Auszug von duckhome
Weltwirtschaftskrise - Dubai, Griechenland und die Banken
von Jochen Hoff
Dubai ist Geschichte. Die Börse hat nur kurz gezuckt und dann beschlossen sich nicht zu fürchten sondern weiteren Höhen entgegen zu streben. Schließlich ist ja auch jede Menge Liquidität im Markt. Selbst die Tatsache, das in Griechenland das Staatsdefizit in diesem Jahr nicht sechs, sondern 12,7 Prozent betragen wird, dürfte kaum zu spüren sein. Dabei entsteht nun eine interessante Frage.
Wie wird der Euroraum reagieren. An den Börsen wird bereits kräftig gegen griechische Anleihen spekuliert und die Länder des Euroraumes haben nur zwei Möglichkeiten. Entweder stützen sie Griechenland und müssen dann auch eine Menge anderer Länder stützen, oder sie lassen eine Staatspleite in Griechenland zu.
Thomas Meyer, der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank sieht keine Gefahr für Staatspleiten und empfiehlt Gold und Aktien sowie Anleihen aus den Schwellenländern. Vermutlich weil die Deutsche Bank davon haufenweise Müll in ihrem Depot liegen hat oder billig daran kommen kann. In weiter Ferne sieht er auch eine 5 Prozent Inflation, aber ansonsten ist alles rosig. Die Drogen müssen gut sein.
Die USA müssen in den nächsten zwei Jahren 40 Prozent ihrer Schulden umschulden. Das könnte schwer bis unmöglich werden. Gleichzeitig hat sich der Goldpreis gegenüber dem Dollar seit 2000 vervierfacht und eine weitere Verdopplung wird nicht ausgeschlossen. Das führt zu dem kleinen aber feinen Effekt, dass sich die US-Schulden in Gold gerechnet seit dem Jahr 2000 fast halbiert haben.
Ein so schwacher Dollar ist praktisch ein Staatsbankrott. Das haben auch die Chinesen gemerkt und geben Dollar aus, als wenn sie Angst hätten das Zeug könnte in ihren Tresoren zerfallen. Milliarden für Rohstoffe und Know How. Gerade bekommt der Autobauer Automotive Industrie Holding Corp (BAIC) 1,9 Milliarden Euro Kredit um Saab aufkaufen und nach China verlegen lassen zu können.
Alleine die Verschuldung der G20 Länder wird bis Ende 2010 von 78% auf 108% Prozent des BIP gestiegen sein. Mit den dadurch entstehenden Schulden von 9 Billionen Dollar hätte man 72 Prozent aller amerikanischen Unternehmen kaufen können. Beindruckende Zahlen. Da ist es nur logisch, das die Bankenpleite in den USA weitergeht. Am Freitag starb die 130. Bank seit Jahresbeginn. Diesmal waren es sechs auf einen Streich.
In Deutschland sind die Banken gut vom Staat gerettet worden. Die lassen dafür aber die Firmen reihenweise in die Pleite gehen. 16 Prozent mehr Firmenpleiten und ein um 67,6 Prozent höherer Schaden für die Volkswirtschaft, der nunmehr 48,6 Milliarden Euro beträgt, sind die Folge. Selbstverständlich zieht jede Pleite auch weitere Pleiten nach sich, dazu kommen noch rund 521.000 verlorene oder gefährdete Arbeitsplätze.
Der Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, glaubt das die deutschen Banken erst 40 Prozent ihrer Altlasten abgeschrieben haben und fürchtet, dass die Banken noch 175 Milliarden abschreiben müssten. Das dürfte auch nur ein Teil der Wahrheit sein, weil die Pleitewelle bei Gewerbeimmobilien auf der ganzen Welt gerade erst losgeht und immer weitere Firmen in die Insolvenz müssen, weil sie keine Kredite von den Banken erhalten.
Das die Banken keine Kredite geben ist sachlich sogar begründet. Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Oktober um real 29 Prozent eingebrochen. Da tröstet auch nicht, dass der Einbruch nicht mehr so stark ist wie in den Vormonaten. Langsam kommen wir in die Vergleichsbereich des Vorjahres in dem die Auftragseingänge bereits wegbrachen. Wir beginnen also schlechte Monate mit noch schlechten Monaten zu vergleichen.
Selbst die Bundesbank die ja schon aus taktischen Gründen zum Dauerjubel verurteilt ist, spricht von einer nicht besonders sicheren Konjunkturerholung. Natürlich wird sich die Konjunktur gegenüber 2009 in 2010 erholen, aber keinesfalls die Verluste zu 2008 oder 2007 ausgleichen. Die deutschen Industrieunternehmen haben in 2008 soviel wie seit 20 Jahren, also seit der Wende investstiert. Das ist erfreulich. Aber bereits im vierten Quartal sanken die Investitionen und brachen in 2009 sehr weitgehend ein.
Noch fließen weltweit vielfach Mittel aus Konjunkturprogrammen oder werden erst jetzt wirksam. Trotzdem steigt die Arbeitslosigkeit überall. Mehr Arbeitslose bedeuten weniger Konsum und damit weitere Arbeitslose. Experten des Bankhauses Metzler erklären den Goldpreisanstieg vor allem mit der "Angst vor dem finalen Kollaps des Währungssystem". Einer wohl sehr begründeten Angst.
Der BDA Chef Hundt ist böse mit den Bankstern, weil die zu wenig Kredite vergeben. Deshalb soll der Steuerzahler einspringen und den Banken noch mehr Lasten abnehmen. Eine seltsame Logik aber typisch für diesen Mann. Die Banken ihrerseits legen einen Fond für Kredite an den Mittelstand auf. Den deckt natürlich der Steuerzahler und Ackermann verdient. Es ist schon seltsam. Ackermann hat 2 Milliarden an der Rettung der Hypo Real Estate verdient und keiner merkt, dass dieser Mann Deutschland wie eine Weihnachtsgans ausnimmt.
Aufschwung gibt es aber auf der anderen Seite. Da ist die Statistik zwar aus 2007, aber das Bundesamt für Propaganda und Lügen kam nicht umhin einzugestehen, dass mitten im Boom jeder zehnte Deutsche auf die sozialen Mindestsicherungssystem angewiesen war. Wieso uns Ende 2009 nicht die Ergebnisse von 2008 verkündet werden, dürfte wohl daran liegen, dass diese Wahrheit nicht den Zwecken der Regierung dient.
Es gilt sich auf den kommenden langen wirtschaftlichen Winter vorzubereiten.
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