Gieve, der stellvertretender Gouverneur der Bank of England daran glauben möchte, dass sich die Situation auf dem Interbankenmarkt entschärft, sagt er gleichzeitig das die Lage seit Menschengedenken nicht so instabil war, wie sie es jetzt ist.
Der Interbankenmarkt funktioniert aber nicht aus Vertrauen heraus, sondern aus der Staatsgarantie heraus, die Verluste unmöglich macht. Allerdings warten alle auf die nächste Welle, den nächsten Tsunami. Die Kreditkartenkredite sind genau so faul wie die Hypotheken, aber noch nicht einmal im Ansatz bearbeitet. Die deutschen Pfandbriefe bleiben schön verpackt, weil jeder sich fürchtet welche Würmer da zu sehen sein werden, wenn man die Pakete öffnet. Deshalb musste ja die Hypo Real Estate für im Moment wohl 40 Milliarden Euro gerettet werden, damit niemand hineinguckt.
In genau dieser Situation hat Porsche am Sonntag scheinheilig erklärt das sie knapp 75 von VW unter ihren Fittchen haben. Bereits gekauft oder als Option. Das bedeutet es können real nur noch 6 Prozent aller VW Aktien auf dem Markt sein. Porsche hat nach eigener Darstellung 31,5 Prozent der Aktien als Optionen. Momentan glauben alle noch an Leerverkäufe, die nun schnellstmöglich mit Aktien hinterlegt werden müssen. Also Betrüger die jetzt verzweifelt versuchen die Ware zu beschaffen und jeden Preis bezahlen müssen, um an Aktien zu kommen.
Das mögen Hedgefonds sein, sicherlich auch Banken, und vor allem Banken die eigene Hedgefonds betreiben. Man spricht davon das schon Banker ihre Kunden aufgefordert haben doch besser jetzt aus den VW-Aktien auszusteigen und die schönen Gewinne zu realisieren. Das ist nicht einmal ganz falsch, weil die Kurse sicher nicht auf diesen Höhen bleiben werden.
Allerdings könnte ein Satz aus dem Hause Porsche etwas ganz anderes verraten. Man sprach davon, das deutlich mehr VW-Aktien im Markt in Shortpositionen seien als erwartet. Also mehr Leerverkäufe als man erwartet hat. Könnte es sein, das die verdutzten Porsche Manager nicht die genannten 31,5 Prozent an Optionen bekommen haben, sondern noch weitere. Könnte es sein, dass ein kluger Kopf mittels einer Rechenmaschine festgestellt hat, das es anhand der Optionen ungefähr 110 -130 Prozent VW-Aktien gibt.
Das wäre dann allerdings seltsam und für Porsche ein schönes Geschäft. Man könnte nämlich noch ein ganzes Weilchen lang mit netten Gewinnen diese überzähligen Optionen einfordern und immer wieder ein paar Aktien auf den Markt bringen und sich die dann gleich wieder zurückliefern lassen. Wirklich nett und viel schöner und gewinnträchtiger als VW.
Allerdings könnte es auch für den einen oder anderen gierigen Banker oder Hedgefondmanager das Ende bedeutet und für die Bank und den Hedgefond gleich mit. Früher oder später wird allerdings der erste Spieler nicht mehr liefern können. Dann ist interessant wie die Gerichte diesen Fall bewerten. Ist es an der Börse erlaubt, etwas zu verkaufen was man nicht hat oder ist es Betrug. Wenn es Betrug ist, wer haftet. Vielleicht der Vorstand der solche Geschäfte gewollt hat. Der arme Josef Ackermann. Sollten sie ihn auf diesem Wege endlich kriegen.
Es gibt aber noch eine weitere Truppe die duch den immensen Wertanstieg von VW in Verlegenheit gekommen ist. Die Fondmanager die den Dax abbilden in ihren Fonds. Denn VW war gestern kurzfristig die teuerste Firma der Welt. Damit hatte vor allem die Fond-Tochter der Deutschen Bank, die DWS, so ihre liebe Not und hat ganz laut aufgeschrieen und von Kursmanipulation durch Porsche gekrächzt.
Natürlich benutzt Porsche die Möglichkeiten des Finanzmarktes und wie man sieht, sind sie auch da besser als die meisten anderen. Es zahlt sich eben aus, wenn ein Unternehmen starke Besitzer und eine starke Führung hat. Ein Unternehmen der Deutschen Bank Gruppe oder ein Unternehmen bei dem die Deutsche Bank über den Aufsichtsrat bestimmt, wie die Dinge laufen sollen, kann eine solche Führung natürlich nicht entwickeln und hat damit die Chancen nicht.
257 Milliarden stecken laut Eigenwerbung in den Fonds der DWS. Zeitweilig war VW heute 27 Prozent des Dax. Da werden ein paar Leute mit großen Schaufen andere Papiere ins Feuer geworfen haben nur um sich VW-Aktien leisten zu können. Der laute Aufschrei wird wohl erst der Anfang gewesen sein. Da werden wohl noch bittere Meldungen nachkommen. Aber natürlich nicht nur bei der DWS.
Übrigens kosteten gestern die VW Vorzüge um 17 Uhr 39 genau 45,35 Euro. Ja die Dinger sind stimmrechtslos, müssten aber eigentlich den Wert der Aktie auch wiedergeben. Die Stammaktien sind aber 21 mal teurer. Unter vernünftigen Menschen würde man jetzt eingreifen und sofort die Neuauflage von Optionen, Zertifikaten, Derrivaten und anderen Abartigkeiten einstellen und beten das die noch bestehenden Verpflichtungen irgendwie erfüllt werden können.
Aber die Zocker und Abzocker sind nicht vernünftig. 500 Milliarden bekommen sie gerade geschenkt, die müssen ja auch noch verballert werden und jeder hofft das er gewinnt und all die anderen verlieren. Tatsächlich platzt die Blase natürlich und dann bezahlen wieder die kleinen Leute. Besser wäre es schon diesmal nicht zu bezahlen und die Spinner und Betrüger pleite gehen zu lassen.
Ab Montag soll der Anteil von VW im Dax übrigens nur noch 10 Prozent betragen. Nun ja, das macht es etwas billiger für die Fonds die auf den Dax wetten. Aber ob es sie rettet?
Update dpa-Meldung 29.10. 8:26
Porsche gibt VW-Aktien ab
Stuttgart - Porsche will weitere Turbulenzen des VW-Kurses verhindern und deshalb Volkswagen-Aktien auf den Markt bringen. Wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte, sollen je nach Marktlage Kurssicherungsgeschäfte in Höhe von bis zu fünf Prozent de VW-Stammaktien aufgelöst werden. Nach gewaltigen Kurssprüngen bis auf mehr als 1000 Euro war VW gestern zeitweise das teuerste Unternehmen der Welt.
Ja, dass sie so agieren würden, ist ja oben im Text schon beschrieben. Aber das sie es auch noch laut sagen, bedeutet das sie das Spiel lange machen können. Da fehlen bestimmt bereits verkaufte 20 Prozent an VW Aktien. Das wird ein langes Zittern und macht Porsche reich und viele Spekulanten arm.
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Siehe auch: "Der Dax wird zur Lachnummer"
Auszug von alles-schallundrauch
Porsche hat die Hedgefonds um 15 Milliarden erleichtert
von freeman
Der Sportwagenhersteller hat einer der schmerzhaftesten Börsen-Coup aller Zeiten durchgeführt, in dem die grössten Hedgefonds der Welt zusammen einen Verlust von 15 Milliarden Euros einstecken müssen.
Diese gigantische Summe wurde durch die Hedgefonds verloren, die auf den fallenden Kurs der Volkswagenaktie wetteten, und auf der anderen Seite von Porsche gewonnen.
Der Kurs stieg zeitweise um 400 Prozent in zwei Tagen, was Porsche einen riesen Gewinn bescherte, und die Hedgefonds einen entsprechend grossen Verlust, was sie in den Bankrott treiben könnte.
Die Spekulierer gingen davon aus, dass VW genau so in der Krise ist wie die anderen Automobilhersteller und deshalb der Kurs der Aktie sinken würde. Nur sie hatten vergessen, dass Porsche "heimlich" eine Beteiligung von 75 Prozent an VW anstrebt und den am Anfang fallenden Preis der Aktie nutzte und fleissig zukaufte.
Da es sowieso wenig Aktien von VW auf dem Markt gibt, weil das Land Niedersachsen eine Beteiligung von 20.1 Prozent hält und Porsche bereits einen Grossteil hat, ging der Preis nach oben. Die Hedgefonds hatten sich völlig verspekuliert und mussten sogar dann selber VW-Aktien kaufen, um ihre Verluste zu minimieren, was den Preis noch höher trieb.
Dieses Debakel ist ein weiterer Hammerschlag für die Hedgefonds.....
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