Hamburger Bordellbesitzer schreibt an Jürgen Rüttgers von Dr. Alexander von Paleske
Die folgende Mail schickte mir ein Maulwurf in der NRW-CDU-Parteizentrale
Otto Anschaffer Freudenhaus 103 Grosse Freiheit Hamburg-St. Pauli
Jürgen Rüttgers Ministerpräsident Regierungshaus 1 Düsseldorf
Sehr geehrter Herr Rüttgers,
darf ich mich zunächst vorstellen: Ich bin Inhaber von 15 Häusern auf dem Hamburger Kiez, der insbesondere von bestimmten Kreisen als anrüchig angesehen wird.
Deswegen bin ich und sind meine Berufskollegen immer sehr daran interessiert, den Ruf aufzubessern, ihm das Anrüchige zu nehmen.
In den 70er und 80er Jahren gelang es beispielsweise den grossen Parteien die Assoziation von Waschmaschine mit schmutziger Wäsche zu beseitigen. Die hatten nämlich Waschsalons eingerichtet, in denen nicht schmutzige Wäsche sondern Geld gewaschen wurde, Geld, das über hochhonorige staatsbürgerliche Vereinigungen, sogenannten Zweckgesellschaften, dann der politisch so wichtigen Arbeit der Parteien zugute kam.
Das ermutigte grosszügige Spender, wie beispielsweise Flick, reichlichst zu spenden und diese Spenden dann in vollem Umfang von der Steuer abzusetzen. Natürlich war das etwas ausserhalb der Legalität, aber verständlicherweise kann man als wohlhabender Staatsbürger nicht jeden Tag mit dem Strafgesetzbuch unter dem Arm herumlaufen, ich auch nicht.
Leider hatte damals der SPIEGEL sich an die Fersen von honorigen Leuten wie dem Wirtschaftsminister und Marktgrafen Lambsdorff geheftet, aber diese Zeiten sind glücklicherweise heute vorbei, da mittlerweile selbst der SPIEGEL jeden Rückgang des Anzeigengeschäfts fürchtet und schon Anzeigen geschaltet hat, die wie Original-SPIEGEL-Artikel aussahen.
Danke, Danke Meine Danksagung gilt nun Ihnen, weil sie der Prostitution das Anrüchige genommen haben, indem sie die Prostitution in der Politik sozusagen salonfähig gemacht haben.
Dies wird sich sicherlich auch positiv auf die gemeine Prostitution auswirken.
Dass man bei Ihnen Gesprächstermine gegen Geld bekommt, finde ich absolut in Ordnung. In unserer Republik darf nicht nur in bestimmten Etablissements Zuneigung gegen Geld erhältlich sein, sondern insbesondere auch und gerade in der Politik.
Viel Erfolg im Wahlkampf Für den laufenden Wahlkampf in NRW sage ich Ihnen jede denkbare Unterstützung zu. Und wenn der politische Weg Sie wieder mal nach Hamburg führen sollte, versäumen Sie bitte nicht, bei mir hereinzuschauen.
Beigefügt ein Scheck für Ihren Wahlkampf. Eine Spendenquittung benötige ich nicht, da ich onhehin nur einen geringen Teil meiner Einkünfte versteuere.
Deutschbanker Ackermann stoppt Swapserei mit Kommunen? von Dr. Alexander von Paleske
Josef Feldherr Ackermann Deutsche Bank -Zentrale- Frankfurt (M) Ortsteil Krankfurt Am Teufelsrad 1
Liebe Deutschbanker,
wir haben wieder mal ein hervorragendes Ergebnis eingefahren, dank unserer vielfältigen Spekulationsgeschäfte, vor allem international, aber auch national.
Leider müssen wir aber aus politischen Gründen ein Projekt stoppen, das hier unter dem Decknamen KVMAM lief. Das ist, wie Ihr wisst, nicht die Abkürzung für die kassenärztliche Vereinigung Mannheim, sondern für „Kleinvieh macht auch Mist“. Denn neben den grossen Spekulationsgeschäften, die wir unter der Abteilung Investmentbanking zusammenfassen, und die uns so viel Geld einbrachten, haben wir uns auch einen vergleichsweise kleineren, aber ganz und gar nicht unbedeutenden, Heimatmarkt für Spekulationsgeschäfte geschaffen, und zwar mit Städten und Gemeinden: Ich meine die Zockerei mit Zins–Swaps.
Dabei kam uns natürlich der Umstand zugute, dass die überwiegende Zahl der Städte und Gemeinden de facto bankrott ist. Und diejenigen, die es noch nicht sind werden es aufgrund der Steuerkürzungen bei gleichzeitig steigender Aufgaben- und Ausgabenlast jetzt werden.
Aber da der Staat ja immer neue Kredite aufnehmen kann, notfalls später dann die Gelddruckpresse in Bewegung setzt, gab es selbst unter „Quelle-ähnlichen Bedingungen“ für uns noch eine ganze Menge Geld zu verdienen.
Ich bin meinen Mitarbeitern vor Ort ausserordentlich dankbar, dass sie so gute Ueberzeugungsarbeit geleistet haben und den angeblich verzweifelten Kämmerern unsere wohlklingenden Finanzprodukte wie „Spread- Ladder- Swaps“ andrehen konnten.
Mitleid völlig unangebracht Einige unserer Mitarbeiter konnten allerdings ihr Mitleid nicht unterdrücken. Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch einmal betonen, dass in unserer global operierenden Bank kein Platz für Weicheier ist. Wer seine Mitleidsgefühle nicht unterdrücken kann, sondern ausleben will, der soll bitteschön Sozialarbeiter werden.
Erfolg durch Vernebelung Bei dem erfolgreichen Zins-Swap Geschäften hat sicherlich auch geholfen, dass unser Produkt schwierig für Aussenstehende zu verstehen ist, während für uns das eigentlich ganz einfach ist: Die Gewinner sind unterm Strich immer wir. Insofern ist die Situation mit einem Casino, das ja auch letztlich immer der Gewinner ist, durchaus vergleichbar.
Aber die Stadtkämmer wollten sich nicht die Blösse geben, keinen Durchblick zu haben, und das hat die Verhandlungen mit denen natürlich enorm vereinfacht. Da, wie geplant, die Sache in den ersten Monaten immer super lief – für die Gemeinden – und später, wie ebenfalls geplant, nur noch für uns, haben die auch noch ordentlich Mundpropaganda für uns betrieben, sodass wir förmlich überrannt wurden von Anfragen, die meistens dann mit einem Swaps-Geschäft endeten. Nur der Vollständigkeit halber setzte ich noch einmal die Liste unseres Erfolges hier rein:
Hagen (51 Millionen Euro gutgemacht) Neuss ( 16 Millionen).
Allein in NRW haben mehr als hundert Gemeinden und Städte mitgemacht.
Hinzu kommen noch verschiedene Wasserwerke, Wohnungsbaugesellschaften und Abfallbeseitigungsbetriebe darunter die Ulmer Wohnungsbaugesellschaft und die Wasserwerke Südharz, wobei wir stolz darauf seien können, den Löwenanteil dieser Swap Geschäfte an Land gezogen zu haben und andere Banken, wie die Commerzbank, auf die Plätze verweisen konnten.
Vergeblicher Gang zum Gericht Einige Gemeinden und Städte, darunter Solingen, Neuss und Ravensburg, nachdem die realisierten, auf was sie sich da eingelassen hatten, rannten zum Kadi. Aber unsere Rechtsabteilung hatte die Verträge so wasserdicht ausgearbeitet, dass die allesamt auf die Nase fielen bzw. noch fallen werden.
Lediglich bei einigen kommunalen Betrieben mussten wir wegen deren völliger Unbedarftheit gelegentlich eine Niederlage einstecken.
Der Grund, warum wir jetzt das KVMAM-Projekt stoppen müssen, liegt in einem drohenden Zusammenbruch der Kommunalversorgung, der schliesslich zu politischen Unruhen führen könnte.
Die Gemeinden haben leider auch noch sogenannte Cross- Border -Leasing Verträge (CBL’s) mit US-Firmen abgeschlossen, wobei sie ihr ganzes Tafelsilber wie Wasserwerke, Gebäude, Strassenbahnen etc. verkauft und dann zurückgemietet haben. So ein Quatsch. An den Folgen dieser Geschäfte werden noch unsere Kindeskinder leiden.
Banker brauchen keine Schwimmbäder Zwar ist es für uns Banker unbedeutend, ob die Gemeinde noch ihr Schwimmbad unterhalten kann, oder nicht, weil wir ja fast alle eigene swimming pools haben, das gleiche gilt für die öffentlichen Bibliotheken. Wir leihen uns eh keine Bücher aus, wir kaufen sie, oder, wenn sie uns sehr feindlich gesonnen sind, lassen wir sie beschlagnahmen.
Aber politische Unruhen sind das allerletzte, was wir jetzt brauchen. Deshalb dieser für uns doch recht schmerzhafte, aber politisch gebotene, Rückzug von der Swapserei mit den Kommunen.
Deutschbanker Ackermann schreibt an CSU-Seehofer von Dr. Alexander von Paleske
Die folgende Mail erreichte mich über einen chinesischen Regierungshacker, dem es gelang, erfolgreich bei der Deutschen Bank einzubrechen.
Josef Feldherr Ackermann c/o Deutsche Bank Frankfurt (M), Ortsteil Krankfurt Am Teufelsrad 1
Lieber Freund,
mit grosser Sorge habe ich beobachtet, wie der Hypo-Alpe- Adria- Bank-Skandal Dir und Deinen getreuen Gefolgleuten von der CSU geschadet hat. Innerlich habe ich gekocht vor Wut, wie diese österreichische Verlust- und Skandalbank seinerzeit an den Freistaat Bayern bzw. dessen Landesbank verhökert wurde.
Hätte man doch mich nur gefragt, ich hätte von diesem Kauf strikt abgeraten.
Dank unserer Geschäftstüchtigkeit - wir streben ja nach wie vor eine Rendite von mindestens 25% an vorwiegend natürlich aus Spekulationsgeschäften - haben wir es geschafft, die österreichischen Bundesbahnen, auch ÖBB genannt, letztlich also den österreichischen Staat, um 295 Millionen Euro zu erleichtern und damit gleichzeitig der Skandal-Alpenrepublik eins auszuwischen. Das wird Dich sicher freuen.
CDO's an die Bahn Diese defizitären Eisenbahnen hatten nämlich bei uns Wettschulden - äh, ich meine Zahlungsrückstände - von ursprünglich mehr als 600 (612,9) Millionen Euro gehabt. Wir hatten es vor 5 Jahren geschafft, denen sogenannte CDO‘ s anzudrehen.
CDO’s sind Collateralized Debt Obligations, also Derivate, deren uferlose Ausgabe zusammen mit den Credit Default Swaps schliesslich zur Finanzkrise geführt hat. Bankenintern haben haben wir natürlich einen anderen Namen für diese Dinger. Bei uns heisst das „Collecting Devils Overcharge“
Wir ahnten ja, dass es mit der Finanzkrise bald losgehen würde, und deshalb waren wir auf der Suche, wie wir unsere Kreditrisiken bzw. die Kreditausfallrisiken von bestimmten gefährdeten Firmen umladen und damit schleunigst loswerden konnten.
Erst die IKB Zum einen fanden wir freudige Abnehmer bei der Industriekreditbank (IKB), seinerzeit Tochter der Staatsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau. Ich hatte nach den für uns ausserordentlich positiv verlaufenden Verkaufsverhandlungen den Eindruck gewonnen, dass es sich da um einen Schnarchverein handelte, der offenbar gar nicht durchblickte, was für einen Schrott wir da abladen wollten, und wie bereits die Gewitterwolken der Finanzkrise sich zusammenbrauten.
Aber auf der anderen Seite gehörte ja die IKB-Bank über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) dem Staat, sodass zum Schluss alles dann auf den Steuerzahler umgeladen werden konnte. Daher konnte uns das dann letztlich egal sein.
Dann die ÖBB Zum anderen gelang es uns, bei den österreichischen Bundesbahnen Kreditrisiken in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro im Jahre 2005 abzuladen. Das war so eine Art „Hans im Glück Geschichte", die ich gerne intern als beispielhaft für mutiges Bankgeschäft zum Besten gebe.
Die ÖBB bekam jährlich 3 Millionen Euro von uns zugesagt bis zum Jahre 2015, und im Gegenzug konnten wir gebündelte Kreditrisiken im Werte von mehreren Hundert Millionen Euro denen andrehen.
Die Damen und Herren von den austrischen Staatsbahnen blickten offenbar gar nicht durch, die hörten immer nur „jährlich 3 Millionen Euro“ und dachten offenbar, dass die Deutsche Bank denen das schenken würde, und wir liessen sie in dem Glauben. Aber wir sind nun wirklich kein Wohltätigkeitsverein.
Die wachten erst auf, als es nach der Finanzkrise „Zahltag“ hiess und an uns 612,5 Millionen Euro zu löhnen waren. Da fingen die dann an zu schreien und bliesen in ihre Alpenhörner. Aber das hat alles nichts genutzt. Pacta sunt servanda - Verträge müssen erfüllt werden.
Diese ÖBB -Schlafmützen riefen dann die Gerichte an, aber die Gerichte gaben uns in beiden Instanzen Recht, wie sich das so gehört.
Nun haben wir uns geeinigt, und denen Rabatt gegeben, aber es bleiben immer noch schlappe 290 Millionen für unseren Geldsack. Wir wollten durch unsere Grosszügigkeit schliesslich auch verhindern, dass dort ein zweiter Andreas Hofer heranwächst, der dann zum Sturm auf die ausländischen Banken aufruft.
Ich habe denen empfohlen, in den Speisewagen nur noch halbe Portionen zum gleichen Preis anzubieten, auch noch dazu ein Beitrag zur Bekämpfung von Fettsucht und Diabetes.
Horst Seehofer Franz-Josef –Strauss- Gedächtnisplatz 1 München
Lieber Josef,
ganz herzlichen Dank für Deine E-Mail. Es hat mich doch ungemein getröstet, dass nun auch die austrische Regierung bluten muss.
Der Hypo-Alpe-Skandal wird noch wie ein Klotz am Bein für eine ganze Weile meine Regierungsarbeit behindern, weil die Opposition, anstatt sich spalten zu lassen, sich erdreistet hat, zusammen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu beantragen. . Aber ich werde es wie auf der Titanic halten: Jeder für sich selbst und Gott mit mir allein.
Wenn der Ausschuss die Herren Faltlhauser, Beckstein und Stoiber an den Galgen liefert – so denn. Hauptsache, ich überlebe das politisch.
Ja, das ist wirklich bedauerlich, dass man Dich nicht vor dem Kauf der Hypo-Alpe konsultiert hat, denn Du wusstest ja von den gemeinsamen Jersey -Geschäften mit dieser Jörg-Haider-Skandal-Bank, auch Skandalpe genannt, wie wenig Sachverstand dort vorhanden war, so dass Ihr denen problemlos Schrottpapiere im Rahmen des gemeinsamen Projekts Carinthia I und Carinthia 2 unterjubeln konntet.
Aktion warmer Anzug Leider werden wir uns in den nächsten Jahren sehr warm anziehen müssen, finanziell meine ich natürlich, und da bin ich auf Deinen sachverständigen Rat doch sehr angewiesen.
Mit dem Euro geht es ja nun bergab, und ich denke, dass die Zeiten der Euroausdehnung längst vorbei sind. Vielmehr geht es jetzt darum, Länder wie Griechenland, Island, Berlusconis Mafialand Italien und auch Spanien an die Kandarre zu nehmen und mittelfristig aus dem Euro-Dollar-Verbund hinauszuwerfen. Schliesslich können wir nicht mitansehen, wie diese Länder nicht nur ihre eigene Wirtschaft in die Tiefe reissen sondern uns damit auch.
Wir überlegen ganz ernsthaft, ob wir nicht die DM wieder einführen sollten. Ich denke dass eine dahingehende Entscheidung in circa zwei Jahren ansteht. Bis dahin werden wir noch gewaltig Druck nach aussen machen, um solche ausgabefreudigen Länder wie Griechenland zur Raison zu bringen.
Fell über die Ohren Andererseits dürfen wir natürlich selbst nicht vergessen, bei uns zu Hause den Rentnern und den Hartz IV Empfängern das "Fell über die Ohren zu ziehen".
Leider hat sich mein Freund Schäuble heute verplappert, als er die Bevölkerung auf einen drastischen Sparkurs einstimmen wollte. Damit hätte er mal schön bis nach den Wahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai warten können. Aus seinem Politikerleben sollte er doch wissen, dass in der Politik Ehrlichkeit kurze Beine hat.
Sparvermögen halbieren Das alleine wird aber nicht helfen, sondern parallel dazu werden wir die Gelddruckmaschinen in Gang setzen müssen. Mir schwebt vor, das Sparvermögen unserer Bevölkerung in den nächsten drei Jahren zu halbieren, durch Inflation und Steuererhöhungen. Glücklicherweise ahnt die Bevölkerung nicht im entferntesten, wie katastrophal die Lage mittlerweile ist und wir werden ihr die Wahrheit auch nur in kleinen Dosen gestreckt über einen langen Zeitraum vermitteln.
Deswegen halte ich es für wichtig, dass von Seiten der Grossbanken unberechtigter Optimismus verströmt wird. Notfalls muss man eben auch die Bilanzen schönen. Lass uns beide in engem Kontakt bleiben.
Unter dem Titel “Bis Neulich “ spielt Volker Pispers ein ständig vor sich hinwucherndes bzw. mutierendes Kabarettprogramm, das einst im Herbst 2002 als BEST Of aus 20 Jahren das Bühnenlicht erblickt hat und inzwischen eine ständig aktualisierte, wilde Mischung aus ganz alten und ganz neuen Texten ist. Als Kabarettprogramm in progress ist kein Abend genau wie der andere, und wenn Sie “Bis Neulich” ein paar Monate später wieder besuchen, werden Sie schon wieder Einiges vermissen was sie heute gehört haben und Einiges hören, was Sie heute zwangsläufig vermissen mußten. So spiegelt das Programm den Zustand der Republik: Das Immerneue im Ewiggleichen. Denn während uns der Medienzirkus mit seinen Sprechblasenjongleuren vorgaukelt, daß ständig etwas passiert, tut sich bei den grundlegenden Problemen so gut wie nichts.
Seinen grundlegenden Stil hat der Kabarettist über die Jahre kaum verändert: Pispers ist der freundliche und scheinbar harmlos daherredende Conférencier geblieben, der - eben noch lächelnd - plötzlich hundsgemein werden kann.
Respekt sucht man in Pispers‘ Programmen vergeblich. Unverblümt, kraß und direkt pendelt er zwischen bitterböse und charmant-witzig, wenn er die Absurditäten der Welt zu Ende denkt. Seine Verarbeitung von Zitaten, seine gewagten Rechenoperationen und seine Zukunftsszenarien versöhnen das Publikum durch ein befreiendes Lachen mit seiner eigenen gefühlten Wirklichkeit. Hompage Volker Pispers
Die Geschwister Paula und Paul besuchen in Wansen an der Lahe weiterführende Schulen: Paula, die Ältere, das Goethe-Gymnasium und Paul die Friedrich-Ebert-Stadtteilschule. Denn, als er eingeschult wurde, war die Primarschule des Goethe-Gymnasiums als Folge der Bildungsreform zur SvS (Selbst verwaltete Schule) überfüllt. All zu viele Eltern hatten diese Vorschule der Primarstufe, die bei dieser ehrwürdigen Bildungsanstalt angedockt war, angewählt, weil sie sich davon Vorteile versprachen. So musste denn der Zweitgeborene Vorlieb mit der Stadteilschule nehmen, in die zumeist die Arbeiter- und Ausländerkinder gingen. Die Eltern hatten für beide Kinder Bildungsgutscheine von der Kommune bekommen: Blaue für die drei Rs (reading, writing, arithmetics), grüne mit einem großen L für languages, gelbe für Naturwissenschaften, Sport, Musik , Kunst, Schwimmen, Computer, Kochen, Holz- und Metallwerken. Die blauen lösten sie gegen Unterricht an den beiden Schulen ein. Die grünen bei der Berlitz-School am Ort, die gelben für Naturwissenschafts-Kurse im Phywe-Lehrinstitut. Für die anderen gelben hatten sie im Sonderangebot bei Tschibo Gutscheine eingetauscht, die sie in der JEKI- Liz-Mohn-Musikschule (Jedem Kind ein Instrument, früher kommunale Jugendmusikschule), dem örtlichen Body-Builder und dem Vattenfall Kochstudio einlösen konnten. Es blieben sogar noch einige übrig, die sie für Nachhilfe bei der Klett-Tochter „Schülerhilfe“ ausgeben konnten. Da beide Kinder zwar hochbegabt, aber Legastheniker waren, bezahlen die Eltern aus den Konten des Bildungsspar-Briefes der Deutschen Bank, den die Großeltern schon vor Jahren angelegt hatten, Förderunterricht bei der Sylvan-Learning- Schule, die nach US- Methoden fördert.
Die beiden Schulen sind unterschiedlich organisiert: Das Goethe-Gymnasium ist vor Jahren an den Phorms-Schulkonzern aus Berlin verkauft worden, die F. Ebert-Schule ist ein PPP-Projekt, das heißt ein Public-Private-Partnership-Projekt zwischen der Stadt Wansen an der Lahe und der Bertelsmann-Stiftung. Beide erhalten von der Stadt ein festes Budget pro Jahr, müssen aber Zusatzeinnahmen akquirieren, um den Schulbetrieb aufrechterhalten zu können. Beim Goethe-Gymnasium zieren große Reklamen die Außenwände und Werbetafeln jeden Schulflur. Es hat einen Generalvertrag mit Coca Cola, das auch die rote Schulkleidung gegen eine geringe Gebühr der Eltern stelle und die Schulkantine in Kooperation mit MacDonalds unterhält. Es war im letzten Jahr ins Gerede gekommen, was zu tagelanger Pressefehde in der „Wansener Allgemeinen“ führte, weil ein Primaner von der Schule geflogen war, der plötzlich mit einem Pepsi-T-Shirt erschien und sich weigerte, es auszuziehen. Trotz guter Noten flog er, weil die Schule die Konventionalstrafe aus Atlanta fürchtete. Die F. Ebert- Schule zeigt nur Werbung für Firmen des Bertelsmann- Konzerns: RTL, Arvato, Random House, VOX, UFA, Bertelsmann- Buchklub und so fort. Vor allen Unterrichtsstunden erscheint auf den Klassen- Beamern „Diese Stunde wird Euch präsentiert von RTL II“ oder „Diese Geographie-Stunde wird präsentiert vom Verlag Perthes in Gotha“, denn Bertelsmann hat ja inzwischen fast alle deutschen Fachverlage aufgekauft, aber die eingeführten Namen gelassen. Der Direktor, Dr. Dr. Maddelhilf, ein ehemaliger Bertelsmann- Manager, hat dafür gesorgt, dass der F. Ebert- Schule die gesamte Schulhoffläche erhalten blieb. Im Goethe- Gymnasium ist der halbe Schulhof abgetrennt und als Parkplätze an umliegende Geschäfte vermietet worden. PPP mit Bertelsmann hat eben seine Vorteile: Man brauchte sich nicht jedes Jahr um neue Sponsoren zu bemühen! Auf beiden Schulhöfen patrouillieren Doppelstreifen von Securitas, die auch an den Eingangsschleusen die täglichen Sensorkontrollen nach Waffen und Messern vornehmen. Die Phorms AG bringt ihr eigenes Gebäudemanagement einschließlich der Hausmeister mit, bei der F. Ebert- Schule kommen sie von der größten Bertelsmann-Tochter Arvato. Das sind zumeist 1-Euro- Jobber. Ebenso die Fahrradwachen, Putzfrauen, KantinenhelferInnen und Schulsekretärinnen.
Beim Goethe-Gymnasium gibt es Lehrer-Jahresverträge. 20 % des Gehaltes werden als Leistungsprämien gezahlt. Die LehrerInnen sind alle sehr jung, weil sie jährlich gegen die alten, deshalb teureren Lehrkräfte ausgetauscht werden. Bei der Bertelsmann-Schule gibt es 2 Jahres- Verträge, dafür aber mehr Teilzeit-Kräfte, unter denen viele Uni-Assistentinnen ihren Zweitjob haben. Alle Lehrkräfte arbeiten 40 Stunden in der Schule, haben dafür aber auch alle ihren persönlichen Counter als festen Arbeitsplatz in der Schule. Durch die neueste EU- Dienstleistungsrichtlinie sind Zeugnisse, Ziffernnoten und Schüler-Portfolio-Mappen abgeschafft und durch europaweit anerkannte „Skill-Cards“ ersetzt worden. Alle Leistungen, alle Kurse, auch die beim privaten Body-Builder verbrachten, jeder Tadel und jedes Versäumnis wird sofort elektronisch auf die Karte geladen, deren sonstige Angaben mit dem 2006 eingeführten Schülerzentralregister übereinstimmen. Dafür gibt es jeweilige Credit-Points. Und auch die Ergebnisse der Lehrer-Tamagotschis werden übertragen. In den „Drei R-Stunden“ hatten die LehrerInnen Tastaturen mit 60 Knöpfen auf den Pulten, für jeden Schüler einen roten und einen blauen. Blau wird bei jeder richtigen Antwort oder guten Frage gedrückt, rot bei falschen oder keinen Antworten, beim Schwatzen oder bei Unaufmerksamkeit. Die Eltern können sich gegen Gebühr, an die Schule zu zahlen, online einloggen und so alle halbe Stunde das Verhalten ihrer Sprösslinge abfragen. Wer 120.- monatlich zahlt, kann das alle 30 Minuten tun, wer 60.- € zahlt nur alle 60 Minuten.
Im Goethe-Gymnasium erhält jeder Schüler einen Laptop von Intel, den die Eltern verbilligt kaufen können, bei der F. Ebert-Schule die von Microsoft, die Bertelsmann stellt. Auch die LehrerInnen planen ihren Unterricht und die Power-Point-Präsentationen auf kostenlos überlassenen Computern. Bei Intel müssen sie die Unterrichtsentwürfe bei der Intel-Akademie in Dillingen abliefern, die Bertelsmänner bei Random-House in Gütersloh. Dafür können sie dann die weltweit vernetzten Datenbanken mit vorfabrizierten Unterrichtsstunden nutzen - gegen Gebühr pro Modul versteht sich. Das macht aber gar nichts, denn aller Unterricht ist modularisiert und auf bundesweite Standards ausgerichtet. Er wird auch ständig evaluiert. Die Ergebnisse werden für die SchülerInnen in die Skill-Cards eingetragen, für die Lehrerinnen in ihre Gehaltskonten. Sie dienen als Grundlage für die Leistungszulagen (so genannte „Leistungsabhängige Gehaltsbestandteile“, die schon Rot-grün in den Neunzigern in die Beamtengesetze eingeführt hatte).
Obwohl Paulas Schule Teil einer privaten AG ist und die von Paul eine halbstaatliche PPP-Schule: Für die Steuerung macht das keinen Unterschied. In allen Schulen der EU gibt es nämlich einheitliche Kostenkennziffern für das gesamte schulische Geschehen, insgesamt 900, die zur SAP R 3- Steuerungssoftware gehören. Leistungen der Schüler und Lehrergehälter werden nach den Sollkennziffern abgerechnet, genauer, nach dem Erreichungsgrad. Z. B. wie viel % des Unterrichts computergestützt erteilt wurde oder wie viele % der Schulabgänger eine Lehrstelle im dualen System ergattert hatten oder wie viel % der Schüler mit einer Lehrkraft zufrieden gewesen sind oder wie viele % der Wörter im Test richtig geschrieben worden waren. Das Phorms Goethe-Gymnasium benutzt dafür das von der amerikanischen ETS (Educational Testing Systems, der weltweit größte Test-Konzern, der real die riesigen PISA-Tests für die OECD durchführte) entwickelte Evaluationssystem. Die F. Ebert- Schule als Bertelsmann-PPP-Schule natürlich das von Bertelsmann entwickelte SEIS- Evaluationssystem. Die Prozentrangplätze beider Schulen gehen in das jährliche, bundesweite Ranking ein, das die KMK verordnet hat und das FOCUS jährlich in einem FOCUS-Spezial veröffentlicht. Auch in der Internet- Plattform „Spick mich“ kann man es nachlesen und ggf. herunterladen. Die einzelnen Ergebnisse werden nach einem komplizierten System faktorisiert, in die auch die Computerauswertung aller Schulhof- Videokameras und – mikrophone eingehen. Denn es gibt bei Schulhof- Raufereien, dem Gebrauch von Schimpfwörtern oder der Benutzung fremder Sprachen auf dem Schulhof (Schulordnung am Goethe-Gymnasium § 3: „Im Namen des großen deutschen Dichters wird von allen auch auf dem Schulhof deutsch gesprochen!“) einen Punkteabzug. Die Videokameras in Verbindung mit dem computerlesbaren biometrischen neuen Personalausweis, von Schäuble 2008 eingeführt, erlauben eine genaue Zuordnung der Bilder oder Stimmen zu bestimmten SchülerInnen. Das ist für die zukünftigen Sollkennziffern wichtig. Bei Phorms gab es sie zentral, bei Bertelsmann müssen sie jährlich zwischen Schulleitung, Lehrern, SchülerInnen und Eltern in „Ziel- und Leistungscontrakten“ neu vereinbart werden.
Gut ist, dass jetzt viel weniger Unterricht ausfällt. Die täglichen vom Schulcomputer ausgedruckten Lehrer-Stundenpläne setzen zahlreiche VertretungslehrerInnen ein, denn sowohl das Goethe-Gymnasium wie die F. Ebert-Schule sind als SvS- Schulen, die ihr Personal selbständig rekrutieren und einstellen dürfen, gegen Gebühr an den privaten Pool der Lehrerfeuerwehr im Landkreis Horburg angeschlossen, den die Bildungsinfrastruktur GmbH errichtet hat. So können jederzeit stundenweise Hausfrauen, Rentner, Arbeitslose, prekär Beschäftigte aller Art ein Zubrot verdienen.
Mit Vermietungsgebühren für die Schulräume an private Firmen, für die Tonwerkstatt an eine Töpferei, der Kunst- und Holzwerkstatträume an die Volkshochschule und der Kantine an Pizza-Hut kann das Goethe- Gymnasium zusätzliche Einnahmen gewinnen. Die F. Ebert Schule vermietet den Computerraum an die Seniorenakademie, zumeist sogar mit älteren Schülern als Honorarlehrkräften, die als Ich-AG Lizenzgebühren dafür an die Schule abführen. Diese wiederum muss für die Evaluation nach SEIS 300.- € pro Klasse an Bertelsmann abführen und hat ja auch sonst allerlei Kosten für outgesourcte Dienstleistungen zu tragen.
Aber auch die Lehrkräfte haben Vorteile: Die zentral von der Humboldt-Uni entwickelten Bildungsstandards sind in leicht abtestbare Module gegossen. Darum gibt es auf den Datenbänken fertige Unterrichtseinheiten zum Abrufen. Schulprogramme lässt die F. Ebert Schule von Arvato entwickeln, das Goethe Gymnasium kauft sie bei Accenture (früher bis zum Enron- Skandal in USA Anderson- Consulting). Berufsberatung führt das Berliner „Bildungsnetzwerk Bildung“ mit einer ehemaligen Berliner Schulsenatorin und früheren GEW- Funktionärin an der Spitze durch. Die Schulleitungen können sich ganz auf die pädagogische Leitung konzentrieren, denn ein kaufmännischer Direktor aus der Wirtschaft zählt als Manager immer zur Schulleitung, verantwortlich für die Vergabe und Kontrolle der outgesourcten Aufgaben wie Rechnungswesen, Personalverwaltung, Sponsoren- Akquisition, Bewerber-Assessment nach dem Verfahren PRAXIS (Professional Assessments for Beginning Teachers). Für die wissenschaftliche Begleitung sorgt Bertelsmann bei den PPP-Schulen, bei anderen die private Bremer Uni IUB (neuerdings in Jacobs-Kaffee-Uni umbenannt) mit ihrem Kooperationspartner, der Rice-University in Austin (Texas). Überhaupt findet die Lehrerausbildung jetzt als weiteres PPP-Projekt entsprechend der neuen EU- Richtlinie Bolkestein IV mit Trainern der Universität Riga statt, nach lettischen Gehältern bezahlt, also sehr preiswert (Herkunftsland- Prinzip).
Auch, vor allem betuchte Eltern, profitieren ebenfalls: Sie können an der „Gutschein- Börse“, eben wie Aktien, Bildungsgutscheine dazukaufen. Die Idee dazu hatten vor Jahren Schüler im Rahmen des von der Wirtschaft ausgelobten Wettbewerbs „Junior Entrepreneurs“ entwickelt und profitabel an Sylvan Learning verkauft, die diese Börsen nun an ihren Dependancen in Berlin, Frankfurt, München, Dresden und Hamburg unterhält.
Entsprechend der Expertise der„Sächsisch-Bayrischen Zukunftskommission“ aus den Neunzigern hat nun endlich die KMK verbindlich festgelegt, dass 30 % aller Schulabgänger mit den meisten Credit Points, weil in Zukunft nicht mehr so viele Absolventen benötigt werden, um das gegenwärtige Produktionsniveau aufrecht zu erhalten, zum Studium zugelassen werden. 20 % sind für die Berufsausbildung festgelegt wegen gelegentlicher und konjunktureller Zeit- und Hilfstätigkeit. Für 50 % der Schulabgänger bieten die Arbeitsagenturen Qualifizierungsmaßnahmen unter Bezeichnungen wie IQCP oder ISO 2020 als Warteschleifen aller Art an, „to cool out the kids“, in denen Konsumerziehung auf Drängen von LIDL und ALDI, Medienerziehung auf Verlangen von RTL, weil die Einschaltquoten für „Deutschland sucht den Superstar“ erheblich zurückgehen, Ernährungslehre nach Modulen von MacDonalds und Verkehrserziehung auf Anregung von VW und vom ADAC verpflichtend angeboten werden.
Kurz: Paula und Paul haben Glück, dass sie moderne Schulen besuchen, die beim PISA-Ranking gut abschneiden, und dass sie sich nicht wie früher mit verstaubter Allgemeinbildung herumschlagen müssen. Paula geht nach 12 Schuljahren dem Abitur entgegen, und will sich, da sie sprachbegabt ist, demnächst dem TOEFL unterziehen (Test of English as a Foreign Language, entwickelt von Sylvan Learning, weltweit eingesetzt), um mit einem Rockefeller-Stipendium im Ausland zu studieren. Die Studiengebühren in der BRD sind jetzt mit 2000.- € pro Trimester auch wirklich zu hoch. Paul hofft, nach Kl. 10 genug Credit Points zusammenzubekommen, um zu den 20 % Azubis zu gehören. Er macht nun gerade bereits das dritte kostenlose Praktikum bei Unilever.
Notwendiges Nachwort: Die schöne neue Schule 2020 mag mancher für Science Fiction oder blühende Autorenphantasie halten. Aber alles das gibt es schon an Schulen. Jetzt, 2008, noch nicht alles in der BRD, aber schon hier und da das Eine oder Andere an Schulen in der OECD. Nicht alles an zwei Schulen in Wansen an der Lahe - aber der Trend geht auch dort dahin. Denn Ökonomisierung, PPP und Privatisierung in der offiziellen Bildungspolitik schreiten rasch fort. Aber es gibt Hoffnung, dass es anders kommt: Findige Hacker des Chaos Computer Clubs (CCC) sind gerade in die zentralen Rechner des bundesweiten Schülerregisters und bei denen bei Bertelsmann eingedrungen und haben Programme mit offenen Quell-Codes entwickelt, dass jeder seine Skill-Card selbst aufladen kann. So hat nun jede Lehrkraft unverhofft eine neue Sollkennziffer als Bildungsziel vor Augen: Die SchülerInnen zu 100 % zu Aktivisten im CCC zu befähigen!
Horst Bethge, Grund-, Haupt- und Realschullehrer a. D., ehemals Mitherausgeber „Demokratische Erziehung“, langjährige Mitarbeit in der GEW, Referat Bildungspolitik, Z. Zt. Sprecherteam der BAG Bildungspolitik der LINKEN und im European Educational Forum innerhalb des Europ. Sozialforums. Veröffentlichungen zum Thema: „Die Bildungsmärkte der Wissensgesellschaft. Public Private Partnership an Schulen“ in Bittlingmayer/Bauer (Hrsg.)“Die Wissensgesellschaft- Mythos, Ideologie oder Realität“, VS Verlag f. Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2006 „Bertelsmann macht Schule“ in Wernicke/Bultmann „Netzwerke der Macht-Bertelsmann“, BdWi- Verlag, Marburg, 2007
(überarbeitetes Eingangsreferat vor der LAG Bildungspolitik der LINKEN in Sachsen, Dresden 25. 4. 08) ganzer Text/Quelle/links
Zum neuen Jahr Nachdenkliches zum neuen Jahr von Karl Weiss
Dieses Mal wollte ich eigentlich wieder etwas aufrúttelndes bringen zum neuen jahr, so wie letztes jahr den Weihnachtsartikel, aber irgendwie kann ich angesichts des Massakers im Gaza-Streifen nur schwer etwa sbringen, was das Leiden der Palästinenser dort nicht irgendwie zu relativieren erscheint.
So schreibe ich also etwas Nachdenkliches, einen Gedanken, der mir vor einiger Zeit kam, als ich ein Interview in CNN sah. Ich kann nicht mehr genau rekonstruieren, wann es genau war, aber es hatte einmal wieder einer jener Amokläufer zugeschlagen, die in den USA fast gang und gäbe sind. Eine Schule der Amish war überfallen worden und der Amokläufer hatte mehrere Schüler erschossen. Die Amish sind eine christliche Sekte, die alle modernen Errungenschaften ablehnt und lebt wie im 18. Jahrhundert. Da brachte CNN ein Interview mit dem Vater einer der ermordeten Schülerinnen. Man fragte ihn, ob er für die Todesstrafe für den Täter sei.
Da gab der Vater eine Antwort, die mir bis heute im Kopf herumschwirrt. Er sagte: "Wir müssen versuchen zu verzeihen, sonst wird Gott uns nicht verzeihen."
Ich erinnerte mich da meiner christlichen Erziehung und dass man da bei vielen Gelegenheiten herunterleierte: "...und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern; ..."
Meine Güte, dachte ich bei mir, das ist ja wirklich Teil der christlichen Religion und die Christen müssten eigentlich danach handeln.
Dann dachte ich: Man stelle sich vor, nur mal theoretisch, nach den Anschlägen des 11. September wäre einer Präsident der Vereinigten Staaten gewesen, der dies gesagt hätte: "Wir werden versuchen zu vergeben, denn sonst wird Gott uns nicht vergeben!"
Ich bin überzeugt, ab diesem Moment hätte die christliche Religion alle anderen ausgestochen gehabt. Die Attraktivität des Islam, des Buddismus, des Hinduismus usw. wäre völlig verblasst vor einer Religion, die auf eine solche Tat mit dem Versuch zu vergeben reagiert.
Ich stelle mir vor, selbst ich, der ich harter Verfechter des Atheismus bin, hätte mich wieder dem Christentum zuwenden können.
Die Frage, welche Religion führend in der Welt ist, wäre ein für alle Mal entschieden gewesen und die Frage des Verzeihens wäre zu einer zentralen Frage im Zusammenhang mit jeder Schuld geworden.
Ich habe diese Nacht wieder ruhig geschlafen. Durch den Datenklau bei der LBB war ich so aufgewühlt, dass es mir die Nachtruhe geraubt hat. Wie gehen die Banken nur mit unseren Daten um, dazu noch eine Landesbank, dass diese Kreditkartendaten so einfach geklaut und an eine Zeitung geschickt werden können?
Jetzt bin ich aber wieder beruhigt. Es war alles ganz harmlos. Zwei Fahrer eines Kurierdienstes haben das Päckchen eines an die Frankfurter Rundschau geschickten Paketes geöffnet. Darin war ein Christstollen, den sie sich zu Gemüte führten. Durchaus glaubhaft, wenn man an die Löhne denkt, die solche Fahrer erhalten. Dann haben Sie die Adresse, vermutlich ein mehrfach verwendbares Adressschild, genommen und auf ein anderes Paket geklebt. Sicher haben Sie vorher auf die Absender geschaut. An Zeitungen geschickte Pakete werden ja sicher eher vermisst, als Pakete von Banken an eine Sicherungsfirma. Außerdem sah das Datenpaket sicherlich genau so aus, wie ein verpackter Christstollen, schön in Weihnachtspapier verpackt mit einer Wunschkarte für fröhliche Weihnachten am bunten Schleifchen.
Jetzt hat sich das alles aufgeklärt. Alles nur ein Versehen, weil zwei böse Kurierfahrer zielgerichtet ein Paket öffneten, von dem sie annehmen konnten, dass es als Inhalt etwas Essbares haben würde. Da zu vermuten war, dass bei der Frankfurter Rundschau der Verbleib des Paketes hinterfragt werden würde, obwohl man dort lt. Presse nichts davon wusste, dass ein edler Spender der Redaktion ein solches Paket schickte, haben die Fahrer dann die Adressen vertauscht. Wer vermisst schon Daten, die von einer Bank kommen?
Jetzt, nach der Aufklärung, bin ich wieder beruhigt, aber ein wenig besorgt. Ich muss unbedingt mal bei Urban Priol fragen, ob er noch einen Platz in seiner Anstalt für mich frei hat. Es ist schließlich besorgniserregend, dass ich überhaupt irgendwelche Zweifel an der Lauterkeit und Sorgfaltspflicht einer deutschen Bank, dazu noch an einer Landesbank haben konnte. Zweifellos ist mit mir etwas nicht in Ordnung und Priol kann das vielleicht heilen. Natürlich gilt mein Dank auch der deutschen Polizei, speziell dieser Sonderkommission, die diesen Fall um den Kreditkartenchriststollen so schnell aufklären konnte. Und bitte, liebe Presse, wenn ihr demnächst die Daten von vielen Kunden einer Bank unbekannterweise zugestellt bekommt, macht nicht gleich eine Sensation daraus, denn sicher war es nur die Vertauschung eines Schokoladenweihnachtsmannes oder eines Milka-Osterhasen, den sich die Fahrer von Kurierdiensten gegriffen und verzehrt haben. ganzer Text/Quelle/links
Zwar hat sich noch keine Partei offiziell den Slogan “Poppen gegen die Greise, shoppen gegen die Krise” auf das Brett vor dem Kopf geschrieben, aber was nicht ist wird im Laufe des Wahlkampfes schon noch werden. Offiziell verteilt der Staat jetzt nicht nur Prämien für das humane Ergebnis eines erfolgreichen Natursprungs, sondern geht jetzt auch noch mit der Absicht schwanger dem schwächelnden Binnenkonsumenten unter die Hoden … ääähhhh die Arme zu greifen.
Einen “Konsumscheck” haben sich pfiffigen Politiker der auf dem letzten Loch pfeifenden Republik ausgedacht und einige dieser Pfeifen haben in den Medien sogar richtig ernsthaft für diesen Hirnwind geworben. Als ich vor Jahren zur Bekämpfung der Vergreisung einen Beischlafberechtigungschein für paarungsfähige Männer vorgeschlagen habe, da fand dieser durchaus konstruktiv gemeinte Vorschlag in den Medien keinerlei Beachtung.
Durch einen Zufall konnte ich nun die Frau A. Nahles miterleben die Gleichnamiges zum Konsumscheck vor einer Kamera absonderte und voller Überzeugung schon mal die Rahmenbedingungen festzurrte: “Einen Konsumgutschein im Wert von 500 Euro sollte jeder Erwachsene bekommen und unter der Bedingung, dass er selbst noch 200 Euro obendrauflegte, bei seinem Händler in Zahlung geben können.” Somit würde je Konsumscheck Kaufkraft im Wert von circa 700 Euro, natürlich inklusive 19% Mehrwertsteuer, geschaffen und das würde dann der darbenden Wirtschaft die Rezessionsängste nehmen und sie wieder vertrauensvoll in die Zukunft blicken lassen.
Nun sind ja die aufkeimenden Rezessionsängste der Wirtschaft in etwa vergleichbar mit den seit Jahren real existierenden Existenzängsten der Bürger. Doch im Gegensatz zu den Bürgern, deren persönlicher “Konsumcheck” schon vor vielen Jahren in der Erkenntnis endete, dass stetige Mehrausgaben in Verbindung mit ständigen Mindereinnahmen und steigenden Preisen allein schon aus Vernunftgründen zu einem veränderten Konsumverhalten führen müssen, scheint diese Erkenntnis erst einige wenige Anhänger in Politik und Wirtschaft als mögliche Ursache für schwindsüchtigen Binnenkonsum zu finden.
Wie gesagt, es war reiner Zufall, dass ich Frau A. Nahles vor laufender Kamera bei der Ausscheidung ihrer sozi-sozial-demokratischen Exkremente zusehen konnte. Irgendwie fühle ich mich bei derartigen Auftritten bundesdeutscher Politiker immer an Berichte aus dem Tierreich erinnert, denn auch Tiere verwenden ihre Exkremente zu Kommunikationszwecken und sei es nur zur Reviermarkierung. Im vorliegenden Fall entbehrt es sicher nicht einer gewissen Komik, dass ausgerechnet eine Vertreterin der Sozialabbaupartei Deutschlands sich zur Förderung des Binnenkonsums mittels Konsumscheck äußerte, nachdem diese Partei jahrelang an der “reformbedingten” Einkommensschmälerung ihrer einstmaligen Wählerschaft mitgewirkt hat.
Natürlich blieb die Frau A. Nahles, wie immer pausbackig strahlend, völlig unverbindlich und hat sich daher auch nicht näher zum Personenkreis der mittels Konsumscheck Begünstigten geäußert. So blieb völlig offen, ob dazu nun alle Erwachsenen im juristischem Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches zu rechnen sind oder lediglich Personen die im Besitz des aktiven Wahlrechts sind und denen man die volle Geschäftsfähigkeit noch nicht erfolgreich entzogen hat. Überaus ungewöhnlich war auch, dass Personen mit Migrationshintergrund, Angehörige ethnischer Minderheiten und, sehr zu meinem persönlichen Leidwesen, auch Auslandsdeutsche diesmal keine besondere Erwähnung fanden. Vermutlich um einer weiteren Grundsatzdiskussion zur sozialen Gerechtigkeit in der bunten Republik aus dem Wege zu gehen, hat Frau A. Nahles auch keinerlei Hinweise auf die in der BRD durchaus übliche Sonderbehandlung von Vermögenden, Besserverdienern, Geringverdienern, Sozialschmarotzern und vorzeitig entlassenen Strafgefangenen gegeben.
Und da kam mir eine Idee! Eine echt geniale Geschäftsidee! Eine Geschäftsidee, die ich hier und jetzt mit Ihnen teilen möchte, denn wenn zum Kreis der Konsumscheck-Begünstigten auch Geringverdiener und ALG2-Bezieher gehören, dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dieser Personenkreis zwar den 500-Euro-Scheck dringend gebrauchen könnte, aber sicher die 200 Euro Zuzahlung nicht aus Eigenmitteln aufbringen kann. Und genau da setzt meine Geschäftsidee an, denn so einem Finanzschwächling konnte man doch seinen 500-Euro-Konsumgutschein einfach abkaufen. Bis 160 Euro kann er sich doch etwas dazu verdienen, ohne dass ihm die ARGE das Geld gleich wieder abnimmt. Bei rund 3 Millionen ALG2-Beziehern im Lande ließe sich so unter Einsatz von grob 500 Millionen Euro ein staatlich garantiertes Vermögen von etwa 1,5 Milliarden Euro in Form von Konsumschecks zusammenkaufen. Das funktioniert völlig ohne Eigenkapital, denn man muss nur noch eine Bank finden, die bereit ist aus ihrem staatlichen Rettungspaket ein paar Milliönchen abzuzweigen um die Vorfinanzierung dieser innovativen Geschäftsidee abzusichern. Und für den Staat und die Wirtschaft ist es doch letztendlich völlig bedeutungslos von wem die aus Steuergeld finanzierten „500-Euro-Einkaufgutscheine“ dann letztendlich eingelöst werden.
Wichtig an der ganzen Geschichte ist doch nur, dass durch das beherzte Handeln der Regierungskoalition nachhaltiger Schaden von der deutschen Wirtschaft abgewendet wurde und die Stärkung des Binnenkonsums zumindest statistisch nachgewiesen werden kann. Schließlich beginnt in wenigen Wochen das Wahljahr 2009 und nur mit dem Märchen von der Absenkung der Arbeitslosenzahlen, der Fabel von der sozialen Gerechtigkeit, dem Witz vom wirtschaftlichen Aufschwung und dem abgelutschten Schwank vom CO2-Wert lockt man sicher keinen Wähler mehr an die Urne.
Also poppen wir jetzt gegen die Greise, shoppen gegen die Krise und kämpfen mit dem Konsumscheck gegen den Konsumschock. Koste es doch was es wolle! ganzer Text/Quelle/links
Evolution des Homo sapiens von der Spass- zur Glasgesellschaft dank Steuer-Identifikations-Nummer und Co von petrapez
Lassen wir heute auch einmal die Jüngeren in einem uns nicht näher bekannten Land an dieser Stelle zu Wort kommen:
Zum Beispiel den über seine Zukunft nachdenkenden heranwachsenden Jungen namens German-Michel:
Als ich noch ganz klein war, da habe ich mir immer gewünscht schon ganz groß zu sein.Aber das wünsche ich mir jetzt gar nicht mehr, weil, das Erwachsensein ist ja gar nicht so toll.
Früher, da konnte ich spielen und viel Spass haben, durch die Welt tollen und sie ungestört erkunden. Keiner hat mich gegängelt und zurückgehalten. Ich durfte machen, was ich wollte. Spassgesellschaft war das, sagt meine Mama Sicherheit heute dazu.
Aber jetzt, wo ich schon etwas grösser bin, sieht die Welt der Grossen ja ganz anders aus, als ich dachte: man wird nämlich gläsern und dadurch zerbrechlich.
Mein Papa Staat sagt deshalb jetzt immer neuerdings:
„Gehe nicht mehr alleine ohne uns die Welt erkunden. Da draussen lauern viele Gefahren. Hüte dich vor bestimmten geistig regen Jugendlichen, sie verderben dich. Such dir einen angemessenen Umgang aus, der zu dir passt. Einen, mit dem du ruhig und zufrieden und ohne dich aufzuregen fromm das Leben verbringen kannst. Denn denke daran, du wirst bald ein gläserner Mensch sein. Um Schaden und Brüche von dir fernzuhalten, darfst du dich nicht mehr uneingeschränkt bewegen und allein ohne uns, dein Papa Staat und deine Mama Sicherheit, neue Horizonte erkunden. Für dein unbeschadetes Wohlergehen wirst du dann ständig überwacht werden müssen, denn wir wollen doch nicht, dass dir etwas zustösst, was so leicht passieren könnte. Wir brauchen dich heil an Körper und träge im Geist, damit du ganz viel fleissig arbeitest und nicht zum Nachdenken kommen tust, denn mit Denken kommst du vielleicht wieder auf deine wilden, dummen, unkontrollierbaren Gedanken, die du jetzt noch haben darfst, aber dann nicht mehr.
Deshalb wird Mama Sicherheit auch ständig auf dich aufpassen, auch wenn sie nicht immer bei dir sein kannst, wenn du gross geworden bist.
Und wir haben als deine verantwortlichen Eltern uns viel ausgedacht und denken uns auch ständig immer mehr Neues aus, damit du schön ruhig bleibst. Denke daran, du wirst bald aus Glas sein.
Ein grosser Überwachungsapparat wird dann auf dich aufpassen, schau, wie sehr deine Eltern für dich sorgen. Du bekommst von uns eine Steuer-Identifikationsnummer, die dich dein ganzes Leben bis zum Tod begleitet – die gehört nur dir allein - , damit werden alle deine Entwicklungen dokumentiert wie Arbeit, Rente, Finanzen und vieles mehr. Dazu bekommst du einen schicken biometrischen Ausweis mit elektronischem Chip und Fingerabdruck. Deine Reisen überwachen wir mit Kameras, egal ob Zug oder Auto, Wir lauschen in deine Wohnung, ob auch alles in Ordnung ist mit dir und nicht etwa klirrendes Glas zu hören ist, wir passen auf deine Telefonate und deine Erkundungen im Internet auf - dort lauern viele andersdenkende wilde, unkontrollierbare böse Buben, diese Gesindel müssen wir dir doch vom gläsernen Leib halten und damit sie solche wie dich nicht verderben können, sperren wir die in einen dunklen Keller, da können sie keine Unruhe unter deinesgleichen mehr stiften. Solche nennen wir Unruhestifter und Störer unseres perfekten Überwachungsstaates. Weil die aber nicht nur im Internet sitzen sondern auch draussen auf der Strasse frei rumlaufen, kontrollieren wir mit Überwachungkameras alle Plätze, Strassen und Geschäfte und über Satelliten können wir sogar teilweise ihren Aufenthalt feststellen: eine ganz grossartige Sache zum Schutz unserer Glaswelt wird das dann sein.
Sei endlich ruhig und frag nicht so viel, gewöhne dich endlich ans Stillhalten! Nein, nicht Glasnost – das heisst Glasmust! Immer hörst du nicht richtig zu, wenn ich dir als dein Papa Staat schöne falsche Märchen erzähle! Benimm dich endlich ordentlich und zappele nicht so herum, du weisst, das dir das in Zukunft nicht gut tut. Also immer schön den Mund halten.
Und dein Onkel Innen-Polizei hat ein Bundeszentalregister mit dieser Nummer, die ich dir schon erklärt habe, über jeden angelegt, da sehen wir ganz genau, wer brav ist und wer nicht und wir wissen immer, was derjenige gerade so macht.
Deine Tante Gesundheit hat sich für dich eine feine elektronische Gesundheitskarte ausgedacht. Da wird jeder Kratzer oder Sprung an deinem Glaskörper gespeichert und jeder kann wissen, ob du in Wirklichkeit auch tatsächlich so glänzend und funkelnd bist. Denn wir wollen ja nicht, dass sich Menschen mit dir einlassen und dir Arbeit oder Versicherung geben und dann bei deinem Nichtfunktionieren den Schaden davon haben. Unnütze zerkratzte Leute brauchen wir nicht.
Jetzt muss ich aber aufhören, dort hinten sehe ich einige umher tollende Jugendliche, die gleich festgesetzt werden müssen, ehe sie noch andere mitreissen und unbrauchbar machen."
Jetzt weiss ich, dass ich gar nicht mehr gross werden will. Mal sehen, was die anderen Kinder dazu sagen, ich habe da so eine Idee, da machen die garantiert mit:... ganzer Text/Quelle/links
Wir wissen es seit Jahren durch die eindringlichen Warnungen unserer Politiker und vor allem unserer Experten, allen voran dem Wirtschaftsweisen Rürup, der INSM, der Bertelsmannstiftung und der Springer-Presse. Auch die Herren Herzog, Raffelhüschen und Meinhard Miegel dürfen hier nicht vergessen werden. Sie alle haben uns eindringlich davor gewarnt, dass in Deutschland zu wenige Kinder geboren werden, eine Vergreisung der Gesellschaft droht und die Alten die Jungen ausplündern.
Um dem zu begegnen, haben sich Frau Merkel, Herr Jung und viele unserer verantwortungsvollen Politiker entschlossen, in einem geeinten Europa militärisch aktiv zu werden, für Frieden in der Welt zu sorgen, mit den bewährten Mitteln wie Bomben, Minen, Kanonen, Panzern, Granaten, Gewehren, kurz, all dem Zeug, das schon bei Adolf so wundersame Wirkungen erzeugte und vor allem die Wirtschaft in Schwung bringt. Schließlich lässt sich eine Mine oder eine Bombe nicht recyceln.
Nun werden sie protestieren und mir sagen, dafür würden doch die Alten gar nicht herangezogen, sondern nur die Jungen, die dann als Kanonenfutter in die vordersten Linien geschickt werden, um dort zu sterben. Aber das sind Märchen, denn Soldaten sterben ja nicht, sie "fallen" und das ist etwas völlig anderes. Wer gefallen ist, muss sich auch keine Sorge um sein Begräbnis wie Gestorbene machen, den das übernimmt der Staat für ihn und erwähnt ihn vielleicht noch auf einer großen Tafel, dass er ehrenhaft bei der Verteidigung seines Landes am Hindukusch oder sonst wo in der Welt gefallen ist, als böse Terroristen sich anschickten, mit ihren Vorderladern sein (des Gefallenen) Land zu stürmen und dem Erdboden gleich zu machen. Außerdem ist es eine Taktik des Aushungerns. Wenn wir die wenigen Kinder, die noch geboren werden, in Kriege schicken und die Hälfte von ihnen (vornehmlich aus der Unterschicht) fallen, dann können die Alten diese schon nicht mehr ausplündern und das ist doch ein schöner Erfolg, oder? Die, die noch übrig bleiben, kann man dann im Innern einsetzen und zwar sehr effektiv. Man streicht den Alten die Rente ganz und dann werden die protestieren und auf die Straße gehen. Aber bis dahin hat man das Demonstrieren gänzlich verboten (daran arbeiten unsere Politiker zurzeit sehr hart), also ist es keine Demonstration, sondern ein Aufruhr und bei einem Aufruhr darf man im geeinten Europa alles tun, um ihn niederzuschlagen. Unsere verbliebenen Soldaten haben ja gelernt, dass nur ihre Vorgesetzten Hirne haben (in Erbsengröße), sie selbst zum Denken gar nicht fähig sind und deshalb von ihren Vorgesetzten, das sind die mit dem Lametta auf der Brust, gesagt bekommen, was sie zu tun haben und wenn dann der Befehl "Feuern" kommt, nun, dann feuert man eben, dazu sind Panzerkanonen und Gewehre schließlich da. Und siehe da, schon gibt es ein paar Tausend von diesen Plünderern weniger. Der Rest wird sich verkriechen und lieber im stillen Kämmerlein verhungern, als sich noch einmal der Gefahr auszusetzen, als Plünderer erkannt zu werden.
Zum Glück haben diese Plünderer ja ganz tief in ihrer Seele noch einen Funken, der sie treibt, ihnen Einhalt zu gebieten. Wir kennen das ja aus Fernsehfilmen, wo der Psychopath Spuren hinterlässt, weil er im Innersten seiner Seele gestoppt werden will. So ist das bei diesen Plünderern auch, deshalb wählen sie ja unsere verantwortungsvollen Politiker. Sie flehen aus dem tiefsten Winkel ihrer Seele geradezu darum: "Stoppt uns" und bringen das mit ihrem Kreuzchen auf dem Wahlzettel zum Ausdruck. Und unsere Politiker, die ja im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, alles tun, das Nachwachsen von Alten, mit Ausnahme der Elite, zu verhindern und so einem gesicherten und unbegrenzten Wachstum den Weg zu bahnen, haben sich nach ihrer politischen Laufbahn dann einen Posten in einem großen Konzern ja redlich verdient.
Deshalb, liebe Landsleute, ist es wichtig, dass Sie bei Wahlen ihr Kreuz bei den bekannten Parteien machen, die bekanntlich für all diese Werte stehen. Machen Sie nicht den Fehler, die Linken zu wählen, denn die behaupten ja, gegen den Krieg und gegen dieses Europa zu sein und man weiß ja nie, vielleicht meinen die das sogar ernst. Nicht auszudenken! Am besten wählen Sie die christlichen Parteien, deren politischer Weg gradlinig immer in eine Richtung verlaufen ist, egal, was sie vor Wahlen auch immer gesagt haben mögen. Bei den anderen Parteien kann man ja nie ganz sicher sein, ob sie nicht umfallen.
Und Euch, ihr jungen Männer, rate ich, wenn ihr das nächste Mal zur ARGE geht, fragt nach dem Rekrutierungsbüro der Bundeswehr. Oft ist es im gleichen Haus. Verpflichtet Euch und ein Leben voller Abenteuer (wenn auch vermutlich nur kurz) wartet auf Euch. Ach ja, ich möchte natürlich nicht wegen Diskriminierung angezeigt werden. Also Mädels, was ich zu den jungen Männern gesagt habe, gilt neuerdings auch für Euch. Zwar hinterlässt eine Kugel, falls man sie überlebt, nicht sonderlich attraktive Narben, aber sie sind ein Beweis, dass Ihr Euch für die Interessen der freien Wirtschaft eingesetzt habt und wer weiß, wenn ihr ansonsten keine dauerhaften Schäden davon getragen habt, werdet Ihr bei einer Bewerbung um eine Putzstelle in einem Konzern möglicherweise bevorzugt. Aber das ist natürlich kein Versprechen, sondern nur eine Spekulation. ganzer Text/Quelle/links
Die linden Lüfte sind erwacht sie säuseln und wehen Tag und Nacht, sie schaffen an allen Enden O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muss sich alles, alles wenden!
Dieser Mai scheint mir anders.
Es wird wohl mit dem Klimawandel zu tun haben. Nichts bewegt sich, nichts verändert sich. Alles geht quälend müde seinen Gang - und alle tun, was sie immer tun. Nichts Neues unter dem Auge der Tagesschaukamera.
Am Wochenende werden sich die christlichen Kirchen wieder daran erinnern, dass sie lehren, Gott habe den Menschen seinen Geist geschenkt.
Wenn man sich die Christenheit so anschaut, das Sinnen und Trachten der Getauften besieht, dann muss man annehmen, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum des damals gespendeten Heiligen Geistes längst abgelaufen, dass dieser Geist inzwischen durch und durch verdorben ist und vor seinem Gebrauch gewarnt werden muss.
Bestellen Sie doch bei der netten Kellnerin im Straßencafé zur Feier des Festes einfach einmal ein Gläschen Fantasie
und stellen Sie sich vor, was wir zu erwarten hätten, käme es Pfingsten 2008 zu einer neuerlichen Ausschüttung des Heiligen Geistes, frisch und noch völlig unverdorben.
Welch wunderbare Nachrichten hätten wir zu erwarten!
Die Schlagzeilen der Boulevardpresse vom Dienstag nach Pfingsten:
Heiliger Geist ausgeschüttet. Viele beklagenswerte Opfer. Katastrophale Folgen in aller Welt. Schlimmer als jede Klimakatastrophe!
Schäuble vernachlässigt Innere Sicherheit
Dem Terrorismus sind ab sofort Tür und Tor weit geöffnet. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der schon am frühen Sonntagmorgen vom Geist getroffen wurde, berief spontan eine Pressekonferenz ein und erklärte:
"Die Erleuchtung hat mich getroffen, wie einst Saulus, der geblendet vom Pferd fiel. Ich kann mir nicht erklären, wie ich jemals so verbohrt nach der Online-Durchsuchung von Computern und dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren verlangen konnte. Jetzt ändert sich mein Leben. Ich will von nun an meinen Mitmenschen nie mehr grundlos Böses unterstellen, sondern sie als meine Nächsten lieben wie mich selbst. Mein Gott - ich trete zurück!"
Tiefensee verärgert Investoren
"Du sollst nicht begehren deines Nächsten Bahn!",
rief Tiefensee zum Entsetzen der Anwesenden in der geheimen Investorenversammlung im Bunker unter dem Hotel Adlon aus,
"die Bahn wird nicht verkauft. Das wäre doch Beihilfe zum Diebstahl!"
Ein eilends herbeigerufener Anwalt, der mit Tiefensees Betreuung betraut werden sollte, weigerte sich mit den Worten:
"Nach diesem Betreuungsgesetz kann ein Christenmensch nicht handeln - ich schäme mich, dies erst heute erkannt zu haben."
So blieb Tiefensee im Amt und die Bahn beim Bürger.
Der Zorn der ausländischen Investoren ist groß. Angeblich wurde G.W. Bush bereits aufgefordert, Soldaten nach Old Germany zu schicken, um den ungehinderten Zugang des internationalen Kapitals zur Bahn freizukämpfen, doch offenbar ist dieser verheerende Geist, der unser seit Jahrhunderten friedliches Pfingstfest an diesem Wochenende so entsetzlich heimsuchte, ungehindert auch bis zur Präsidentenranch vorgedrungen.
Aus den USA heißt es:
"Der Präsident gefällt sich darin, in zwei Dutzend bekannten und einigen unbekannten Sprachen ‚Hallelujah' zu rufen, hat die sofortige Selbstversenkung aller Kriegsschiffe, vom kleinsten U-Boot bis zum größten Flugzeugträger angeordnet und ist auch sonst zu nichts mehr zu gebrauchen."
Angela Merkel fällt aus allen Wolken
Angela Merkel, irgendwo in 8.000 m Höhe mit gepacktem Geldkoffer in der Regierungsmaschine unterwegs, einem fernen Ziel in fremden Landen entgegenjagend, wurde im Schlaf vom Heiligen Geist berührt. Als sie erwachte, befahl sie dem Piloten, sichtlich irritiert und mit völlig ruinierter Frisur, schnellstmöglich Höhe zu gewinnen:
"Der Herr braucht mich - fliegen Sie direkt in den Himmel!"
Als der Pilot ansetzte, der Physikerin im Kanzleramt die Grundzüge der Aeronautik zu erklären, herrschte Sie ihn an:
"Papperlapapp! Hören Sie auf mit Ihrer Physik! Die habe ich selbst studiert. Von nun an gelten andere Gesetze. Jesus ist übers Wasser gegangen. Halten Sie an und lassen Sie mich aussteigen, ich gehe zu Fuß ..."
Diese Worte jedenfalls konnten die Spezialisten dem VoiceRecorder entlocken, der in den Trümmern ihrer Maschine gefunden wurde, die am Montagabend in der Nähe von Klein-Machnow in einen Rübenacker gestürzt war.
Vulkanausbruch im Vatikan?
Aus Italien hört man, dass Silvio Berlusconi und der Papst sich in der Sixtinischen Kapelle eingesperrt haben und die Geheimakten der Inquisition verbrennen. Riesige Wolken schwarzen Rauchs bedecken den Himmel über der Heiligen Stadt Rom. Der Flugverkehr musste eingestellt werden, und der Bevölkerung wurde geraten, Fenster und Türen dicht geschlossen zu halten, so lange nicht klar ist, ob der Rauch toxische Stoffe enthält, oder nicht.
Rot-Rot-Rotes Bündnis
Steinbrück und Beck verbrüdern sich mit Lafontaine
Die zerstrittenen linken Brüder sitzen seit Pfingstsonntag, Schlag 14.00 Uhr bei Rotwein und Fladenbrot zusammen und beraten darüber, wie ab kommender Woche die Speisung der acht Millionen Leistungsempfänger von ALG I und ALG II unbürokratisch und aus dem Füllhorn des Wachstums der Gewinne der Wirtschaft organisiert werden soll.
Der Mindestlohn von 14 Euro 90 ist, wie man hört, beschlossene Sache. Die volle Anerkennung der Fahrtkosten zur Arbeit ebenso und die Diskussion, ob Vollbeschäftigung besser mit der 18-Stunden-Woche oder der Rente mit 48 erreicht werden kann, nähert sich dem abschließenden Kompromiss.
Prof. Sinn in München hat mitteilen lassen, sollte jemals die große Koalition aus SPD-Rechten, SPD-Linken und der Linken an die Regierung kommen, wolle er sich voller Verzweiflung aus dem Kellerfenster seines Instituts stürzen. Doch der neue Münchner Bischof Marx nahm Sinn in die Arme und tröstete:
"Nur ruhig, mein Sohn. Es dauert nicht lang, ein paar Wochen, wenn's hoch kommt ein paar Jahre, dann vergeht auch das wieder. Der Heilige Geist ist nun mal flüchtiger als Weingeist ... In ein paar Tagen sind sie alle wieder nüchtern."
Das allerdings fürchte ich auch.
Aufwachen! Ein Traum.
Auch dieses Pfingstfest wird wieder nichts anderes mit sich bringen, als die bekannten vier " f ".
Fröhliche Pfingstausflüge, frische Pfingstochsen, freie Pfingsttreffen und fromme Pfingstgottesdienste.
Das ist naheliegend und plausibel, doch Sicherheitsfanatiker unter dem Diktat von Schäuble und Beckstein jubelten unlängst über die eigenartigen Erfolge des BKA und plauderten in ihrem Jubel den Terror-Strategen geradezu wie blöd ins Nähkästchen. Um Terror zu bekämpfen, ein ausgesprochen unprofessionelles Verhalten!
Genau diese Unprofessionalität, die eine Terrorbekämpfung schon im Ansatz negiert, wurde nun wieder beim so genannten „BKA-Gesetz“ offenbar, Kritiker nennen es „öffentliche Peepshow“. Aber diese Unprofessionalität, fern jeder seriösen Forensik, ist es, welche die Sicherheit und die Rechte aller in Deutschland lebender Menschen – nicht nur von Terroristen, sondern auch von unbescholtenen Bürgern - erheblich einschränkt. Alle müssen jetzt damit rechnen, dass BKA-Fahnder in ihre Wohnung einbrechen, um Mini-Kameras zu installieren. Laut der dpa heißt es in Paragraf 20h des neuen Gesetzes: „In Wohnungen anderer Personen ist die Maßnahme nur zulässig, wenn aufgrund bestimmter Tatsachen anzunehmen ist, dass 1. sich eine ... (verdächtige) Person dort aufhält und 2. die Maßnahmen in der Wohnung einer ... (verdächtigen) Person allein nicht zur Abwehr der Gefahr ... führen wird.“
Mit welchen Konsequenzen jemand zu rechnen hat, der in seiner Wohnung solche heimlich installierten Kameras entdeckt und diese von Steuergeldern gekauften Geräte vernichtet, darüber wurde noch nichts öffentlich bekannt.
Aktueller Abzählreim: „Beckstein, Beckstein, alle müssen versteckt sein!“ Vier Wochen lang sollen Bespitzelungen nach Stasi-Manier künftig dauern. Vier Wochen lang als unfreiwillige und unbezahlte Darsteller für mutmaßlich unbefriedigte BKA- Maraton-Glotzer. Vier Wochen Schlafen und Sex der Observierten nur unter dem Bett. Und niemand weiß genau, wer der nächste „Star“ sein wird. Ob man sich künftig bewerben darf, um auch einmal ins "Fernsehen" zu kommen, darüber hat wahrscheinlich keiner der Politiker nachgedacht, die so straff hinter dem BKA-Gesetz stehen. Jedenfalls lässt die Masse der Casting-Shows im TV, die argwöhnen lassen, es könnte sich um staatlich gelenkte Umerziehungsmaßnahmen handeln, darauf schließen, dass bald auch jenes möglich sein wird: "Werde Observierungsstar!"
Am besten wird sein, man schottet sich ab, lässt niemanden mehr in die Wohnung; keine Besuche von Freunden, Verwandten und Bekannten, keine Besuche auch bei denen, um nicht zum Ziel von Schäubles und Becksteins Terroridiotie zu werden. Möglicherweise werden wir uns darauf einstellen müssen, dass Terroristen sich in aller Öffentlichkeit austauschen, wahrscheinlich mit Megaphone und auf Bierkisten vor Discounter-Filialen stehend. Die größte Gefahr dabei: Terrorbekämpfer werden es nicht mitkriegen, weil sie auf die Überwachungsmonitore der Kameras überwachter Wohnungen starren, wo vielleicht nur motorisch betriebene, aufblasbare Puppen prall werden, um sogleich wieder in sich zusammen zu sacken.
Möglicherweise geht es den Bundes- und Landes-"Sicherheitsstategen" gar nicht mehr um Terrorbekämpfung. Das war vielleicht nur ein Vorwand, um den Stasi-Staat neu zu installieren.
Was uns, wenn auch wieder über Computer geschnüffelt werden soll, im deutschen Fernsehen demnächst erwarten könnte, zeigt die Video-Satire von Icca Noor.
D i e " P l ü n d e r l a n d - V e r s c h w ö r u n g " .
Ein satirisches Märchen? von Otto H. Nienkamp
1 - Die Geschichte von der Plünderland-Verschwörung oder ~ wie man tausend Milliarden Plünderos veruntreut!
Es war einmal ein Land, das nannte man Plünderland. Plünderland war nicht das einzige Land auf der Welt. Andere mächtige Länder sahen, dass Plünderland immer größer und stärker wurde. Also führte man zwei große Kriege mit Plünderland. Plünderland verlor die Kriege und die Sieger teilten es unter sich auf. Danach gab es Plünderland Ost und Plünderland West.
Im Plünderland Ost wurde die sozialistische Planwirtschaft eingeführt und im Plünderland West die kapitalistische Marktwirtschaft.
Beide Systeme dienten auf ihre Art und Weise dazu, die Bevölkerung in einem ständigen Existenzkampf zu halten und langfristig durch Mangel gefügig zu machen. Damit sich die Systeme nicht vermischen konnten, ließen die Götter der Welt mitten im geteilten Plünderland eine Stahlwand errichten.
Künftig war die gesamte alte Welt durch diesen Stahlwall in den sozialistischen Osten und den kapitalistischen Westen geteilt. In der sozialistischen Planwirtschaft gab es reichlich billiges Geld und zu wenig nutzbare Güter. Denn Geld wurde nach Belieben vom Staat geschöpft. Die Güter aber wurden nicht nachfrageorientiert, sondern nach einem schlecht funktionierenden Plan produziert. Dadurch gab es einen permanenten Mangel an Gütern.
Im kapitalistischen Westen hingegen war es genau umgekehrt. Zwar wurde am Anfang genügend Geld zur Verfügung gestellt und dadurch konnte zunächst auch eine nachfragegerechte Produktion finanziert werden.
Doch das privatisierte Kreditgeldschöpfungsmonopol erzeugte im Westen mit der Zeit ein anderes Problem. Durch die permanent steigenden Geldumlaufgebühren, den Zinsen und Zinseszinsen, entstand mit der Zeit eine immer größere Geldknappheit bei der breiten Bevölkerung.
Beide Entwicklungen waren von den Göttern der Welt beabsichtigt.
Langfristig war eine Zentralisierung aller Macht in der alten Welt geplant. Dazu musste man in den verschiedenen Ländern dieses Teiles der Welt eine einheitliche Währung einführen.
Kein Land sollte mehr sein eigenes Geld erschaffen können.
Im westlichen Plünderland regte sich ziemlich viel Widerstand gegen die Währungspläne der Götter. Schließlich war der Plündero-West die stabilste Währung in der alten Welt. Andere Länder waren bis dahin weitaus unsolider bewirtschaftet worden und deshalb lag die Verschuldung in Plünderland deutlich niedriger als die anderer großer Alte-Welt-Staaten.
Um alle Macht in der alten Welt zu zentralisieren, hatten die Götter schon lange geplant, den großen Stahlwall wieder abzureißen. Ganz nebenbei konnte man bei dieser Gelegenheit die beiden Plünderländer wieder zusammenführen. Das wurde von den Pünderanern als großes Ereignis gefeiert.
Sie ahnten nicht, dass die Götter etwas ganz anderes wollten, als alle Plünderaner in Brüderlichkeit wiederzuvereinen. Neben der Zentralisierung aller Macht in der alten Welt, war nämlich auch noch geplant, die Wiedervereinigung von Plünderland zum Anlaß zu nehmen, seine Verschuldung drastisch anzuheben.
Die Plünderaner sollten keinen Grund mehr sehen, ihren Widerstand gegen eine einheitliche, monopolisierte und privatisierte Kreditgeldwährung, für die ganze alte Welt, aufrechtzuerhalten.
Um die Verschuldung von Plünderland auf die Augenhöhe der anderen Länder anzuheben, organisierten die Götter einen gigantischen Betrug.
Wir nennen dieses einmalige historische Ereignis "die Plünderlandverschwörung". Natürlich wird der eine oder andere von Ihnen sagen:
Da ist schon wieder eine dieser ewigen Verschwörungstheorien. Ich weiß nichts von irgendeiner Verschwörung. Ich kann beim besten Willen nirgends eine Verschwörung entdecken. Zwar steht nicht alles zum Besten und es gibt auch einige Ungereimtheiten auf dieser Welt - aber deshalb von Verschwörung reden?
Bedenken Sie bitte eines: Es gehört zum Wesen einer wirklich guten, einer gelingenden, einer ordentlichen Verschwörung, daß die, gegen die man sich verschworen hat, die Verschwörung nicht als solche erkennen können. Die Verschwörung muß außerhalb Ihrer normalen Wahrnehmung liegen. Sonst wäre es schließlich keine ordentliche Verschwörung.
Es gibt aber auch außerordentliche Verschwörungen. Sie zeichnen sich dadurch aus, daß sie nach Art und Umfang und nach zeitlicher Dauer unsere Vorstellungskraft von einer möglichen Verschwörung einfach weit übertreffen. Deshalb können wir sie nicht als Verschwörung erkennen bzw. begreifen.
Bei außerordentlichen Verschwörungen können Teilaspekte durchaus im Bereich unserer normalen Wahrnehmung liegen. Das nützt uns aber nichts, weil wir solche Teilaspekte nicht als Bestandteile dieser außerordentlichen Verschwörung identifizieren können.
Es ist ganz ähnlich wie bei einem sehr großen Puzzle aus vielleicht 2000 Stücken. Sie sehen aber nur 10 oder 20 von diesen Stücken, die immerhin nahe zusammen zu gehören scheinen. Sie erkennen, daß es sich bei diesem Teil des Puzzles wohl um einen Elefantenrüssel handeln muß.
Sie ziehen natürlich den Schluß, daß das gesamte Bild einen ganzen Elefanten zeigen wird. Auf die Idee, dass das vollständige Puzzlebild eine große Elefantenherde darstellt, die auf der Flucht vor schwer bewaffneten Elfenbeinjägern, ein ganzes Mäusevolk zertrampelt, wären Sie vermutlich nie gekommen.
Schließlich nimmt der Elefant, von dem Sie anfangs nur den Rüssel erkannt haben, einen großen Teil des Bildes ein, weil er ganz vorne im Bild ist. Der Macher des Puzzles fand nämlich die Idee besonders witzig, die Elefantenherde auf den Bildbetrachter zurasen zu lassen. So hatten sie neben einer sehr geringen Bildinformation auch noch eine, die Phantasie besonders einschränkende, Perspektive.
Warum habe ich Ihnen diesen Vergleich vorangestellt? Es geht mir darum, deutlich zu machen, daß Sie kaum eine Chance hatten, die Verschwörungspraxis, von der Sie heute erfahren werden, selbst zu entdecken.
Es hat nichts mit Dummheit zu tun, dass Sie von diesen Vorgängen nichts mitbekommen haben. Es gibt keinen Grund sich selbst in Frage zu stellen. Die Verschwörung war eben unvorstellbar groß und sehr perfekt inszeniert.
Und die gutmütigen Plünderaner waren die arglosen Opfer. Hören (es handelt sich eigentlich um ein "Hörstück". - KHH.) wir uns also an, was der Verfasser der folgenden Geschichte zu sagen hat:...... ganzer Text/Quelle/links
***Bundesweite Razzia bei Biertrinkern - 1500 Beamte im Einsatz - Flaschen und Glaeser beschlagnahmt Dieser Text unterliegt dem Urquellrecht und dient exklusiv Ihrer persönlichen Unterhaltung. http://www.mt-online.de/mt/lokales/minden/?cnt=2121975 Mindener Tageblatt - 29.01.2008
Trockender Feierabend durch Polizeieinsatz Biertrinker erhalten bundesweit Besuch
Hannover/Düsseldorf/Detmold (jo/ke). Mit einer Razzia, die
sich auf die gesamte Bundesrepublik erstreckte, ist die Polizei gestern
gegen den häuslichen Konsum von Bier vorgegangen. Nach Angaben des
Düsseldorfer Landeskriminalamts waren insgesamt etwa 1500 Beamte im
Einsatz. Auch in Ostwestfalen-Lippe wurden die Fahnder mehrfach fündig. 15
Wohnungen wurden in Niedersachsen durchsucht von Hubertus Bock
Bundesweit wurden 235 Wohnungen und Betriebsräume
durchsucht. Die Polizei nahm 40 Personen fest. Gegen vier Verdächtige soll ein
Haftbefehl beantragt werden.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war zunächst ein
Unternehmen in Aachen. Es hatte sich im Internet als „Brauerei“ präsentiert und
seinen Kunden auch „Biergläser“ und „Bierdeckel“ angeboten.
Wie sich herausstellte, verbargen sich hinter dieser
Fassade aber mit großer Wahrscheinlichkeit kriminelle Interessen. Nach den
Erkenntnissen der Ermittler sollen die 42 und 43 Jahre alten Inhaber der
Aachener Firma umfangreiche Utensilien für die Einrichtung von häuslichen
Bierkellern über das Internet und in ihrem Ladenlokal verkauft haben.
Bei der gestrigen Razzia, bei der allein in NRW 63 Objekte
durchsucht wurden, entdeckten die Fahnder insgesamt 76 größere Lagerflächen. So
wurden in Bochum und Hennef Keller mit mehreren hundert Fässern gefunden.
Auch in der Region schlugen die Drogenfahnder zu. Im
Keller eines Hauses in Pivitsheide (Kreis Lippe) fanden sie ein teilweise
leergetrunkenes Bierlager mit etwa 50 Flaschen sowie weiteres Zubehör für das
Einschenken. Man habe den 35-jährigen Wohnungsinhaber festgenommen, sagte Uwe
Bauer, Sprecher der Kreispolizeibehörde Lippe. Der Marktwert der im Keller
sichergestellten Flaschen betrage „etwa 10.000 bis 15.000 Euro“. Im Raum
Barntrup durchsuchten die Ermittler das Anwesen eines 46-Jährigen und fanden
dort Hinweise darauf, dass dort eine so genannte Kellerkneipe „entweder mal vorhanden
war oder sich im Aufbau befand“.
In Warburg fanden die Polizisten bei einem 27-Jährigen
zehn Flaschen Pilsner. In Paderborn brachte eine Durchsuchung kein Ergebnis. In
Höxter wurden bei einem 36 Jahre alten Mann etwa 70 Kästen mit Bierflaschen
sowie eine Sackkarre für den Transport sichergestellt. In Herzebrock hatte ein Beschuldigter
(44) „einige Flaschen für den Eigenbedarf“ in der Küche zu stehen. In Bielefeld
wurden ebenfalls zwei Wohnungen ohne größeren Erfolg durchsucht. Als die
Beamten an der Tür eines Verdächtigen (24) klingelten, warf dieser zwei Humpen
mit Clausthaler Export aus dem Fenster.
Auch in Niedersachsen war die Polizei aktiv. Rund 100
Beamte waren im Einsatz. Sie durchsuchten 15 Wohnungen. Im Stadtteil Misburg in
Hannover entdeckten Fahnder in der Wohnung eines 28-Jährigen 120 Bierflaschen.
In Linden ging ein 26-Jähriger ins Netz, der 40 Flaschen und mehr als ein halbes
Fass Hefeweizen besaß. ganzer Text/Quelle/links
Auffälliges Verhalten Hausdurchsuchung bei Headshop-Kunden von korrupt
Wer im Grow-Shop einkauft - völlig legales Sortiment - ist "auffällig" und steht im Verdacht, Cannabis anzubauen. Dies die Begründung des LKA Nordrhein-Westfalen, nachdem bei 214 Kunden eines Growshops Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden. Anlass: sie standen auf der Kundenliste des Shops.
Die Zeit berichtet von dem Vorfall auf ungewohnt reißerische Weise: kein Ton vom straffreien privaten Konsum, aus "40 Plantagen-Betreibern" wurden in der Überschrift flott "hunderte Home-Grower" und der Generalverdacht gegen Shopkunden wird als "Razzia" gefeiert, in der die Polizei "hunderten Kiffern" das "Handwerk legte".
Dass offenbar allein durch den Besuch völlig legaler Shops inzwischen ein Anfangsverdacht konstruiert werden kann, der bis zur Hausdurchsuchung alles erlaubt, zeigt einmal mehr, dass mitnichten schärfere Gesetze und erweiterte Befugnisse für Ermittler vonnöten sind, sondern vielmehr heute schon offenbar aus beliebig haltlosen Unterstellungen eine Kriminalisierung konstruiert werden kann. Udo Vetter zitiert eine Polizeisprecherin mit dem Statement zum Grow-Shop, dass die "Konstellation des Angebots 'auffällig' gewesen" sei und kommentiert:
"Auffällig gleich verdächtig. Diese neue Formel wird man sich wohl merken müssen. ... Ansonsten ist nämlich für Monate dafür gesorgt, dass unzählige Polizeibeamte Beschäftigungstherapie machen, statt Kriminalität von etwas mehr sozialer Relevanz zu bekämpfen."
Auffällige Konstellation des Angebots - eine Spinnerei, bei der man gerne mitspinnen mag. Denn warum bei den Headshops aufhören? Wer die Datenschleuder per Post kriegt, hackt auch das BKA, DVD-Rohlinge im Elektromarkt dienen bekanntlich zum Brennen von Mordkopien, wer seinen Rechtsanwalt aufsucht, tut das möglicherweise wegen illegalen Handlungen, und wenn ein Kathole beichten geht, hat er definitiv was angestellt. Warum nicht dort auch gleich hausdurchsuchen? ganzer Text/Quelle/links
Politik kann richtig Spaß machen - vor allem, wenn Peter Zudeick allwöchentlich das Gebaren und die Sprüche der Politiker und anderer Prominenter aufs Korn nimmt. Bissig, aber nicht verbissen. Hier sein Jahresrückblick mp3
Was mit ölreichen Gegenden passiert Die armen Titanier! von Elmar Getto
Nach neuesten Erkenntnissen ist Condolezza Rice bereits seit Tagen dabei, die Invasion auf den Titan zu planen, um den Titaniern Demokratie zu bringen.
Das wird ein Massaker!
Mein Mitgefühl mit den Titaniern ist groß, ja schon fast grenzenlos. Hat doch die europäische Sonde Huygens, als sie auf dem Titan, dem Saturnmond, gelandet ist, eine schreckliche Entdeckung gemacht:
Die ganze Oberfläche des Mondes ist voller Kohlenwasserstoffe: Es regnet Methan, es gibt Meere voller Propan, Butan und Pentan und längerkettigere Kohlenwasserstoffe, sogenannte Öle, bilden ganze Sümpfe.
Öle? Öle! Eben!
Während man auf unserem armen Planeten kilometertief bohren oder teure Bohrinseln ins Meer stellen muß, ist das Öl und Gas dort schlicht und einfach im Überfluß auf der Oberfläche vorhanden, man muß es nur ins Raumschiff pumpen! Noch dazu sind die begehrten Kohlenwasserstoffe dort nicht in Form zäher, hochviskoser Massen vorhanden, sondern bereits fertig in kleinen Molekülen, die man hier Benzin, Diesel und Erdgas nennt.
Daß dies die Aufmerksamkeit von US-Ölkonzernen geweckt hat und die ihre Leute (George W., Condolezza und andere) bereits darauf angesetzt haben, braucht nicht zu verwundern. Es wird für die nächsten Wochen erwartet, daß Condolezza auf ihrer nächsten größeren Rede als Außenministerin bereits die Titanier in die Liste der „Vorposten der Tyrranei“ aufnimmt. Voraussichtlich wird die titanische Tyrranei vorgezogen und wird bereits nach dem Iran drankommen.
Damit bleibt genug Zeit, um einen gesetzten älteren Herrn aus Schweden dorthin zu senden, um als UN-Missionär zu klären, ob dort Titanier vorhanden sind. Man kann bereits mit Sicherheit sagen, daß sein Aussage vor dem Weltsicherheitsrat, es seien keine Titanier zu finden gewesen, noch am gleichen Tag von Condolezza widerlegt werden wird, denn es liegen sichere Geheimdiensterkenntnisse vor, daß es Titanier gibt, daß dort eine Tyrannei herrscht, der Tyrann Abdul Ben Hassan heißt und den Planet Erde bedroht.
Wir werden mit Sicherheit von einer Mission hören, die den Titan in wenigen Tagen vollständig erobert, die Angriffsabsichten Abduls Ben Hassans auf die Erde aufdeckt und nach einiger Suche auch ihn selber aufspürt. Bereits nach wenigen Monaten werden demokratische Wahlen stattfinden, in denen Botschafter Negroponte mit überwiegender Mehrheit gewählt wird. Die „eingebetteten Reporter“ werden in den wenigen Momenten, in denen sie in ihren Betten aufwachen, Stein und Bein schwören, sie hätten die Titanier und Abdul gesehen, allerdings werden aus Sicherheitsgründen keine Photos erlaubt sein.
Erst viel später wird man erfahren, daß aus Sicherheitsgründen alle Titanier in Sondergefängnisse gebracht werden mußten, wo aber weithin mit absolut humanen Methoden gefangen gehalten wird. Wenn einzelne Soldaten über ihre Befugnisse hinausgingen und Titanier gefoltert haben sollten, so werden sie dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
Einer der US-Soldaten hatte allerdings die Anweisungen nicht richtig gelesen und hatte auf dem Titan ein Streichholz entzündet. Damit ging der ganze Mond in einer Explosion auf, da all die vielen Kohlenwasserstoffe ja leicht entzündlich sind. Von der Erde aus war aber nicht mehr als ein kleiner Lichtblitz zu sehen.
Die Tatsache, daß es auf dem Titan keinen Sauerstoff gibt und somit auch kein Brand entstehen kann, ist absolut ohne Bedeutung, denn die US-Regierung hat sich von der Abwesenheit bestimmter Dinge an einem Ort noch nie davon abhalten lassen, dort Tod und Zerstörung zu verbreiten.
Dies ist eine andere der Satiren von Elmar Getto, die mich zum
Schmunzeln gebracht haben. Erschien ursprünglich in "RBI-Aktuell"am 1.
Februar 2005. Ungewollt gewann der Artikel soeben eine neue Aktualität,
denn George W. Bush hat den gesamten Weltraum zum Eigentum der
Vereinigten Staaten von Nordamerika erklärt. ganzer TexT/Quelle/links