Auszug von duckhome
Die Islamische Jihad Union - und Zweifel nach Festnahmen
von Jochen Hoff
Was war es doch wieder ein Medienhype: am 26. September überschlugen sich die Meldungen: nicht nur daß man zwei angeblich in einem IJU-Terrorcamp in Afghanistan Ausgebildete wieder auf dem Weg nach Deutschland wähnte - wobei es dem einen gelang, ganz entspannt ein Konto bei seiner heimatlichen Bankzweigstelle zu knacken, nein, in einem "Antiterroreinsatz", der immerhin n-tv Laufbänder und Sondersendungen über den ganzen Tag. Auch, daß bereits an diesem Tag die Bundesanwaltschaft sich nicht bemüßigt fühlte, die Ermittlungen zun übernehmen, konnte so manches Medium nicht bremsen. Daß die Beiden ebenfalls mit der Islamischen Jihad Union in Verbindung stünden, wurde nachgereicht.
Ja, und auch, daß es am Tag zuvor im Magazin der renommierten Journalistin Sonia Mikich einen Beitrag gegeben hatte, der erhebliche Zweifel an dieser angeblichen Terrororganisation ausserte, konnte nicht bremsen. Der Tagesspiegel diagnostizierte den "geballten Wahnsinn" und schrieb noch, als anderswo schon stand, daß die Bundesanwaltschaft keine Veranlassungen sehe, die Ermittlungen zu übernehmen:
Die Bundesanwaltschaft habe zu diesem Fall einen Prüfvorgang eingeleitet, sagte der Sprecher der Behörde, Frank Wallenta, dem Tagesspiegel. Ein Ergebnis werde Anfang der Woche vorliegen. Die Bundesanwaltschaft übernimmt bei Terrorverdacht die Ermittlungen.
Was sie bis heute nicht hat, im Gegenteil:
Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte, es gebe keine Anhaltspunktedafür, dass die beiden Festgenommenen einer terroristischen Vereinigung "konkret zugeordnet" werden könnten oder selber eine solche Vereinigung gebildet hätten.
Ein derartiger Verdacht wäre aber Voraussetzung für eine Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft, weshalb sie den Fall bisher nicht übernommen habe. Darüber hinaus darf die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen nur übernehmen, wenn eine Tat "bestimmt und geeignet ist, den Bestand oder die äußere oder die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen" und wenn der Fall zudem eine "besondere Bedeutung" hat. Auch diese Kriterien wurden im Kölner Fall bislang nicht bejaht.
Quelle.
Unbeleckt von solchen Erkenntnissen widmet Günter Jauch heute der Islamischen Jihad Union und Eric Breiniger noch einen Beitrag und hat sich drei Experten an die Seite geholt: Rolf Tophoven, Dr. Peter Hünseler und - Barino. [Zu Rolf Tophoven setze ich jetzt keine Links, sonst bekomme ich wieder Ärger von wegen zu-Eigen-machen und ich distanziere mich von allem, was man im Netz über ihn findet.]Dr. Peter Hünseler ist Geschäftsführer der CIBEDO, der Fachstelle der Deutschen Bischofskonferenz. Mit Barino zusammen war das wahrlich eine Expertenrunde, die kompetent und objektiv über den Islam zu berichten wusste. Da schmeckt den Witwen aus Wilmersdorf die Schwarzwälder Kirschtorte wieder, denn das Weltbild stimmt wieder.
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Auszug von gulli news
Terrorverdacht am Köln-Bonner Flughafen
Terrorismus-Indiz war vermutlich ein Liebesbrief
von Malo
Am Freitag, dem 26. September 2008, nahm die Polizei am Köln-Bonner Flughafen zwei Männer fest. Sie wollten nach Ansicht der Ermittler möglicherweise über Uganda nach Pakistan reisen, um sich dort von der Islamischen Dschihad Union (IJU) in einem Terrorcamp ausbilden zu lassen. Als Indiz gaben die Bonner Beamten an, die Verdächtigen hätten bereits Abschiedsbriefe hinterlassen. Nun stellt sich heraus, wie dünn die Indizien gegen den Deutschen und den Somalier sind, denn einer der Abschiedsbriefe ist vermutlich ein hysterischer Liebesbrief.
Auch in den Wohnungen der beiden Terrorverdächtigen fand die Polizei weder Sprengstoff oder Bomben-Bauanleitungen noch Waffen oder konkrete Anschlagspläne. Dennoch unterzeichnete die Bereitschaftsrichterin am Bonner Amtsgericht den Haftbefehl gegen Omar D. und Abdirazak B. Ihre Entscheidung begründete sie damit, dass die beiden Männer angeblich einen terroristischen Anschlag planen würden. Der angebliche Abschiedsbrief, der bei dem 24-Jährigen Studenten Omar D. gefunden wurde, war allerdings vermutlich nur ein Liebesbrief seiner Verlobten. Dennoch sitzen die angeblichen Terroristen bis heute in Untersuchungshaft.
Am Wochenende hatten es Polizei und Staatsanwaltschaft noch eilig, Pressekonferenzen abzuhalten. Auf Anfrage der "Financial Times Deutschland" (FTD) verweigerte der Bonner Obserstaatsanwalt Fred Apostel allerdings die Auskunft. Er werde sich nicht zu den Spekulationen äußern. Die Generalbundesanwaltschaft, welche für die Strafverfolgung gegen mutmaßliche Terroristen zuständig ist, hat außerdem angegeben, sie wolle den Fall nicht übernehmen. Strafverteidiger Mutlu Günal gab an, er wolle Haftbeschwerde gegen die Festnahme einlegen, zunächst warte er jedoch auf Akteneinsicht. Der FTD gab Günal an, die Staatsanwaltschaft erhebe zwar den Vorwurf des Terrorismus, könne allerdings nicht sagen "wann, wo und wie der stattfinden sollte". Außerdem hätte sein Mandant ein gültiges Rückflugticket bei sich gehabt, mit dem er zwei Wochen später die Heimreise antreten wolle. "Wenn sie irgendwo einen Selbstmordanschlag geplant hätten, wäre das unsinnig. Und auch eine Ausbildung in einem Terrorcamp dauert länger als zwei Wochen." Er gehe davon aus, dass der Haftbefehl aufgehoben werde.
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Auzug von spiegelfechter
Der Schäuble-Komplex
von Spiegelfechter
Deutschland ist mal wieder in Terrorismushysterie versunken. So als würde es sich um eine PR-Maßnahme im Umfeld des Kinostarts des zweitklassigen Straßenfegers „Der Baader-Meinhof Komplex“ handeln, schlugen die deutschen Behörden am letzten Freitag am Flughafen Köln-Bonn zu und nahmen zwei vermeintliche Terroristen fest. Diese Festnahme entwickelt sich derweil mehr und mehr zu einer Farce, in der die Medien ein denkbar schlechtes Bild abgeben und Politik und Sicherheitsbehörden wieder einmal den Eindruck erwecken, bewusst Panik zu schüren, um neue Gesetze populär zu machen, die die Bürgerrechte weiter einschränken.
Am Donnerstagabend war die Welt noch in bester Ordnung. In den Kinosälen der Republik startete der Film „Der Baader-Meinhof Komplex“. Deutschland fühlte sich durch das mediale Beiwerk in allen Talkshows wieder an die bleierne Zeit des „Deutschen Herbstes“ erinnert, als Deutschland im Fokus des Terrorismus stand. Pünktlich zum Kinostart stellten perfekt konditionierte Intelligenzabstinenzler aus dem linksextremistischen Milieu wieder einmal ihre eigene Unfähigkeit, den Verstand zu gebrauchen, zur Schau, indem sie die Villa des ehemaligen SPIEGEL-Chefredakteurs Stefan Aust, der die Buchvorlage zum RAF-Film schrieb, mit Farbbeuteln und Steinen bombardierten. Es würde aber auch niemanden überraschen, wenn es sich beim „Terroranschlag von Blankenese“ nicht um Autonome, sondern um Studenten gehandelt hätte, die von Constantin-Film angeheuert wurden, um die Werbetrommel für den neuen Film zu rühren.
Am Freitagmorgen kehrte der „Deutsche Herbst“ mit voller Wucht in die Köpfe des zur Aufgeregtheit neigenden Volkes zurück. Die Radiosender der Republik meldeten um 10.00h in einer Eilmeldung, Spezialkräfte der Polizei hätten am Flughafen Köln-Bonn ein Flugzeug gestürmt und zwei Terrorverdächtige festgenommen. Mogadischu 1977 und nun Köln 2008? Unter Berufung auf die BILD-Zeitung meldete die dpa um 10.05h in einer Eilmeldung, „Polizei stürmt Flugzeug nach Terrorverdacht“. Um 10.20h legte dpa nach und meldete „Festgenommene wollten im Djihad sterben.“ Wieder unter Berufung auf die BILD-Zeitung, die sich ihrerseits auf Abschiedsbriefe in den Wohnungen der Verdächtigten berief. Wieso die größte deutsche Nachrichtenagentur gerade die BILD-Zeitung als zitierwürdige Quelle einstuft, ist unbekannt, aber durchaus als Zeichen des Verfalls der deutschen Presselandschaft zu werten. Bereits um 11:36h dementierten die niederländische Fluggesellschaft KLM und der Flughafen Köln-Bonn die reißerische Meldung von BILD und dpa. Das Flugzeug wurde nicht gestürmt, sondern die beiden Verdächtigen wurden ohne Schwierigkeiten von Polizeibeamten aus dem Flugzeug geleitet. Einige Fluggäste hatten von dem Vorfall noch nicht einmal etwas mitbekommen.
Zehn Minuten später meldete der Tagesspiegel....
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