Auszug von duckhome
Seltsame Dinge um Gold und Silber - Finanzmarktkrise beschleunigt sich
von Jochen Hoff
Man nicht bei allen Dingen ständig auf dem Laufenden sein, deshalb ist es gut, das Leser wie auch in diesem Fall aufpassen und Hinweise geben. Denn es geschieht etwas sehr Seltsames. Die Preise für Gold und Silber fallen, während gleichzeitig die Lieferfristen für reales Gold und Silber rapide ansteigen und sehr viel reales Gold und Silber gekauft wird.
So bittet pro aurum in seinem Marktbericht potentielle Käufer um Geduld.
Berlin aktuell
Auch der gestrige Handelstag war von einer sehr hohen Anzahl an Auftragseingängen gekennzeichnet. Da wir alle verfügbaren Kräfte während unserer Öffnungszeiten für die Beratung unserer Schalterkunden einsetzen, sind wir leider nicht immer in der Lage, gleichzeitig auch die zahlreich eingehenden Telefonate entgegenzunehmen. Bitte nutzen Sie für Preisanfragen die Informationen auf unserer Homepage. Auch Antworten auf Fragen zur Logistik oder unsere Markteinschätzung finden Sie dort. Bitte übermitteln Sie uns Ihre Aufträge nach Möglichkeit per Mail, Fax oder den Onlineshop. Entscheidend ist der Kurs des Eingangs bei uns innerhalb unserer Geschäftszeiten, auch wenn wir Ihnen diesen, aus oben genanntem Grund, erst im Laufe des Abends schriftlich bestätigen können.
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Zürich aktuell
Nach einem eher ruhigen Vormittag waren wir nach dem Mittagessen sehr beschäftigt. Wie in den letzten Tagen wurden vor allem die 5.000 Gramm und die 1.000 Gramm Silberbarren fleißig gekauft. Unser Vorrat an 5.000 Gramm Silberbarren neigt sich zu Ende und die Lieferfrist beträgt von nun an etwa 2 Wochen.
Natürlich hat pro aurum ein Interesse daran, das Gold und Silber gekauft werden und wird in seiner Berichterstattung immer dieses Interesse vor Augen haben. Aber die Fakten werden auch von nicht involvierten Anderen ähnlich gesehen. Auch Frank Meyer spricht in seinem Blog von "überraschenden Überraschungen".
Die Erzeugerpreise sind in Amerika durch die Decke gestoßen. Sekunden darauf fiel der Goldpreis, so wie es ihm oft in den letzten Tagen widerfährt, wenn er zum Sprung ansetzen will, weil ihm fundatemtal eingeheizt wird. Es scheint inzwischen zur olympischen Disziplin geworden zu sein, ihn daran zu hindern. Zur Gruppe der Akteure, die pünktlich um 14 oder 17 Uhr auf das Gold einschlagen, klingelt nachts der Bär in in Asien. Globex machts möglich. Am Morgen werden dann wieder die Edelmetallhändler überrannt, die von Rekordumsätzen und Lieferschwierigkeiten berichten. Die US-Mint stellt den Verkauf von Gold-Eagles ein. Es erinnert an einen Verteilungskampf. Pro Nase auf der Welt gibt es 25 Gramm Gold und 5 Gramm Silber. Wer zuerst kommt, malt zuerst.
Inzwischen teilt sich der Markt in echtes Gold (da weiß man, was man hat) und börsengehandeltes Papiergold (da hofft man, dass man was bekommt). Der Goldmarkt scheint ver-rückt zu sein - oder ver-rückt gemacht. Wer kann das schon unterscheiden.
Ja dieses Papiergold und die damit verbundene Hoffnung auf etwas Gold das man bekommen könnte. Ziemlich unrealistisch aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Wie Frank Meyer so schön sagt gibt es für jeden Menschen 25 Gramm Gold und 5 Gramm Silber. Da die meisten Leute in der ersten Welt schon deutlich mehr Gold und Silber haben, ein erheblicher Anteil an technischem Gold verbaut ist, einiges als Zahn den Mund verschönert, ist das gar nicht so viel Gold das auf den Märkten feilgeboten werden kann.
Es dürfte auf jeden Fall deutlich weniger sein, als an Papiergold ausgegeben wurde. Es ist also denkbar, das der Verfall des Goldpreises eher darin begründet ist, dass die Besitzer des Papiergoldes mit dem Hoffnungsfaktor, genau diese Hoffnung verloren haben und befürchten müssen, alles Geld das in diesen Papieren liegt, zu verlieren. Diese Gefahr ist groß, weil niemand all die schönen Papierchen mehr einlösen kann. Ganz leise klingt da schon das Wort vom nächsten Großbetrug.
Wie verwirrt die Märkte sind, ergibt sich aus einer Meldung des Handelsblattes.
Den fallenden Goldpreis bekamen auch die Aktionäre der Minenbetreiber zu spüren. „In den vergangenen Tagen ist die Angst in Panik umgeschlagen, und es kam zu einer Ausverkaufswelle bei Goldminenaktien“, erklärt Martin Siegel.
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Das Fazit des Pioneer-Managers: „Wir betrachten die Korrektur als Einstiegsgelegenheit.“ Denn für den Goldpreis seien die fundamentalen Faktoren weiterhin gut. Auf ein konkretes Preisziel will er sich aber nicht festlegen. Anders PEH-Berater Siegel: „Langfristig befindet sich der Goldpreis trotz der aktuellen Korrekturphase im Hausse-Trend in Richtung unserer neuen Zielmarke von 1 300 Dollar pro Feinunze.“ Ende voriger Woche durchbrach er erstmals in diesem Jahr die Marke von 800 Dollar nach unten.
Natürlich ist jemand der einen Goldfond führt auch fest davon überzeugt, dass sich der Goldpreis wieder auf alte Höhen zubewegen und diese auch überschreiten wird. Diese Leute sind ja geradezu Zwangsoptimisten für ihr eigenes Produkt und müssen das wohl auch sein.
Niemand weiß, wieviel Geld im faktisch wohl wertlosen Papiergold steckt. Das wird wohl auch niemand mehr erfahren, wenn es nicht zu Betrugsklagen kommt, aber es ist anzunehmen das ein paar Staatsanwälte in den USA auch hinter diese Papiere schauen werden. Gerade institutionelle Anleger und Pensionsfonds haben gerne in solchen Papieren angelegt. Da könnte eine neue Welle von Kapitalbedarf und Konkurs entstehen.
Tatsächlich sind die fundamentalen Daten gut für das Gold. Fannie Mae und Freddie Mac werden wohl nicht zu retten sein und ob in den USA nur eine Großbank über den Jordan gehen wird wie es der frühere Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff vermutet, oder ob es eine ganze Reihe von toten Großbanken geben wird, ist dabei noch völlig offen. Sicher wird es ein paar hundert kleine Banken erwischen und es wird sich nicht auf die USA beschränken.
Daran ändern auch kurzfristige Kursgewinne der Banken nichts mehr. Viele sind schon jetzt Konkursreif. Wer jetzt in England seine Kapitalaufstockung nicht hinbekam, wird die nächste auch nicht mehr schaffen und schon stellt sich die ordnungspolitische Frage was mit den sterbenden Banken geschehen soll.
Ebenso spannend ist die Frage, was mit kollabierenden Banken geschehen soll – soll wie im Fall der britischen Investmentbank Northern Rock der Staat einspringen? Die Frage hat durchaus ihre Berechtigung, denn in die USA wächst die Sorge um die beiden großen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae. Sie sind bereits mit Regierungsgarantien ausgestattet, doch weiterhin geht das Gerücht, die beiden Unternehmen könnten wegen Liquiditätsengpässen komplett verstaatlicht werden.
Ein solches Vorgehen birgt wirtschaftspsychologische Risiken, unter Fachleuten als «moral hazard» bekannt. Manager angeschlagener Banken könnten sich geneigt sehen, nicht gegenzusteuern – mit dem Wissen, im Fall der Fälle würde der Staat sowieso einspringen. Vor diesem Hintergrund sieht der frühere IWF-Chefökonom Rogoff nur einen Weg, «Disziplin» in den Finanzsektor zu bringen: einige Banken pleite gehen lassen. «Man kann nicht eine Branche haben, die entweder riesige Gewinne macht oder aber von anderen gerettet wird», sagte Rogoff.
«Der Finanzsektor muss schrumpfen», fügte der Harvard-Professor in deutlichen Worten hinzu. «Ich glaube nicht, dass es ausreicht, wenn ein paar mittelgroße und kleine Banken untergehen.» Allerdings: Fannie und Freddie sind viel zu groß und damit bedeutend für das Finanzsystem, um sie insolvent gehen zu lassen. Eine Zahlungsunfähigkeit könnte zum Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts führen.
Rogoff prognostizierte indes, dass die beiden Giganten in einigen Jahren wohl nicht mehr in ihrer heutigen Form existieren werden. Er empfiehlt, beide zu verstaatlichen, «die Anteilseigner sollten all ihr Geld verlieren». Derzeit stellt der amerikanische Staat den beiden Hypothekenfinanzierern unbegrenzt Mittel zur Verfügung.
Was andere Institute betrifft, könnten die kommenden Wochen indes spannend werden: In den USA werden demnächst Schuldverschreibungen einiger US-Banken in dreistelliger Milliardenhöhe fällig, die refinanziert werden müssen. Angesichts der Finanzkrise dürfte das kein einfaches Unterfangen werden.
Das ist genau die Frage die sich stellt. Das die Anleger von Fannie Mae und Freddie Mac ihr Geld verlieren werden, dürfte feststehen. Für China und einige japanische Banken könnte das ein sehr harter Schlag werden. Vielleicht sind aber auch Fannie Mae und Freddie Mac nicht zu groß zum sterben. Es könnte sein, das es schon aus ordnungspolitischer Sicht der Dinge besser wäre, die beiden Konkurs gehen zu lassen und dann auf dem Rechtswege die Forderungen der FED als erstrangig zu bezeichnen, da beide ja mit ihren Sicherheiten gemogelt haben.
Natürlich war diese Mogelei beabsichtigt, weil ja sonst keine Sicherheiten da waren, aber man könnte das Ganze zum Prinzip erheben und hätte damit auch eine Ausrede gegenüber den Leuten die ihr Geld verloren haben. Natürlich ist es besser die schon fast Toten endlich sterben zu lassen. Die Wirkung der Finanzmarkt- und Hypothekenkrise auf die Realwirtschaft, lässt sich schon lange nicht mehr wegdiskutieren.
Man muss nicht ein Anhänger vom Edelmetall sein, um Preisanstiege vorauszusagen, sobald das Papiergold vom Markt ist. Fundamental betrachtet kann dies gar nicht anders sein. Aber dabei gibt es eine Warnung. Man kann Gold nicht essen und es bringt keine Zinsen. Der Glaube an das Gold ist im wesentlichen der Glaube an eine Vision von Werthaltigkeit, die kaum einen realen Hintergrund hat.
Nach dem ersten und dem zweiten Weltkrieg hat sich in Deutschland gezeigt, dass für Gold als Tauschmittel nur ein begrenzter Markt vorhanden ist. Für das in Gold angelegte Geld gab es nur einen Bruchteil des Ursprungswertes an Tauschwert zurück. Wer mit Waren des alltäglichen Bedarfs, wie zum Beispiel Schuhen, Werkzeugen oder Stoffen tauschen konnte, bekam im Verhältnis zum eingesetzten Geld ein vielfaches gegenüber jemandem, der "nur" Gold zum Tausch anbot. Silber braucht in diesem Zusammenhang gar nicht erwähnt zu werden.
Gold bekam seinen Wert nach den Kriegen erst wieder zurück, als die Wirtschaft wieder lief und dann auch langsamer, als die Warenwerte stiegen. Es ist also ein Irrglaube, das Gold ein probates Mittel für die Krise sei. Es ist in kleiner Stückelung bestenfalls eine Sicherungsposition und ein Tauschmittel unter vielen. Große Stücklungen eignen sich nur um Werte über längere Zeit zu konservieren.
Dazu kommt das Gold und andere Edelmetalle nichts in Banken zu suchen haben. In einer echten Krise sind deren Türen fest verschlossen und inwieweit man an Schließfächer und ähnliches kommt steht in den Sternen. Gold zuhause bedeutet allerdings auch die Gefahr des Totalverlustes durch Diebstahl oder was wohl viel öfter passieren dürfte, durch Veruntreuung.
Bezahlte selbstgenutzte Wohnungen in renovierten Altbauten sind eine gute Sicherung des eigenen Vermögens. Es darf auch gerne das ganze Haus sein. Daneben gilt es Land zu besitzen, das sich für Ackerbau und Viehzucht eignet. Fast überall ist es möglich die Bewirtschaftung durch andere erfolgen zu lassen, wenn man das nicht selber kann. Ein paar überzählige eigene Hühnereier, ein Eimer Kartoffeln, ein Stück Schinken, oder ein Braten sind Tauschobjekte die immer gehen.
Diese Krise ist kein Fall, sondern alles rutscht auf einer schiefen Ebene immer weiter nach unten. Es gibt keinen Stillstand und solange die Verantwortlichen nicht auch zur Verantwortung gezogen werden, keinen Wandel. Wenn etwas langsam rutscht und nicht aufzuhalten ist, kann es jederzeit passieren, das es schneller wird und die Seitenbegrenzung durchbricht und in den freien Fall übergeht.
Im Moment scheinen die USA einen großen Krieg, einen Dritten Weltkrieg als Ideallösung anzusehen, an dessen Ende niemand mehr nach den verschwundenen Milliarden fragen würde und die Hauptgläubigerländer der USA völlig zerstört wären.
Auch wenn leise über eine härtere Gangart gegenüber den Banken geredet wird, ist Krieg die wahrscheinlichere Version. Das haben unfähige Politiker und Wirtschaftsführer schon immer so gemacht. Viel unfähiger als das, was heute die Welt regiert und in der Wirtschaft kommandiert kann eigentlich kaum noch etwas sein. Deshalb sollte man von den Extremen ausgehen und sich gegen diese Extreme absichern.
Mehr kann man als Mensch nicht tun, wenn man nicht den Kampf gegen den wirtschaftsfaschistichen Neoliberalismus und seien Anhänger und Agitatoren aufnehmen will. Allerdings ist dies ein Kampf der sicher lange dauert und nicht wirklich gewonnen werden kann. Mehr als ein Zurückdrängen der Gierigen wird wohl nicht möglich sein. Aber auch das wäre schon eine Verbesserung.
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