Auszug von duckhome
Der Angriff der Unanständigen
von Jochen Hoff
Das neue Jahr war kaum ein paar Stunden alt, als die neue Angriffswelle der Unanständigen losbrach. All das Gesindel aus Neoliberalen, Marktradikalinskis, Menschenverächtern und offenen Menschenhassern wollte gleich zu Jahresbeginn neue Pflöcke in die Herzen der Menschen treiben und ihnen gleich zum Jahresbeginn jeden Mut und jede Hoffnung nehmen. Das ist natürlich, denn wenn die Menschen sich ihrem vermeintlichen Schicksal ergeben, dann haben diese Leute gewonnen.
Den Anfang machten unsere angeblichen "wirtschaftswissenschaftlichen" Institute. Jene Wahrsager, die zwar zu dämlich waren die Weltwirtschaftskrise kommen zu sehen, jetzt aber ganz genau wissen, was getan werden muss. Allen voran DIW-Präsident Klaus Zimmermann der aber bald zurücktreten muss, weil der Landesrechnungshof Berlin sein unehrliches Finanzgebaren durchschaut hat.
Selbstverständlich ist auch der Chefideologe der INSM, IW-Direktor Michael Hüther, vorne mit dabei, der als Führer des Instituts der Wirtschaft dafür sorgt, dass seine merkwürdige Wissenschaft immer nur den Intressen des Großkapitals dient. Aber auch all die anderen sind dabei. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das ifo Instituts für Wirtschaftsforschung des unsinnigen Professors aus München sowie Zimmermanns DIW.
Alle diese vollständig unfähigen und überflüssigen haben sich zusammen getan um zu verkünden, das es natürlich keine Lohnerhöhungen in der Krise geben darf. Die gleichen Dummköpfe haben in Zeiten des Aufschwungs immer lauthals verkündet, dass es in Zeiten des Aufschwungs keine Lohnerhöhungen geben darf, um den Aufschwung nicht zu gefährden. Im Grunde genommen gibt es diese Institute nur, damit sie mit vielen salbungsvollen Worten die Forderung des Großkapitals nach niedrigsten Löhnen, schlechtesten Arbeitsbedingungen und absoluter Rechtlosigkeit der Arbeitnehmer untermauern. Sie nennen es Wissenschaft, anständige Menschen nennen es böswilligen Betrug.
Allerding können all diese Institute nur leben, weil der einfache Steuerzahler sie dafür bezahlt, dass sie ihn betrügen. Da sie ihre Betrügereien aus Gewinnsucht durchführen, wäre es längst an der Zeit, dass die Staatsanwaltschaft reagiert. Aber die reagiert noch nicht einmal wenn Zimmermann beide Hände in der Kasse hat.
Die dummen Gewerkschaften sind wieder einmal dabei, für die angebliche Sicherheit von Arbeitsplätzen Lohnsenkungen anzubieten. Dies ist der verkehrte Weg. Die Löhne müssen rauf, sie müssen sogar kräftig steigen. Dies wird einige Arbeitsplätze kosten, aber nur kurzfristig, da bessere, oder wenigstens annehmbare Löhne nämlich auch zu einer besseren Binnenkonjunktur führen. Es macht keinen Sinn sich arm zu arbeiten.
Das Handelsblatt hat andere Weissager als die Wirtschaftforschungsinstitute untersucht und kommt bei den Anlageberatern zu einer ebenfalls hoffnungslosen Bewertung:
Ratsuchende wollen betrogen werden
Was nachdenklich macht, ist nicht, dass Risiken wie Dubai oder Griechenland von der Mehrheit der Marktstrategen nicht gesehen wurden. Etwas zu übersehen ist sehr menschlich. Das Unheimliche am Phänomen des Über-etwas-Hinwegsehens besteht vielmehr darin, dass die Voraussage für die Märkte schon beim zeitlich wie logisch Naheliegenden scheitert. Marktstrategen müssen sich vorkommen wie Astronomen, die sich im Rätselraten über ferne Sterne verlieren, während unmittelbar vor ihrem Fernrohr bereits der nächste Meteorit auf sie zurast.
Dass sich diese Astronomen dennoch ungebrochenen Zuspruchs erfreuen, liegt einzig an unserem Bedürfnis, in die Zukunft zu schauen. Anleger, Investoren, Kreditgeber und Schuldenverwalter wollen wissen, was morgen an den Märkten passiert. Sie greifen nach dem Strohhalm, den ihnen die Marktauguren mit ihren Research-Apparaten und Modellen bieten. Es gibt einen Markt der Ratsuchenden, die betrogen werden wollen. Die Gewissheit suchen, wo es nicht einmal sonderlich viele brauchbare Anhaltspunkte gibt. Wäre die Zunft der Marktpropheten ehrlich, würde sie mit Platon antworten: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Sie wäre damit immerhin den ersten Schritt von der Entlarvung des Scheinwissens hin zum Eingeständnis des Nichtwissens gegangen.
Es liegt aber wohl eher daran, dass all diese Wahrsager sehr gut für ihre Lügen und ihren Betrug bezahlt werden. Natürlich gibt es immer wieder Leute, die von genau diesen falschen Vorhersagen profitieren. Sei es, dass sie fast wertlose Papier für teures Geld unter das Volk bekommen, oder dass sie mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu fiesen Löhnen sich selbst bereichern.
Ein typischer Fall ist der Ex-Superminister Wolfgang Clement der sich innerhalb seiner Zeit als Superminister ja sehr dafür eingesetzt hatte, dass Menschen aus vernünftigen Arbeitsverhältnissen in die Sklaven- oder Zeitarbeit abgedrängt wurden und der in einer Art nachgelagerter Bestechung dann von den Zeitarbeitsunternehmen mit tollen Jobs bedacht wurde. Auch er muss jetzt natürlich wieder ran um seinen Betrug an den Arbeiten auch für 2010 zu festigen. Aber er ist zu überheblich geworden und sagt einfach die Wahrheit:
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Fünf Jahre nach Einführung von Hartz IV hat Ex-Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement eine durchweg positive Bilanz der Reform gezogen. "Hartz IV führt zu größeren Herausforderungen für diejenigen, die Arbeit suchen", sagte Clement der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe). "Es war aber dringend notwendig, dies zu tun." Unter Experten sei unstrittig, "dass wir ohne diese Reformen diese wesentlichen Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt nicht erreicht hätten", sagte Clement, der als Superminister für Arbeit und Wirtschaft die Arbeitsmarktreform gegen viele Widerstände durchgesetzt hatte. Arbeitslose rief Clement auf, sich darum zu bemühen, so schnell wie möglich wieder in einen neuen Job zu kommen. "Jeder legale Job ist besser als die Arbeitslosigkeit. Dazu zählt im Ernstfall auch der gering bezahlte Job."
Hartz IV hat also die Arbeitssuche durch größere Herausforderungen schwieriger gemacht und im Grunde genommen sollen die Menschen nun in den Niedriglohnsektor damit das Großkapital noch mehr Gewinne macht. Clements Frau hatte sich ja auch schon billige Haushaltssklavinnen gewünscht. Man darf Clement nicht böse sein. Er verdient ja sein sehr gutes Brot mit solchen Aussagen und sie nützen ihm persönlich.
Es ist schön, dass der DGB stattdessen eine vernichtende Kritik an Hartz IV übt:
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stellt der Hartz-IV-Reform nach fünf Jahren ein verheerendes Zeugnis aus. Weder seien durch die Reform mehr Arbeitslose in Beschäftigung gekommen, noch seien sie besser betreut worden, urteilen die Gewerkschafter. "Das Plus bei der Erwerbstätigkeit lässt sich nicht auf Hartz IV zurückführen, sondern auf konjunkturelle Effekte", sagte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe). Die Hartz-Gesetze, so Buntenbach, hätten mit ihren "drastischen Zumutbarkeitsregeln atypischen Beschäftigungsverhältnissen Tür und Tor geöffnet". Statt zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen, seien Arbeitnehmer mit regulären Arbeitsstellen unter Druck gesetzt worden. "Leiharbeit, Hartz IV und die Angst vor dem sozialen Anstieg wird bis heute dazu missbraucht, um die Beschäftigten zu Lohneinbußen zu drängen und ihnen schlechtere Arbeitsbedingungen aufzuzwängen".
Frau Buntenbach hat das formuliert, was andere schon längst laut hinausgeschrien haben. Aber das reicht nicht. Der DGB muss über den Generalstreik Mindestlöhne von 10,50 Euro und ein Verbot der Sklaven-, Leih- oder Zeitarbeit und jeder anderen Form der Arbeitnehmerüberlassung erzielen. Noch sind die deutschen Arbeitnehmer stark genug um ein solches Ziel zu erreichen. Ein Lamento reicht aber zu gar nichts, sondern bestärkt die Hornissenkoalition die Arbeitnehmer schnell noch weiter schlechter zu stellen.
Die FDP als Vertreter von Großkapital, Versicherungswirtschaft und Bankstern fängt ja auch bereits richtig gut an. So erklärt sie treuherzig, dass sie die zukünftigen Steuererleichterung für ihr Leute dadurch bezahlen will, dass sie die Arbeitslosenversicherung und die Ausgaben für Familien plündern will. Das ist logisch. Die FDP ist eben die Partei der sozialen Kälte, jener sozialen Kälte, die ein anderer Wahrsager, nämlich der Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter den Deutschen auch schon fröhlich grinsend verspricht. Er wird als Unternehmensberater daran sicher gut mit verdienen.
Marc Beise hält sich selbst wahrscheinlich für einen Journalisten. Tatsächlich ist sein Geschreibsel eher das, was man unter neoliberalem Auftragsjournalismus nennt. Wenn er also in der Süddeutschen für das Jahr 2010 ein Jahr des Vertrauens fordert, dann bedeutet das nichts anderes, als dass er möchte, dass die Menschen sich nicht zusammen setzen und ein Fazit unter das Geschehene ziehen. Er möchte, dass alles so weiter geht wie bisher.
Genau wie Clement, die Wirtschaftvorhersager, die Anlageberater hat Beise ein echtes Interesse daran dieses verkommene System zu erhalten. In keinem anderen System wäre für diese Leute ein Platz bei dem sie ohne jede Verantwortung den größten Blödsinn und die größten Lügen gegen gutes Geld verbreiten könnten. Das gleiche gilt natürlich auch für andere Vertreter der Systemmedien. Wo könnte wohl ein Weimar noch Geld verdienen, wenn Journalismus mit Wahrheit und Anstand gepaart sein müsste. Wo blieb das Roland Koch Fernsehen, das getarnt als ZDF Milliarden Gebühren frisst, aber nur Parteipropaganda liefern darf.
Die Profiteuere des Betrugs sind bekannt. Die Lösung kann nur heißen, sie auszuhungern. Deutschland braucht einen schnellen politischen Wechsel. Deutschland braucht eine direkte Demokratie an der die Parteien nicht mehr beteiligt sein dürfen und Deutschland braucht eine freie Presse- und Medienlandschaft
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