Auszug von duckhome
Was mag wohl so jemand wie Otto Bernhardt kosten
von Jochen Hoff
Richtig teuer dürften deutsche Politiker eigentlich nicht sein. Die meisten sind ja doch nur Stimmvieh ihrer Parteien und müssen sich mit dem zufrieden geben, was ihnen die Partei so zuschustert. Ich vermute mal das es da ganz klare interne Verteilungspläne gibt. Kein Wunder das da einige mit ihrem Geld nicht auskommen und auch noch Extraarbeit leisten müssen. So war der finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag scheinbar noch kräftig für die Allianz und die Commerzbank tätig:
Die Unions-Fraktion im Bundestag hat eine mögliche Übernahme der Postbank durch den Allianz-Konzern und die Commerzbank begrüßt. "Die Kombination wäre nicht die schlechteste", sagte Otto Bernhardt, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, dem "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). "Ich finde es generell sehr erfreulich, dass der Bankenmarkt endlich in Bewegung kommt."
..
Berhardt reagierte damit auf Presseberichte, wonach Allianz und Commerzbank gemeinsam rund zehn Milliarden Euro für die Postbank geboten haben sollen. Bei dem Zusammenschluss wäre auch die Allianz-Tochter Dresdner Bank dabei. Bei einem Verkauf der Postbank hat die Politik mitzureden, der Bund mit rund 30 Prozent größter Einzelaktionär der Konzernmutter Deutsche Post ist. Unions-Sprecher Bernhardt nannte Personalabbau im Falle einer Fusion unvermeidbar. Die Institute müssten technisches Personal abbauen. "Dafür wird die Zahl der Berater in Zukunft wieder zunehmen", sagte Bernhardt.
Damit hat Herr Bernhardt den gesamten wirtschaftlichen Sachverstand der CDU komplett offenbart. Oder besser er hat den Offenbarungseid für die Wirtschaftspolitik der CDU geleistet. Normalerweise würde man solche Mitarbeiter sofort fristlos entlassen.
Er hat mit seinen Worten mal eben schnell signalisiert das die Post die Postbank verkaufen solle. Natürlich jetzt im Zeichen der Finanzkrise und dabei gleichzeitig verlangt technisches Personal rauszuwerfen. Die Technik der Postbank in der Abwicklung ist neben den Kunden der Hauptwert dieser Bank. Das muss ein Herr Bernhardt ja ändern. Kann ja nicht sein, das irgendwas vernünftig läuft im Reich der CDU. Da muss Verfall herrschen damit so ein Vogel wie Bernhardt in all seiner Unfähigkeit nicht auffällt.
Dafür will er dann Berater. Ist ja auch logisch. Die werden im Zeitalter des Internetbanking auch dringend gebraucht. Das kann ein Politiker natürlich nicht wissen. Der muss vermutlich gar keine Rechnungen bezahlen, vielleicht wird das gleich verrechnet.
Was diesem Typen überhaupt nicht klar ist, ist die Tatsache das die Dresdner Bank und die Commerzbank schon viel zu viel Beraterballast mit sich rumschleppen und das der Plan der Allianz die Dresdner Banker zu Versicherungsvertretern zu machen kläglich gescheitert ist. Die Kunden wollen eben in der Bank keine Versicherungen kaufen und wenn dann sind die Filialen zu teuer.
Aber auch das ist nur ein zweitrangiges Problem. Warum will Bernhardt die gutgehende Postbank mit der fast toten Dresdner Bank und der seit Jahrzehnten lahmenden Commerzbank zusammenpacken. Die Commerzbank wollte bisher niemand, sie ist überflüssig. Nicht einmal an Italiener zu verkaufen. Geschenkt zu teuer. Die Dresdner Bank hatte mal das grüne Band der Sympathie. Das ist lange her. Falsche Renditeerwartungen, Wegentwicklung vom Kunden, dumme Arroganz und absolute Unfähigkeit in der Führung brachten sie an den Rand des Ruins und in die Klauen der Allianz.
Das wenige was an Fleisch noch an den Knochen war, hat die Allianz abgenagt und sucht nun jemanden für die Knochen. Aber auch die Dresdner Bank ist nicht zu verkaufen. Höchsten mit Beigabe. Also packt die Allianz ein Paket. Zwei große zerkratzte Glasperlen links und rechts und in der Mitte ein kleiner Diamant. Das Paket soll dann verkauft werden. Der Diamant muss den wertlosen Tand mit verkaufen.
Das Spiel geht dann sehr schnell, ja es hat eigentlich schon angefangen. Der Silberturm der Stolz der Dresdner Bank und alle anderen Immobilien würden dann verkauft und langfristig zurückgemietet. Mit diesem Geld würden dann Kredite bei der Allianz abgetragen oder Papiere von der Allianz gekauft, die sonst niemand brauchen kann und haben will. Die Allianz kocht also die Knochen der Dresdner Bank noch für ein letztes Süppchen auf.
Natürlich geben sie das nicht zu, aber die Immobiliengeier krächzen es schon von allen Dächern. Das Spiel scheint gut vorbereitet. Mit den langfristigen und vermutlich auch weit überhöhten Mietverträgen muss die Postbank andere Standorte die sie gemeinsam mit der Post betreibt oder nutzt, aufgeben. Billige Standorte. Das schwächt ihre Wirtschaftlichkeit, scheint aber dem Willen der CDU zu entsprechen.
Dazu kommt noch ein weiteres Problem. Niemand weiß, was die Dresdner Bank und die Commerzbank noch an mistigen Papieren in ihren Tresoren haben. Es ist leicht denkbar das da noch sehr viel Altpapier liegt, das bilanztechnisch nicht aufgearbeitet wurde. Sie geben 10 Milliarden für die Postbank und bringen 100 Milliarden an Abschreibungen mit. Welch ein Geschäft. Für die Allianz und die Eigentümer der Commerzbank.
Was dann kommt kann ich schon beschreiben. Herr Otto Bernhardt, der Wirtschaftsfachmann der CDU ruft den Bundesfinanzminister an und der Steuerzahler darf zahlen. Es wird so laufen. Wieder einmal werden die zahlen müssen, die an der Spekualition nichts verdient haben und sie auch nicht wollten. Was mag es wohl gekostet haben, das die CDU und vor allem Otto Bernhardt dieses Spiel mitspielen. Wir werden es nie erfahren. Es wird niemand ermitteln. Deutschland eben. Vermutlich darf man noch nicht einmal die Frage stellen was Otto Bernhardt kostet, auch wenn sie einen in die Nase beißt.
ganzer Text/Quelle/links