Auszug von duckhome
Woher kam der Irakkrieg?
von Jörg Fuhrmann
Endlich haben sie die Quelle gefunden. Gemeint ist hier nicht die Quelle der Weisheit. Es geht um die Quelle des Krieges. Genauer gesagt um die, aus der seinerzeit jene “brisanten” Informationen sprudelten, die als Begründung für den Beginn des Irakkrieges im Jahre 2003 herhalten mussten.
Damals wurden ja der Weltöffentlichkeit “Beweise” präsentiert, die glauben machen sollten, der Saddam Hussein würde über Massenvernichtungswaffen, zum Beispiel in Güterwagen, verfügen. Mit denen wollte er das friedliebende Israel und den ganzen Rest der Welt zerstören. Aus diesem Grund sind dann flugs die USA und Großbritannien über den Irak hergefallen. Sie haben dann in dem Land erst einmal für Zerstörung gesorgt. Danach haben sie begonnen, den Saddam Hussein und seine Massenvernichtungswaffen zu suchen. Den Saddam haben sie in einem Erdloch und Güterwagen am Bahnhof gefunden. Nur bei den Massenvernichtungsmitteln sah es trübe aus. Die ließen sich beim besten Willen nicht finden.
Das wurde nun allerdings äußerst peinlich. Denn die flinken Krieger hatten nicht einmal ein UN-Mandat in der Tasche. Man stand also vor der Weltöffentlichkeit und musste zugeben, dass man auf Grund “falscher Informationen” mal so eben einen Krieg, gegen einen souveränen Staat, vom Zaun gebrochen hat. Wie es dazu kommen konnte, war den Herrschaften aber unerklärlich. Keiner wollte sich plötzlich erinnern, dass diese hochbrisanten Informationen von ihm stammten. Die schienen einfach so aufgetaucht zu sein, so aus dem Nichts oder wer weiß woher.
Doch so wie die nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen hat sich nun auch diese Frage geklärt. Man weiß jetzt endlich wem die Menschheit dieser Krieg die vielen Toten, die Zerstörung und der immer noch brennende Krisenherd Irak zu verdanken hat. Einem Taxifahrer!
Also es war so. Ein Taxifahrer hat sich an ein zwei Jahre altes Gespräch erinnert. Dieses hatte er, in seinem Taxi, an der irakisch-jordanischen Grenze zufällig mitgehört. Diese Geschichte wiederum hat er einem Agenten ihrer Majestät erzählt. Der hat das dann auf einen Zettel geschrieben und als "nachweislich falsch" bezeichnet. Den Zettel hat er dann nach London an seinen M geschickt. M der eigentlich John Scarlett heist, ist dann damit zu Tony Blair gegangen. Tony Blair wiederum hat dann wohl “nachweislich falsch” als “zweifelsfrei” verstehen gewollt, und ist ganz schnell zu seinem Freund George Walker Bush gelaufen. Der hat dann noch ein paar hübsche Bildchen von Eisbahnwagons dazu malen lassen. Tja, und schon ging es los.
In Anbetracht der immer noch täglich Opfer dieses Wahnsinns, kann man über so eine Geschichte nicht einmal lachen. Im Gegenteil sie macht mir eine höllische Angst. Denn wenn ich bedenke, über welche militärische Macht Menschen verfügen, die derart skrupellos und kaltschnäuzig diese Macht missbrauchen, dann weiß ich welchen Terrorismus ich zu fürchten habe. Auch wenn diese Nachricht heute nur eine Randnotiz war, so halte ich sie doch für brisant. Brisanter als jede Erzählung irgendwelcher Taxifahrer.
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