Auszug von karl-weiss-journalismus
Das Ende einer Legende
von Karl Weiss
Deutschland ist nicht der Hauptnutzniesser des Euro
Eine Auswertung von Daten durch „Thompson Reuter Datastream“ hat ein eher überraschendnes Ergebnis gebracht: „Deutschland ist viel weniger von einer niedrigen Währung abhängig als die südeuropäischen Staaten. Die Statistik zeigt, dass das gängige Vorurteil gegenüber der deutschen Exportstärke nicht von den Fakten zu belegen ist.
“Deutsche Exporteure profitieren nicht vom niedrigen Kurs des Euros. Deutschland ist zwar das Land mit den meisten Exporten in der EU (…), der schwache Euro wirkt sich dennoch nicht stark auf die Ausfuhr von Waren aus.“ Siehe „Deutsche Mittelstands-Nachrichten“, hier.
Die Auswertung ergab klare Ergebnisse: „Die aus der Eurostat ermittelten Zahlen zeigen, dass die Staaten der europäischen Peripherie eine negative Korrelation zwischen ihren Einnahmen aus Nicht-Euro-Staaten und dem Wechselkurs Euro-Dollar haben. Deutschland, die Niederlande und Österreich haben dagegen eine positive Korrelation.“
Damit ist dem wesentlichsten Teil der ganzen Euro-Argumentation über die Hälfte der Grundlage genommen.
War es doch immer wieder das Export-Argument und der niedrigere Euro-Kurs im Vergleich zu einem DM-Kurs, mit dem zuerst überhaupt die deutsche Initiative zur Gründung eines Euro begründet und mit dem dann die Errichtung des Euro gegen die Meinung der Mehrheit der Bundesbürger durchgedrückt wurde. Bis heute wird immer wieder das Märchen erzählt, Deutschland sei der Haupt-Nutzniesser des Euros.
Die Auswertung der Eurostat-Zahlen ergab, Italien und Spanien profitierten bezüglich der Exporte nach ausserhalb der Euro-Zone am meisten von niedrigen Euro-Kursen.
Die Argumentation ist relativ einfach: „Kunden kaufen deutsche Güter wie Autos oder Werkzeuge auch bei einem hohen Kurs des Euro. Deutschland ist also weniger von Kursschwankungen abhängig, als oft angenommen wird. Bei Exporteuren von Waren mit einer hohen Preisspanne wie etwa Lebensmittel wirkt sich der Währungskurs hingegen sehr viel stärker aus.“
Natürlich gibt es auch den Teil der Innen-Exporte in der Union, die Deutschland als wesentlichem Exporteur der Euro-Zone einen Vorteil gebracht haben, weil die anderen Euro-Partner nicht durch Abwertung ihrer Währungen Preiserhöhungen von deutschen Produkten hinnehmen mussten, aber das ist gegenüber der Aussenwirkung des Euro nur ein schwacher Effekt.
Im Kern sind also alle jenen Aussagen, die uns den Untergang des Abendlandes prophezeien, wenn der Euro aufgegeben werden müsste, nicht mehr zu halten. Eine Rückkehr zu den nationalen Währungen wäre sehr wohl möglich und das hat nichts mit innereurpäischen Kriegen zu tun, wie uns Frau Merkel weis machen wollte.
ganzer Text/Quelle/links
Siehe auch: Deutschland hat nicht wirklich vom Euro profitiert