Auszug von duckhome
Monsanto, Genkrieg und der reale Krieg
von Jochen Hoff
Ich habe mich gewundert, das auf meinen gestrigen Artikel "Krieg durch Genpatente und Auskreuzung" gar keine einzige Hassmail kam, wie sie sonst bei diesem Thema immer folgt. Entweder sind da einige Herrschaften nachdenklich geworden, oder sie meinen ich höre wieder auf, wenn ich keine Widerworte bekomme. Beides ist gleichermaßen falsch. Aber dies ist trotzdem der vorerst vorletzte geplante Artikel zu diesem Thema.
Martina Kausch schrieb gestern in einem Kommentar:
Wie im Fall "Order 81" geschehen, haben viele dieser Unternehmen wie Monsanto ihre Fürsprecher, die an entscheidenen Stellen über das künftige "Wohl" dieser Krebsgeschwüre wirken. In diesem Zusammenhang fällt mir ein TV-Beitrag (auf Arte???) über eine Inderin ein, die versuchte, traditionelles Saatgut in einer Bergregion, aus der sie kam, zu bewahren. Parallel dazu versuchte sie, die kleinen Brunnen in den Dörfern zu retten, weil diese ein optimales Kommunikationszentrum für die Einheimischen waren.
Es wurde in diesem Beitrag über die Repressalien berichtet, denen sie ausgesetzt war und die Ohnmächtigkeit der Bauern, als sie feststellen mussten, dass das Getreide, das sie in der Stadt gekauft hatten, im darauffolgenden Jahr nicht mehr für die Aussaat geeignet war. Es keimte nicht!
Stattdessen mussten sie weitere Kredite aufnehmen, um sich neues Saatgut zu kaufen. Der Ertrag reichte gerade dazu, die Schulden ansatzweise zu tilgen.
Meist werden die Welthandelsorganisation, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds von den reichen Nationen dieser Welt, wie den USA und Europa, dazu benutzt, den armen Nationen ein bestimmtes Verhalten abzufordern, das vor allem den Interessen der reichen Nationen dient.
Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Bericht der Schweizer WOZ die fröhlich darüber berichtet, dass aus der schweizerischen Entwicklungshilfe viel mehr Geld zurück fließt, als ausgegeben wird. Das ist übrigens immer und überall so, auch wenn die WOZ hier aufführt, dass ein Teil des Rückflusses aus illegalen Bankeinlagen für die Schweiz besteht. Entwicklungshilfe dient der Ausbeutung und ist Teil der Wirtschaftskriegsführung.
Je ärmer ein Land ist, je weniger Bodenschätze es hat, desto mehr ist nur für die Ausbeutung durch Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemittel zu gebrauchen. Das Land wird einfach mit Gendreck überrollt, die Böden vergiftet und dann vergessen.
An den Stellen an denen die USA direkt einen Angriffskrieg führt, wie z.B. im Irak, ist die Landwirtschaft natürlich auch ein Kriegsziel. Dazu hilft die berüchtigte Order 81 des Zivilverwalters für den Irak Paul Bremer, mit der die eigenständige irakische Landwirtschaft praktisch vollkommen vernichtet und nur noch amerikanisches Saatgut zugelassen wurde. Ich habe hier Heise verlinkt, weil dort die umfassendste Darstellung in einem Artikel ist. Aber es gibt tausende andere Quellen im Netz:
Das neue Patentgesetz würde den irakischen Landwirten "den Krieg erklären", wettert Grain deshalb. Generationen von kleinen Bauern im Irak hätten in einem unregulierten, quasi informellen System ausgesät. Pflanzen wurden ohne gesetzliche Einschränkungen gezüchtet und oftmals auch zwischen den Bauern ausgetauscht. Unter dem neuen Gesetz würde das praktisch verboten ...
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Zum einen ist anzunehmen, dass gerade über Hilfslieferungen auch GV-Saatgut [genverändertes] ins Land gelangt, gleichzeitig aber keine strengen Auflagen zu Koexistenz und Haftungsfragen bestehen. Die Bauern, sollte sich GV-Saatgut einmal ausgekreuzt haben, wären den Patentinhabern - im Reglefall Biotech-Multis wie Monsanto oder Syngenta - ausgeliefert und müssten später vielleicht Lizenzgebühren für etwas zahlen, das sie nie haben wollten. Das Gesetz würde auch explizit die Förderung von GVOs vorsehen, kritisiert Grain.
Die Organisation sieht aber auch die Gefahr bei ganz konventionell gezüchtetem Getreide. Grain spricht davon, dass künftig primär PVP (Plant Variety Protection)-zertifizierte Pflanzen für den Markt zugelassen werden sollen. Diese Einstufung wäre aber wiederum an die sogenannte [extern] UPOV-Convention gebunden. Das Internationale Übereinkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV) wurde 1961 unterzeichnet und trat 1968 in Kraft. Ziel der UPOV ist es, Züchtern exklusive Eigentumsrechte zuzusprechen. Die letzte Änderung von 1991 basierte vor allem auf der immer stärker voranschreitenden Patentierung von genetischen Ressourcen durch die Gentechnik. Nach Art. 14ff. UPOV 91 ist die Zustimmung der Züchter zur Erzeugung oder Vermehrung, zum Aufbereiten, Lagern, Feilhalten und Vertreiben sowie zum Import und Export von Vermehrungsmaterial ihrer Sorten erforderlich.
Allerdings ließ UPOV bezüglich des Saatguts zwei Ausnahmen zu: Zum einen das Landwirteprivileg: Hierdurch wird Landwirten das Recht auf Wiederaussaat von sortenrechtlich geschütztem Saatgut zugestanden. Zum anderen gilt das Züchterprivileg: Es erlaubt den Züchtern geschützte Sorten als Grundlage für neue Sortenzüchtungen zu verwenden, ohne dafür Lizenzgebühren zu zahlen . In UPOV 91 wurde allerdings die generelle Möglichkeit des kostenlosen Nachbaus wieder eingeschränkt. Gentechnisch veränderte Sorten fallen nun nicht mehr ohne weiteres unter das Züchterprivileg.
Entscheidend für die Entwicklung im Irak ist aber, dass die Order 81 eben genau die Wiederaussaat verbietet und somit das im UPOV ursprünglich vorgesehene Landwirteprivileg aushebelt. Produktion, Reproduktion, Verkauf, Export und Import wären in letzter Konsequenz großen Pflanzenzüchtern vorbehalten.
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Das De-facto-Monopol würde für Getreidesorten 20 Jahre, für Wein und Bäume 25 Jahre gelten, berichtet Grain. Von der neuen Gesetzeslage im Irak würden nur Konzerne wie Monsanto, Syngent, Bayer und Dow Chemical profitieren, die dann die Kontrolle über die irakische Landwirtschaft inne hätten, kritisiert die Umweltorganisation
Bei gentechnisch verändertem Material hätten sie das Monopol für ewig. Was die USA wie Martina berichtete in Indien und wie ich weiß in vielen anderen Ländern der Welt durch wirtschaftlichen Druck geschafft hat, macht sie im Irak mit kriegerischen Mitteln. Schon alleine deshalb gehören die US-Administration, die Miltärführung und auch Herr Bremer als Kriegsverbrecher vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag. Aber selbstverständlich auch die Führungen der Unternehmen die von solchen Maßnahmen profitieren, wie Monsanto, Syngent, Bayer und Dow Chemical.
Da aber Horst Köhler unser aktueller Bundespräsidentendarsteller, als Chef des IWF die Zusammenarbeit mit der Weltbank so gestaltet hat, das viele dieser Handelserpressungen überhaupt erst möglich wurden, ist von Deutschland kein aktives Vorgehen zu erwarten. Ob man Köhler Vorwürfe machen kann, hängt davon ab, wie man dessen geistige Fähigkeiten einschätzt. Ich neige dazu ihm keine Vorwürfe zu machen, weil ich nicht glaube das er nur annähernd kapiert hat, oder heute kapiert, was los ist.
Das gleiche gilt für unsere gesamte Politik. Die wenigen die wissen was läuft, sind entweder gut geschmiert oder als Parteisoldaten in der Pflicht. Werden sofort zurückgepfiffen wenn sie nur eine richtige Frage stellen. Die Lobbyisten sind überall und verhindern so weit es geht Berichterstattung, zumindest soweit sie aktuell ist. Selbst die jetzige Austrahlung eines alten Monsantofilms auf ARTE ist ja nicht wirkliche Berichterstattung.
Unsere Leitmedien sind eben davon abhängig, das sie Werbung bekommen und hinter der Genmafia steckt sehr viel Geld. Wer Bayer-Werbung haben will, darf Bayer nicht kritisieren. Deshalb nicken unsere Medien ja nur noch brav zu allen Themen und beschäftigen sich dann lieber damit, auf die einzuschlagen die sich nicht wehren können.
Dummerweise werden aber auch unsere Herren Qualitätsjournalisten nicht von den Folgen der Genmanipulation verschont bleiben. Die verschwundenen amerikanischen Bienen waren nur der Anfang, andere bestäubende Insekten werden folgen und natürlich auch Tiere die sich von diesen Insekten ernähren. Aber die fallen uns nicht so auf. Sie sind nicht so putzig. Nur die Schmetterlinge werden uns fehlen.
Wie hoch der Anteil an Kindern ist, die durch genveränderte Nahrungsmittel erst allergisch wurden, können wir nicht sagen. Wir haben auch keine Idee dazu, wie viele weltweit wohl schon daran gestorben sind. Ich vermute einmal die Zahl würde uns erschrecken. Ach ja. Da ist ja noch die nachlassende Fruchtbarkeit bei Männern und das der Wurm mehr Haken als Stamm ist. Ich habe die Studie nicht mehr gefunden die mal kurzfristig behauptet hat, es gäbe im Genmaisgürtel und anderen ähnlich betroffenen Gebieten mehr Männer die Viagra brauchen, als sonst in den USA. Vielleicht habe ich das auch nur geträumt.
Randomuserbln sagt in einem Kommentar:
Die Büchse der Pandora wurde geöffnet.Es kein zurück mehr. Es ist nicht möglich diesem Pflanzen "Einhalt zu gebieten". Die genveränderten Pflanzen werden sich rund um den Planeten vermehren. Sagt der gottgegebenen Nahrung ein für alle mal Tschüss. Sagt den Monsterpflanzen "Hallo". Schöne Monster haben sie da zurechtgezüchtet, mich hat alleine der Anblick angeekelt. Verzweigte Maiskolben, und bambusähnliche Gewächse der angeblich Mais sein soll. Da kenne ich noch was ganz anderes, als ich im Kindesalter im Maisfeld gespielt habe.
Es ist richtig. Die Büchse der Pandora wurde von Menschen geöffnet. Aber sie lässt sich auch von Menschen wieder verschließen. Aber das folgt im letzten Beitrag dieser kleinen Reihe.
ganzer Text/Quelle/links
Auszug von gerhard wisnewski
Saat der Zerstörung - Gespräch mit dem Autor (mp3)
von Gerhard Wisnewski
"Wes Brot ich es, des Lied ich sing", sagt ein altes Sprichwort. Und wenn es so weiter geht, dann werden wir alle bald das Lied des anglo-amerikanischen Imperiums singen - und zwar, weil wir nur noch Brot und Gemüse von Monsanto, DuPont oder Cargill essen werden. Drei oder vier Konzerne streben die Weltherrschaft über die Kontrolle des gesamten Saatguts an. Darüber führte ich ein Gespräch mit dem Autor des Buches "Saat der Zerstörung", F. William Engdahl, bekannt durch "Mit der Ölwaffe zur Weltmacht".
ganzer Text/Quelle/mp3(auf das radio klicken)
oder hier
engdahl.mp3
Auszug von plus7 arte tv
Monsanto, mit Gift und Genen (Video)
Regie: Marie-Monique Robin
Der Dokumentarfilm erkundet das Reich des US-amerikanischen Konzerns "Monsanto Chemical Works", dem weltweiten Marktführer für Biotechnologie. Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt "Monsanto" auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde, stellte es doch das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid "Agent Orange" her. Heute sind 90 Prozent der angebauten gentechnisch veränderten Organismen "Monsanto"-Patente. Diesen Umstand halten viele für bedenklich....
ganzer Text/Quelle/Video