Auszug von duckhome
Statusbericht zum Dritten Weltkrieg
von Jochen Hoff
Selbstverständlich will niemand den "Dritten Weltkrieg" aber alle arbeiten fleißig darauf hin. Einige haben kaum eine Wahl, andere sind leichtfertig und wieder andere einfach zu dumm um zu begreifen was passieren wird. Natürlich sitzt jedermann auf dem Berg seiner Maximalforderungen und erwartet, dass der andere von seinem Berg herunterkommt.
In den USA wirken sich die gefallenen Immobilienpreise auf alle US-Haushalte aus. Zur Zeit wird vielfach versucht den Lebensstandard durch Kreditenkartenkäufe zu halten, was aber auch nur kurzfristig funktionieren wird. Es ist bereits zu einer Sozialkrise gekommen die sich Tag für Tag verschärft. Da die amerikanische Regierung keine Antworten weiß, verliert sie dramatisch an Vertrauen.
Dieses Vertrauen gewinnt in gleichem Maße das amerikanische Militär, das mit Sicherheit an der Krise in Afghanistan und im Irak nicht unschuldig ist, vom US-Bürger aber für unschuldig gehalten wird. Dummerweise ist Krieg die einzige Lösung die das Militär kennt. Weil die Demokraten normalerweise den Militär-Haushalt beschneiden, musste Barack Obmama mit seinem "Vizepräsidenten" Senator Joseph Biden dem Militär ein Zeichen setzen. Es ist aber fraglich ob das reicht.
Wer die aktuelle Berichterstattung in den USA verfolgt, merkt, dass ähnlich wie Göllner in Deutschland für Mohn/Bertelsmann die SPD herunterschreibt, auch Obama kleingeschrieben wird. Der militärisch-industrielle Komplex hat andere Wünsche und wird sich wahrscheinlich auch durchsetzen, zumal Obama nicht das Standing eines Kriegspräsidenten hat.
Wahrscheinlich musste Condoleezza Rice auch deshalb Druck auf Georgien ausüben, um jetzt gegen Russland, über den Umweg Südossetien und Abchasien, zuschlagen zu können. Für die USA, die Bush und Co. läuft alles plangemäß. Krieg und Wahlkampf fallen zusammen. In einem Weltkrieg kann man den Menschen zu Hause Leiden abverlangen und niemand wird den Dollar hinterfragen.
China hat das Problem, dass seine Wirtschaft langsamer wächst oder wenn man die Inflation herausrechnet, wahrscheinlich schon stagniert. Wenn China ein Konjunkturprogamm von 37 Milliarden Euro in der nächsten Woche verabschiedet, dann ist das ein schon verzweifelter Versuch den Dingen noch eine Wende zu geben. China wird die Teuerung nicht in den Griff bekommen, weil es nicht über ausreichend eigene Rohstoffquellen verfügt. Nach dem Ausfall von Burma könnte selbst die Nahrung ein Problem werden.
China muss hilflos zusehen wie die USA in ihrem Hinterhof und in Uigurien hetzt, ohne etwas dagegen unternehmen zu können, gleichzeitig wird das in den USA und im Dollar investierte Geld praktisch wertlos, während die Absätzmärkte auch noch wegbrechen. China hat keine Wahl. Es wird mit den USA marschieren müssen und eine sibirische Front eröffnen.
China müsste den Druck im Inneren erhöhen um die Menschen zusammenzuhalten, aber die vielen unterschiedlichen ethnischen Gruppen streben auseinander, die Menschen haben das Vertrauen in den chinesischen Weg des diktatorischen Kapitalismus verloren. Nur ein Krieg löst all diese Problem, weil in einem großen Krieg die Menschen eben eher zum Verzicht bereit sind.
In Südamerika wird sich die Entwicklung der US-nahen und der eher freiheitlichen Länder von einander entfernen. Die Vasallen der USA werden die volle Härte des Verfalls der amerikanischen Wirtschaft mitbekommen, die anderen werden sich eher zu einer eigenen Union zusammenschließen, schon um sich verteidigen zu können, falls die USA Entlastungskriege brauchen.
Australien, Japan, Neuseeland und die Philippinem haben kaum eine Wahl, als den USA zu folgen. Unabhängigkeit wäre gleichbedeutend mit Schutzlosigkeit und Indien würde sich zu gerne Neuseeland und auch Australien einverleiben. Platz, Rohstoffe und Nahrungsmittel.
Die westlich orientieren arabischen Staaten am Mittelmeer stehen unter einem unheimlichen inneren Druck. Sie dürfen zwar billig Rohstoffe liefern, aber jede Beteilung am Ertrag wird ihnen vorenthalten. Um die Menschen beherrschen zu können muss immer mehr Gewalt im Inneren aufgebaut werden, die irgendwann zur Explosion führt. Wirtschaftlich werden sie zudem schwächer, je weiter die Weltkonjunktur und damit der Verbrauch von Rohstoffen einbricht. Das wird auch ein Problem für Südafrika.
Israel tobt wie ein junger Kettenhund an seiner Laufkette und möchte zu gerne den Iran angreifen. Noch kann das die USA nicht erlauben, aber da jetzt von den USA ein Radar und Raketenabwehrsystem in Israel aufgebaut wird, oder wohl besser eines bekannt gegeben wird und da amerikanische Truppen nach Israel verlegt werden, ist es nur eine Frage der Zeit, wann Israel den Reigen eröffnet.
Der Iran lässt über den Fraktionschef der Hisbollah im libanesischen Parlament, Mohammed Raad, ausrichten, dass ein Angriff auf den Iran mit 11.000 Raketen auf Israel beantwortet wird. Der iranische Staatschef Mahmud Ahmadinedschad neigt halt zu etwas Übertreibung, aber der Iran wird sich zu wehren wissen. Raketen auf Israel ziehen automatisch so eine Art nie zugesagter Bündnispflicht Deutschlands nach sich. Deutschland ist also beim Angriff auf den Iran sicher dabei. Der Angriff dient dann auch nur dem Schutz Israels und nicht dem Öldiebstahl.
Saudi Arabien fast am Ende seines Öl ist genau wie Kuwait kein Thema mehr. Man wird sehen ob die Bevölkerung den Aufstand probt, oder ob das noch vorhandene Geld ausreicht, um die Massen ruhig zu halten. Syrien hat sich entschieden und bietet den Russen einen Standort für ein Raketenabwehrsystem an. Die haben auch keine Wahl. Die USA mögen Syrien nicht. Kein Öl, kein Geld, das ist einfach nicht sexy.
Bei der Türkei ist vieles denkbar. Die USA könnten von heute auf Morgen die kurdische Karte spielen. Das wäre trickreich, weil sie damit von der Türkei bis zum Iran das meiste Öl in einem Staat bekämen der ihnen erst einmal vor Freude um den Hals fallen würde. Das hätte zur Folge das die Türkei zutiefst verbittert wäre und wahrscheinlich die religiösen Kräfte gewännen.
Ein unabhängiges Kurdistan würde aber eine Umgehung Armeniens ermöglichen, das als eher unsicherer Kandidat gilt, weil ein solches Kurdistan über Kars und Adahan bis nach Georgien reicht. Georgien aber ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt. Es wird unbedingt gebraucht um das Öl vom Kaspischen Meer an das schwarze Meer und dann über Pipelines nach Rumänien und Bulgarien zu bekommen.
Die amerikanische Abzugsdiskussion im Irak lässt erwarten, dass, das Öl um Basra bald zu Ende ist. Da wäre ein kurdischer Staat eine bessere Lösung zumal wohl auch auf der iranischen Seite um Basra, die Felder sich dem Ende zu neigen, weil sie ja schon so lange ausgebeutet werden. Ein Schlag gegen den Iran, der diesen auf lange Sicht hin angriffsunfähig macht und die Abtrennung Kurdistans wären wohl der Idealweg ohne den Iran besetzen zu müssen, was ja auch beim Irak nicht funktioniert hat.
Afghanistan ist nur ein Übungsplatz und soll komische Aktivitäten in der Gegend unter Kontrolle halten. Wenn es nicht wie eine Niederlage aussehen würde, hätte man dort schon lange weggehen können. Es gibt dort nichts zu gewinnen, aber es kann viel an Menschenleben und Geld, vor allem aber an Reputation verloren werden.
Georgien hat nach seinem Angriff aus Südossetien und dem Scheinangriff auf Abchasien nun einen "Verteidigungsfall", wie er wohl auch gewünscht war. Die israelischen Spezialisten, die vor dem Angriff Georgiens das Land verlassen haben, sind wieder zurück. Mit ihnen kamen die Schiffe der Amerikaner ins Schwarze Meer. Natürlich nur um Hilfslieferungen zu bringen.
Das ist eine etwas mühsame Art Hilfsgüter zu bringen. Während so ein Kriegschiff mal gerade 70 t Nutzlast hat, bekommt man in eine Galaxie bis zu 131 t hinein. Dazu kommt, dass die Lockheed C-5 auch noch deutlich schneller, als so ein Kriegschiff ist.
Aber es geht ja gar nicht um Hilfslieferungen. Es geht darum ein Gegengewicht zur Schwarzmeerflotte Russlands zu schaffen. Der US-Zerstörer McFaul hat 50 Tomahawk Raketen an Bord, die Atomsprengköpfe tragen können und ausschließlich für die Vernichtung von Bodenzielen bestimmt sind. Bei dem in den Medien angesprochenen Kutter Dallas, dürfte es sich um den Coast Guard Cutter Dallas handeln, der am 11. August ein werbewirksames Fototreffen mit der USS Dallas, einem Atom-U-Boot der Los-Angeles-Klasse hatte, welches speziell für verdeckte Einsätze umgebaut wurde.
Angeblich fährt die USS Dallas nach Hause. Es ist aber genauso denkbar das im Schwarzen Meer, vielleicht vor dem Hafen der russischen Schwarzmeerflotte ein verdeckter Einsatz gestartert werden soll, der die strategische Kampfkraft der Russen schwächen soll. Es gibt zumindest das Gerücht, dass die Küstenwache der USA schon lange mit den Atom-U-Booten Koppelfahrten übt, bei denen das Überwasserschiff die Deckung für das U-Boot gibt.
Außerdem ist für Ende August die USS Mount Whitney angekündigt, die das Flaggschiff des Kommandanten der 6. US-Flotte ist und bisher bei vielen wichtigen Kriegseinsätzen das Führungsschiff war.
Die Mount Whitney war während des Kosovo-Krieg sowie der Operation Iraqi Freedom ein zentrales Element der Kommandostruktur der US-Streitkräfte. 2004 übernahm das Military Sealift Command offiziell das Kommando über das Schiff, die vorher rein militärische Besatzung wurde drastisch verkleinert und zum Teil durch zivile Angestellte des MSC ersetzt. Im Februar 2005 löste sie die La Salle endgültig von ihrer Aufgabe als Flaggschiff der 6. Flotte im Mittelmeer ab.
Sie ist das idealtypische Kommandoschiff auch für die bereits im schwarzen Meer positionierten Schiffe der "Standing Nato Maritime Group 1" (SNMG1) der sich nicht an den Hilfslieferungen nach Georgien beteiligt, aber völlig arglos zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort ist.
Dieser ständige Eingreifverband der NATO wird derzeit vom spanischen Admiral Juan Rodriguez geführt. Der Verband fährt nicht nach Georgien. Die "Lübeck" ist schon am 22. August in die rumänische Hafenstadt Constanza eingelaufen. Die übrigen Schiffe des Verbandes folgen am 25. August. Zusammen mit dem spanischen Flaggschiff "Almirante Juan De Borbon" hatte die "Lübeck" bereits am 21. August die Dardanellen passiert. Die polnische Fregatte "General Kazimierz Pulaski" folgte am darauffolgenden Tag. Am 25. August wird die ebenfalls zum Verband gehörende "USS Tailor" als letztes Schiff des Nato-Verbandes den Bosporus passieren. Das Einlaufen der Nato-Schiffe ins Schwarze Meer war langfristig geplant und angemeldet.
Sicher. Der Termin an dem Georgien Russland überfallen sollte war ja wohl auch schon langfristig geplant. Denn während der US-Verband kaum Schiff-Schiff-Raketen hat und damit der russischen Marine scheinbar schutzlos ausgeliefert wäre, hat die SNMG1 bestätigte 64 Anti-Schiff-Raketen vom Typ Harpoon an Bord, die aber sicherlich schnell, durch auf rumänischen und bulgarischen Transportschiffen bereitliegenden Nachschub, ersetzt werden könnten.
Damit ist Russlands Schwarzmeerflotte nicht mehr sehr viel wert, wenn es zu einem Schusswechsel kommt. Wahrscheinlich war das Küstenwachschiff als Agent Provokateur gedacht. Aber Russland hat dummerweise den Hafen Poti nicht geräumt von dem aus das Schiff hätte vor Abchasien und bis nach Russland hinein Stärke demonstrieren können. Nun sitzen sie alle im 70 km entfernten Hafen Batumi.
Überhaupt haben sich die gemeinen Russen nicht so verhalten, wie man es sich erhofft hatte. Sie haben sich an alte Verträge erinnert und halten immer noch Teile von Georgien aufgrund des GUS-Mandates unter Kontrolle. Selbstverständlich nur als Schutztruppe. Russland macht das sehr geschickt. Es hält sich formal an alle Regeln, dehnt sie ein wenig, aber immer noch im Bereich dessen, was ein ehrlicher Beobachter als tolerabel empfinden würde.
Natürlich gibt es keine ehrlichen Beobachter. Georgien ist sauer, weil es was auf die Nase bekommen hat. Die Ukraine fürchtet sich, weil sie auf das falsche Pferd gesetzt hat und nun viel mehr Geld für Öl und Gas ausgeben muss, als es geplant hatte. Zudem rücken Weißrussland und Moldawien wieder näher an Russland, das gerade den Streit um die Unabhängigkeit Transnistriens mit Öl und Geld für Moldawien interessant macht. Der nächste Schachzug dürfte die Unabhängigkeit Transnistriens sein, welche von Moldawien anerkannt wird.
Damit hat Georgien wieder einmal den schwarzen Peter, weil Russland mit Hinweis auf den Kosovo und Transnistrien natürlich auch Südossetien und Abchasien anerkennt. Der Westen wird sich schwer tun Transnistrien nicht anzuerkennen, weil es dafür keinen Grund gibt, außer das damit eben auch Südossetien und Abchasien frei sein müssten.
Kuba wird wohl noch im August größere Öllieferungen, Nahrungsmittel und Rohstoffe bekommen und Raoul Castro wird nachgeben und den Russen einen Stützpunkt für ein Raketenabwehrsystem in Kuba anbieten. Er kann gar nicht anders entscheiden, wenn Kuba nach dem Tode Fidels unabhängig bleiben soll. Das wird übrigens die schwerste Niederlage für die USA in diesem Krieg, die schon jetzt feststeht.
Neben der Ukraine fürchten sich auch die baltischen Völker. Sie sind wieder einmal zum Spielball der Macht geworden. sie fürchten sich zu recht. Sie können nicht verteidigt werden. Egal ob sie in der Nato sind oder nicht. Da wird Frau Merkel auch nichts dsran ändern können, aber so hat die deutsche Reisekanzlerin wenigsten noch eine schöne Urlaubsreise, bevor die Lage im Baltikum zu brenzlig wird. Es ist davon auszugehen das schon bald auf Europa eine Flüchtlingswelle zukommt.
Das Zentraleuropa und Deutschland der Ort aktiver Kampfhandlungen werden ist im Moment nicht anzunehmen. Es wird Kämpfe an den Rändern Russlands geben, die aber auch nicht wirklich die russischen Kerngebiete betreffen. Nicht einzuschätzen ist, wie weit China gehen wird, wenn es merkt das es in Sibirien finanziell und an Menschenleben ausblutet.
Ebenso unklar ist, wie sich Indien und Pakistan verhalten. Die beiden Atommächte sind für jeden irrationalen Blödsinn jederzeit zu haben. Nur Nordkorea wird keine Rolle spielen. Es wird hungern und versuchen den Status Quo zu halten.
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