Auszug von duckhome
Wenn schon prekäre Arbeitsverhältnisse, dann muss auch die Wohnung unsicher sein
von Jochen Hoff
Die Hornissenkoalition ist zügig bei der Abwicklung der Aufträge des Kapitals. Nachdem die Arbeitsverhältnisse aller Menschen in Deutschland bewusst prekär gemacht wurden, sollen nun die Wohnverhältnisse für Mieter bis zur totalen Rechtlosigkeit in Bruchbuden gebracht werden. Der wichtigste Punkt ist die Mietminderung. Der Abzocker muss es sich in Zukunft dank schwarz/gelb nicht mehr gefallen lassen, wenn Mängel mit Mietminderung bis zur Einstellung der Mietzahlungen beantwortet werden.
Nach Merkel und Westerwelle dürfen die Abzocker auch bei Schimmel, kaputten Fenstern und nichtlaufender Heizung oder ohne Wasser den vollen Mietpreis kassieren. Aber das reicht noch nicht. Selbstverständlich sollen sie die Mieter nach Gutsherrenart rauswerfen können. Es ist wie beim Kündigungsschutz für Arbeitnehmer. Die Koalition der bösen und kalten Herzen will die Menschen absolut schutzlos machen, damit ihre Freunde aus dem verbrecherischen Kapital sich um so leichter bereichern können.
Da wo Bosbach und Schäuble die Wohnung mit Abhöreinrichtungen bis auf das Klo und ständiger Angst vor Durchsuchung überzogen, soll heute von Westerwelle und seinen Mieslingen das Recht auf Erhalt der Wohnung praktisch ganz abgebaut werden. Aus Sicht von Merkel und Westerwelle ist das ja auch richtig.
So kann man die Menschen noch hoffnungsloser machen. Angst um die Arbeit, Angst vor Krankheit, Alter und Pflegebedürftigkeit, weil die beschissene FDP die solidarischen Versicherungen zerstört, Angst vor Armut in Arbeitslosigkeit weil Brüderle und Co. gemeinsam Hartz IV noch weiter kürzen und Angst vor Armut im Alter. Das ist das Ziel der Hornissenkoalition.
Sie wollen die Menschen in ständiger Panik behalten, damit die nicht zum Nachdenken kommen und sich nicht zur Wehr setzen. Pünktlich zum Betrug an den Mietern meldet sich auch noch das Bundesamt für Desinformation und behauptet rotzfrech, dass 48 Prozent der Bundesbürger über Eigentum an Immobilien verfügen.
Fast jeder zweite Privathaushalt hat Haus- und Grundbesitz
Anfang 2008 besaßen 29% aller Haushalte in Deutschland ein Einfamilienhaus. Gegenüber 2003 ist dieser Anteil unverändert geblieben, während er im Vergleich zu 1998 (28%) leicht gestiegen ist. Die zweithäufigste Immobilienart sind Eigentumswohnungen, über die zu Beginn des Jahres 2008 etwa 13% der Privathaushalte verfügten. Auch hier gab es seit 2003 keine Veränderung. Gegenüber 1998 mit damals 10% ist dagegen ein Anstieg zu verzeichnen. 5% der privaten Haushalte besaßen Anfang 2008 ein Zweifamilienhaus; ebenso viele ein unbebautes Grundstück. Eigentümer von Mehrfamilienhäusern waren 2% der Haushalte, von sonstigen Gebäuden wie Wochenend- und Ferienhäuser oder Gebäuden in Kleingärten 3%.
Diese Zahlen sind ein typisches Beispiel für Missbrauch der Statistik. Wenn 29 Prozent aller Haushalte ein Einfamilienhaus haben, dann bedeutet das eben nicht, dass sie nicht auch noch mehrere Einfamilienhäuser und zusätzlich noch Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen besitzen können.
Die Leute die Einfamlienhäuser besitzen, sind häufig nicht die Besitzer dieser Häuser, sondern zahlen nur die Hypotheken und den Erhalt ohne irgendeine Chance zu haben, jemals das alleinige Eigentum an diesen Häusern zu besitzen. Das gleich gilt für die Besitzer von Eigentumswohnungen die sich diese oftmals von verbrecherischen Beratern als Geldanlage aufschwatzen ließen und nun an den Schulden zerbrechen.
Aber selbst unbebaute Gundstücke, Ferienhäuser und verpachtete Kleingärten in denen man gar nicht wohnen darf, werden von diesen Lügnern dem Wohneigentum zugeschlagen, nur um der Politik die Freude zu machen, dass ja angeblich 48 Prozent der Bevölkerung positiv durch den Abbau des Mieterrechtes bedient werden. Die Systemmedien veröffentlichen solch einen Blödsinn ohne Nachfrage. Sie sind ja nur Herolde der Macht und des Kapitals.
Tatsächlich gehören die meisten Wohnungen und Miethäuser wenigen großen Firmen und reichen Privatleuten. Ein Großteil der Wohnungen in Deutschland verkommt still vor sich. Nur die wenigsten Mieter wehren sich und die sollen jetzt im Interesse des Großkapitals auch noch mundtot gemacht werden.
Begründet wird das ganze mit einigen wenigen Mietnomaden. Das Thema Mietnomaden wurde von den Systemmedien in ihrer gesamten Breite die letzten Monate weit ausgeschlachtet. Natürlich handelt es sich nur um eine verschwindend geringe Zahl an Einzelfällen. Aufgrund dieser Einzelfälle und vieler Lügen sollen nun die Mieterrechte verschwinden.
Die Gerichte in Deutschland werden mitmachen. Da ist es egal ob jemand 40 Jahre lang brav seine Miete gezahlt hat. Sie werden wie immer dem Kapital helfen. Dagegen gibt es nur eine Gegenwehr. Die Hornissenkoalition muss weg und jeder kleinste Fehler eines Vermieters muss sofort mit einer Klage beantwortet werden.
Erst wenn die Gerichte mit Klagen zugeschüttet sind und die Vermieter unter den Gerichtskosten zerbrechen, kann es sein, dass sie ihre politischen Kettenhunde zurückrufen, um größeren Ärger zu vermeiden. Der kleinste Fehler an der Mietsache, über den man Jahre lächelnd hinweg gesehen hat, muss jetzt sofort Anlass für eine Klage sein. Wer als Vermieter die Mieter rechtlos machen will, soll wenigstens bis zur letzten Sekunde in der das möglich ist, auch leiden.
Noch besser wäre es diese miese Regierung wegzustreiken. Diese Vögel halten keinen langen Kampf aus. Sie ersticken ja schon jetzt an ihren Lügen.
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